Der Weiße in aller Munde

Der Weiße in aller Munde

Wieder richtig gefragt ist der deutsche Riesling. Dabei liegt es noch gar nicht so lange zurück, dass immer mehr Rotwein die Tische bevölkerte.

Riesling wieder auf dem Vormarsch: "Der Riesling hat seit 2006 wieder bundesweit zugelegt und 2009 sein bisher höchstes Anbauniveau in Deutschland erreicht", bestätigt Ernst Büscher, Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI) in Mainz. Die bundesweite Riesling-Rebfläche lag 2006 noch bei 21 197 Hektar, stieg aber bis
2009 auf 22 637 Hektar.

Auch in den Weinbergen entlang der Mosel bewährt sich der Riesling. "An der Mosel ist er mit einem Anteil von 60 Prozent an der Gesamtrebfläche die bedeutendste Reborte", erklärt Büscher. 2010 waren das umgerechnet 5325 Hektar Riesling-Rebfläche an der Mosel. Dies gelte jedoch nicht für den Bereich Obermosel, zu dem auch Trier zählt. Hier dominiere der Elbling den Weinbau, so Büscher. Riesling-Hochburg ist die Mosel inzwischen auch nicht mehr: "Die Pfalz hat im Jahr 2008 die Mosel als größtes Riesling-Anbaugebiet überholt. Die Pfälzer Winzer bauen mittlerweile auf 5541 Hektar Riesling an", sagt der DWI-Sprecher.

Überhaupt wird seit 2006 wieder stärker auf den Weißwein in Deutschland gesetzt. Laut DWI kletterte der Flächenanteil weißer Rebsorten von 63,1 Prozent (2006) auf 64,1 (2010). Umgekehrt hatte der Rotweinanbau 2006 mit ei­nem Anteil von 36,9 Prozent seinen Höhepunkt. Seitdem ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen (2010: 35,9 Pro­zent).

Gründe für den Siegeszug könnte die Besonderheit des deutschen Rieslings sein. "Es sind gerade die unterschiedlichen Böden der Anbaugebiete, die eine geschmackliche Vielfalt und damit die Faszination deutscher Rieslinge ga­rantieren", betont Ernst Büscher. Und gerade die Moselregion ist dafür bekannt, denn bereits 1787 verfügte der Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus per Erlass, "alle minderwertigen Rebsorten auszuhauen und durch Riesling zu ersetzen".

Seitdem hat sich der Riesling zu einem vielfältigen Menübegleiter entwickelt. Von trocken bis süß ist alles zu haben. So eignet sich der Riesling vom leichten Sommerwein (vor allem die jungen, leichten Weine) bis hin zum Dessertbegleiter (Spätlesen, edelsüße Auslesen). Aber auch Fisch und Fleisch können mit trockenen bis halbtrockenen Rieslingen passend ergänzt werden.
Genau diese Vielfalt ist es, die den Riesling ausmacht. Und die ihm wohl auch in den nächsten Jahren die Beliebtheit der deutschen Winzer und Weintrinker einbringen wird.
Empfehlungen
Einen halbtrockenen weißen Kabinettwein zum Gemüse und eine Auslese zum Braten - oft steht vor einem Dinner die Frage im Raum: Welcher Wein passt zu welchem Essen? Der Charakter der Speise bestimmt die Weinauswahl. Eine Übersicht der Weinempfehlungen stellt das Deutsche Weininstitut (DWI) bereit. (Quelle: www.deutscheweine.de):

Art der Speise: leicht und dezent Gerichte: milde Salate, zartes Gemüse, gedünsteter Fisch, ge­kochtes Kalbs- oder Rindfleisch, Geflügel Weinempfehlungen: (halb-)trockene, weiße Kabinettweine (z.B. Riesling, Silvaner, Gutedel, Rivaner, Kerner, Weiß-/Grauburgunder)

Art der Speise: leicht und würzig Gerichte: zarte Ragouts, frische Pilze, Lamm, Wildgeflügel Weinempfehlungen: (halb-)trockene, weiße Kabinettweine (z.B. Rivaner, Grauburgunder, Bacchus, Scheurebe); Weißherbste oder leichte Rotweine (z.B. Trollinger, Portugieser, Spätburgunder, Schwarzriesling)

Art der Speise: gehaltvoll und dezent Gerichte: Meeresfrüchte; herzhafter Seefisch; saftiger Kalbs-, Schweine- oder Lammbraten; fettreicher, milder Käse Weinempfehlungen: saftige (halb-)trockene weiße Qualitätsweine und Spätlesen (z.B. Weiß-/Grauburgunder); trockene, reife Riesling-Auslese; samtige, dezente Roséweine und milde Rotweine (z.B. Portugieser, Spätburgunder)

Art der Speise: gehaltvoll und würzig Gerichte: ländliche Pasteten, gebratener Seefisch, saftiger Braten, Rindersteak, Wild mit konzentrierter Sauce, Gegrilltes Weinempfehlungen: ausdrucksvolle (halb-)trockene weiße und rote Qualitätsweine, Spätlesen und Auslesen (z.B. Weiß-/Graubur­gunder, Traminer, Spätburgunder, Lemberger, Dornfelder)

Art der Speise: würzig und fettreich Gerichte: Blauschimmelkäse Weinempfehlungen: reife, edelsüße weiße Spät- und Auslesen (z.B. Riesling, Ruländer, Gewürztraminer)