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Die Wiedergeburt des PRÜ-Kennzeichens

Auch rasende Reporter können ihren Lokalpatriotismus bald wieder automobil ausdrücken. TV-Foto: Christian Brunker
Auch rasende Reporter können ihren Lokalpatriotismus bald wieder automobil ausdrücken. TV-Foto: Christian Brunker
Prüm. Die PRÜ-Kennzeichen stehen vor der Rückkehr: Der Eifelkreis hat beim Land die Einführung des Altkennzeichens beantragt. Läuft alles glatt, könnten schon im Juli die ersten Autos mit den neuen alten Kennzeichen ausgestattet werden. Christian Brunker

Prüm. Seit der Ankündigung, dass die alten PRÜ-Kennzeichen wiederkommen, werden die Mitarbeiter in der Prümer Zulassungsstelle täglich mit Fragen nach den Nummernschildern konfrontiert. "Die Nachfrage ist auf jeden Fall da, täglich erkundigen sich Leute", erklärt einer. Allerdings kann er noch nicht konkret sagen, ab wann die Antragsteller das Amt mit einem PRÜ statt einem BIT unter dem Arm verlassen können.
Doch der Eifelkreis macht bei der Einführung der alten Kennzeichen ernst: In der vergangenen Woche hat die Verwaltung beim rheinland-pfälzischen Innenministerium beantragt, das zusätzliche Kennzeichen wieder zuzulassen. Der weitere Weg sieht so aus, dass das Innenministerium bis zum 15. Juni alle Anträge sammelt und dann gebündelt an das Bundesverkehrsministerium weitergibt. Mit einer Entscheidung sei voraussichtlich im Juli zu rechnen, sagt Christoph Gering von der Pressestelle des Innenministeriums. Dann sollten die parlamentarischen Beratungen im Bundestag abgeschlossen sein. Sobald die beschlossene Änderung der Zulassungsverordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht ist, können die neuen Kennzeichen umgehend ausgegeben werden.
Umfrage belegte Nachfrage



Die Wiedereinführung der Altkennzeichen geht auf eine Initiative des Heilbronner Professors Ralf Bochert zurück. Der hatte in vielen Städten, die im Zuge der Kreisreform in den 70er Jahren ihr altes Kennzeichen verloren hatten, eine Umfrage gestartet - auch in Prüm, Bernkastel-Kues oder Saarburg (der TV berichtete). Im Ergebnis wünschte sich eine großer Mehrheit der Bürger die identitätsstiftenden Kennzeichen zurück, in Prüm rund 80 Prozent der Befragten. Wer nicht will, ist nicht gezwungen, sein Auto umzumelden. Und zukünftig können die Bürger im Eifelkreis bei der Anmeldung eines Fahrzeugs zwischen dem BIT und dem PRÜ wählen - egal, ob der Wohnort wirklich im Altkreis liegt. Auch Bürger aus Irrel oder Speicher können also ein PRÜ-Kennzeichen beantragen. Die Kosten sind bei beiden Varianten gleich. Wer sein Auto ummeldet, nur um das neue PRÜ-Kennzeichen zu bekommen, muss dafür eine Gebühr bezahlen. Die beträgt laut Kreisverwaltung aktuell 26,30 Euro.
Heimatgefühl für 50 Euro



Für ein Wunschkennzeichen kommen noch mal 10,20 Euro hinzu. Wenn ein neuer Fahrzeugschein ausgestellt wird, können auch dafür Kosten hinzukommen. Mit den Kosten für die Blechschilder selbst, rund zehn Euro pro Stück, sind für eine Komplett-Ummeldung daher rund 50 Euro fällig. Trotz dieser Kosten rechnet man in der Zulassungsstelle in Prüm aber mit starker Nachfrage. Die Internetseite des Eifelkreises, auf der man sein Wunschkennzeichen reservieren kann, ist bislang noch nicht auf die Rückkehr von PRÜ eingestellt und bietet nur BIT an. Aber auch das wird sich noch ändern - zuständig ist hier der Landesbetrieb Daten und Kommunikation.
Extra

Autokennzeichen sind eine beliebte Spielwiese - die kreativsten Lösungen sind täglich auf den Straßen zu beobachten: Von "LU MP", über "MA JU" und "EI ER" bis zu "BIT E" (engl.: beißen) und anderen, nicht jugendfreien englischen Ausdrücken für nicht ganz so tugendhafte Damen. Wer nicht drauf kommt: Es fängt mit BIT an und hört mit CH auf. Das PRÜ bietet auf den Blick nicht ganz viele Varianten. Am naheliegendsten ist natürlich das "PRÜ M". Ansonsten bleibt bei korrekter Rechtschreibung nur noch "PRÜ DE" übrig - sozusagen der Kontrapunkt zur unaussprechlichen BIT-Variante. ch Welche Idee haben Sie für das PRÜ? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge an eifel-echo@volksfreund.de