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Deus Ex: Human Revolution Director's Cut

FOTO: Square Enix
Ein Meisterwerk kehrt zurück: Im Director's Cut des futuristischen Action-Rollenspiels merzt Entwickler Eidos eigens für die Fans die gröbsten Fehler aus der normalen Version aus – mit vollem Erfolg. Was den Titel so interessant macht, lest ihr in den folgenden Zeilen. Matthias Probst

Es scheint schon eine kleine Ewigkeit her zu sein, dass "Deus Ex: Human Revolution" sein Debüt auf der PS3, der Xbox 360 und dem PC feierte. Fans und Kritiker waren sich 2011 direkt einig, dass Eidos es erfolgreich geschafft hatte, die Marke in die dritte Runde zu führen. Allerdings gab es ein kleines beziehungsweise drei kleine Probleme in Form von Bossendgegnern, die für manche den Spielspaß eindämmten. Doch mehr dazu später.

Sollte jemand das ursprüngliche Spiel verpasst haben, ist nun die Gelegenheit, dies nachzuholen. Dass es sich mehr als lohnt, brauche ich wohl an dieser Stelle nicht zu erwähnen. Neben leichtem optischem Tuning, haben die Entwickler noch gleich die beiden coolen DLCs "The Missing Link" und "Tongs Mission" mit auf die Disc gepackt - löblich. Auf den ersten Blick gesehen handelt es sich immer noch um das gleiche Spiel, das auch 2011 auf den Markt kam: In einer futuristischen Cyberpunk-Welt, auf den Straßen New Detroits, tobt der Handel um menschliche Ersatzteile. Das Zentrum des Spiels kreist um die Frage, was Menschlichkeit überhaupt ist und wie viel davon übrig bleibt, wenn einem künstliche Zusätze eingepflanzt werden. Alles sehr spannend und packend erzählt - was in erster Linie vielleicht die größte Stärke des Titels ist.

Jeder, wie er will

In dieser Welt gilt es für den Spieler, nach Gerechtigkeit zu suchen - mehr wird über die Story aber nicht erzählt. Der nächste interessante Punkt ist, dass ihr selbst entscheiden dürft, wie ihr während der Geschichte vorgeht: Greift ihr gern zu den Waffen und stürmt einen Raum, dass Chuck Norris stolz auf euch wäre? Oder seid ihr ein Sam Fisher Jünger, der ungesehen an seinen Feinden vorbei schleicht, ohne dass sie überhaupt wissen, dass ihr da wart? Jedem Spielstil wird der Titel gerecht und bietet entsprechende Vorgehensweisen in jedem Level, sowie Aufrüstung für den Cyborg in euch.

Auch wenn das direkte, aggressive Vorgehen schneller ans Ziel führt, empfehle ich doch eher die getarnte Variante - so wird das Spiel nicht nur um einige Stunden gelängt, sondern macht auch ungemein mehr Spaß. Praktisch ohne einen Gegner ins Jenseits schicken zu müssen, könnt ihr das Spiel schaffen - bis auf eine kleine Ausnahme: Womit wir wieder am Anfang des Tests wären. Die Bosskämpfe nehmen euch nämlich die Entscheidung ab, wie ihr vorgeht: Munteres Ballern ist angesagt, was viele Fans sehr schade fanden. Nicht nur, dass es den Spielfluss eines Schleichers immens stört, es macht es für diesen Spielstil zudem noch zusätzlich schwerer, weil ihre eure Aufrüstung nicht in Waffenpower investiert habt ... Sehr ärgerlich! Am Ende ging es sogar soweit, dass sich Eidos bei den Fans für dieses Problem entschuldigte. Im Director's Cut gibt es daher eine besondere Versöhnung.

Alles wird gut

Wer das ursprüngliche Spiel von 2011 bestritten hat, wird die Bosskämpfe wohl kaum wiedererkennen: Die Entwickler haben Wort gehalten und die Endfights nun so aufbereitet, dass jeder - wirklich jeder Spielstil - zum Einsatz kommen darf. Hut ab vor diesem Engagement! Dadurch wird das eh schon fantastische Spielerlebnis noch um eine Ecke besser. Ich kann es nur wiederholen: Neulinge sollten unbedingt zugreifen.

Allerdings ist das nicht der einzige Kritikpunkt, dem sich Eidos zugewandt hat. Wer genau hinschaut, erkennt, dass sich die Gegner nun etwas geschickter in Deckung begeben oder besser agieren als es noch früher der Fall war. Die KI wirkt insgesamt etwas stimmiger als noch vor zwei Jahren.

Eigentlich wollte Publisher Square Enix den Director's Cut nur für die Wii U veröffentlichen, entschied sich aufgrund der schlechten Wii U Verkaufszahlen anders - zum Glück für alle übrigen Spieler. Wer allerdings eine Wii U sein Eigen nennt, darf sich über speziell für das Nintendo-Gamepad entwickelte Steuerungs-Besonderheiten freuen: Beispielsweise werden dann Mini-Spiele, wie das Hacken, auf das Tablet verlagert, was ganz gut funktioniert. Die Sache mit dem Zielen und Schießen ist wiederum eine völlig andere Angelegenheit - aber am besten entscheidet da jeder selbst.

Fazit

Kritik zu Herzen genommen: Aus einem sowieso schon fantastischen Spiel haben die Entwickler nun ein noch besseres Game gezaubert, indem die größten Kritikpunkte, nämlich die Bosskämpfe, von Grund auf erneuert wurden. Wenn ein Spielehersteller soviel Einsatz bei seinen Titeln zeigt, sollte das belohnt werden: Alle, die noch einmal oder zum ersten Mal in diese einzigartige Cyberpunk-Welt mit einer dichten Atmosphäre eintauchen wollen, sollten nicht lange überlegen: Kauft euch dieses Spiel!

Genre: Action, Rollenspiel, Schleichen
Für: Xbox 360, PS 3, Wii U, PC // Entwickler: Eidos // Publisher: Square Enix
Spieler: 1 // Online: nein // USK: ab 18 Jahren
Internet: http://www.deusex.com/