Der Meister der edlen Spirituosen: Bernhard Bares

Trimport-Teitelbach · Strikte Ausrichtung auf Qual tät ist das Erfolgsgeheimnis der Eifel-Premium-Brände. Derzeit dürfen nur 27 Brenner in der Südeifel das Label führen. Der Vater dieser Marke, Bernhard Bares, hat für sein Engage ment das Bundes verdienstkreuz am Bande bekommen.

Wer den Hof von Bernhard Bares im Eifeldörfchen Teitelbach bei Trimport (Eifelkreis Bitburg-Prüm) betritt, dem fällt eine endlos wirkende Galerie gerahmter Auszeichnungen auf, die an den Wänden hängen. Neben einer ebenso beeindruckenden Fülle von Fotografien, die den Hausherrn mit Prominenten wie Johannes Rau, Angela Merkel, Ilse Aigner oder Hendrik Hering zeigen. Dabei geht es im Leben von Bares nicht um die Suche nach Publicity. Der passionierte Brenner hat sich so sehr für ein authentisches Produkt seiner Eifelheimat eingesetzt, dass die große Politik auf den aus kleinbäuerlichen Verhältnissen stammenden Mann aufmerksam wurde. Wenn er nun die Eifel-Premium-Brände auf der weltweit größten Nahrungsmittelmesse der Welt, der Grünen Woche in Berlin, präsentiert, dann erhält er jedes Mal Besuch von Entscheidern mit Rang und Namen. Auch die Gourmet zeitschrift Feinschmecker ließ sich von den Bränden aus der Eifel überzeugen.

Bares' Ursprünge liegen in einem winzigen Vier-Hektar-Betrieb mit drei Kühen in Biersdorf. Hier wurde Bares geboren, hier wuchs er auf. "Ich wollte immer ein Leben in der Landwirtschaft führen und selbstständig sein", erzählt er. Mit 16 Jahren erhielt er seinen ersten Schlepper - heute eine Oldtimer-Rarität, die zu seinem 70. Geburtstag frisch restauriert wurde und mit der er noch immer gern fährt. Nachdem die Aufstockung des Familienbetriebs auf zwölf Hektar nicht ausreichte und auch der Stauseebau den Biersdorfer Hof verdrängte, war 1969 klar: Eine Aussiedlung stand an, und in Teitelbach gab es ein ge eignetes Objekt. "Das Brennrecht, das schon seit mehreren Generationen zum Hof gehörte, habe ich übernommen. Doch damals hatte ich überhaupt keine Ahnung vom Brennen", schildert Bares. Die Schnapsbrennerei war zunächst nur ein Nebenprodukt des auf Milchviehhaltung, später auf Schweinezucht und zusätzlich Schweinemast konzentrierten Betriebs. Aber: "Wenn ich etwas mache, will ich es richtig machen. Also habe ich Seminare und Lehrgänge besucht und Literatur gewälzt, um die Kunst des Schnapsbrennens zu beherrschen."

Bereits 1981 wurde Bares Vorsitzender des Verbands der Rheinischen und Saarländischen Klein- und Obstbrenner, zehn Jahre später gründete er den Verein Eifel-Premium-Brand, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Die Idee basierte auf einer klaren Marktanalyse und auf Zielvorgaben: "Wir wollen Menschen mit mittleren und gehobenen Einkommen ansprechen, die bewusst konsumieren und genießen. Dafür müssen wir Spitzenqualität nachweisen", betont Bares. Das heißt: Alle Brände werden sensorisch und analytisch geprüft, erst dann dürfen sie in die patentierte Flasche mit dem Eifel-Premium-Logo im Glas abgefüllt werden. Anonyme Qualitätskontrollen gewähr leisten darüber hinaus das Niveau.

"Anfangs wurde ich mit kritischen Prognosen konfrontiert. Manche gaben der Idee maximal zwei Jahre, weil die Preise zu hoch angesetzt seien", erinnert sich der 71-Jährige. "Aber nach einer Durststrecke zeigte sich: Die Kunden sind bereit, für diese Qualität auch einen angemessenen Preis zu zahlen." Er freut sich, dass im Gegenteil die ganze Eifel region von diesem Konzept profitiert habe. "Auch die Wettbewerber konnten in der Folge bessere Preise erzielen. Und die Eifel wurde unter anderem durch diese Premiumbrände überregional bekannt gemacht als Heimat von besonders guten Erzeugnissen." Bares ist überzeugt: Wenn man mit der technischen Entwicklung und neuen Erkenntnissen mitgeht, ist auch die Landwirtschaft zukunftsfähig.

Er vertritt eine klare Meinung



Er engagiert sich für qualifizierten Nachwuchs: Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium in Freiburg, das im Auftrag des Landes Baden-Württemberg die Prüfung zum Meister bei den Brennern organisiert, betreut er nun selbst junge Brenner und begleitet sie zur Meisterprüfung. Auch in Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel (DLR) bietet er Seminare an.

Bares vertritt eine klare Meinung und ist in der CDU politisch engagiert, man kann ihn als wertekonservativ bezeichnen. "Mir ist wichtig, dass ich mich nicht verbiegen lasse. Und dass das, was ich tue, auch etwas für das Gemeinwohl ist." Er will andere begeistern und ist bereit, Motor zu sein. Aber Einzelkämpfer sein mag er nicht: "Ich brauche Mitstreiter und Mitdenker." Beispielsweise für den Bauernmarkt in Trimport am 2. Oktober, bei dem er eine Segnung der Traktor-Oldtimer initiiert hat. Nur eine seine vielen Ideen.

Da bleibt wenig Zeit für Hobbys. Aber er lässt es sich auch heute nicht nehmen, jeden Morgen in den Stall zu gehen - sein Sohn hat die Schweinezucht und -mast 2005 von ihm übernommen. Ein anderes Vergnügen kommt etwas zu kurz, wie er bedauert: Bares hat sich eine Kamera angeschafft.

Seine Lieblingsbrände sind die Sorten Mirabelle, Williams und Schlehe. "Auch Himbeergeist mag ich sehr. Nur Himbeeren schaffen es, dass der Geist intensiver schmeckt und riecht als der Brand." Die Unterschiede liegen im Verfahren: Während bei Bränden die Basis der Fruchtzucker ist, der eingemaischt, mit Hefe versetzt, vergoren und destilliert wird, wird Geist aus frischen oder gefrorenen Früchten gewonnen, die mit Neutralalkohol übergossen und dann destilliert werden. Modische Spielereien wie die Lagerung im Eichenfass passen nicht zu den Eifel-Premium-Bränden, betont Bares: "Die sollen nach Frucht schmecken und nicht nach Holz." Er ist eben ein Verfechter eifeltypischer Echtheit.

ZUR PERSON



Bernhard Bares wurde 1940 in Biersdorf (Eifelkreis Bit burg-Prüm) geboren, er ist verheiratet, hat drei Kinder und vier Enkel. Er war und ist stark ehrenamtlich enga giert, unter anderem im Kreistag Bit burg-Prüm und dem Verbands gemeinde rat Bitburg-Land oder acht Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungs gericht Trier. Seit 31 Jahren gehört er zum Orts gemein de rat Trimport, als Orts bürgermeister oder als Erster Beigeordneter.

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