1. Die Woch

Angeln: Bereit für den großen Fang

Angeln : Bereit für den großen Fang

Die WOCH gibt Tipps für Angler zu Ausrüstung und Technik und informiert über rechtliche Rahmenbedingungen.

Die Wasserqualität

Insgesamt kann die Wasserqualität der Fließgewässer, beispielsweise  im Eifelkreis Bitburg-Prüm, als recht gut bezeichnet werden. Die Siedlungsdichte ist gering, die Abwasserreinigung hat ein hohes Niveau erreicht. In den letzten Jahren hat sich die Wasserqualität in den meisten Fließgewässern, insbesondere durch den Bau von Kläranlagen stabilisiert. Allerdings kommt es durch Einleitung von Schadstoffen zu punktuellen Problemen. Sorge bereitet auch der Klimawandel mit einer zunehmenden Erwärmung im Sommer. Damit nimmt der Sauerstoffgehalt im Wasser ab. Mit der ab 2021 in Kraft tretenden Düngemittelverordnung sollen auch die Einträge aus der Landwirtschaft in Fließgewässer minimiert werden.

Fischereirecht

Grundsätzlich wird zwischen Seefischereirecht und Binnenfischereirecht unterschieden. Während das Seefischereirecht durch internationale Gesetze und Abkommen bestimmt wird, in Deutschland gilt das Seefischereigesetz, wird das Binnenfischereirecht in Deutschland durch Gesetze und Verordnungen der Bundesländer festgelegt. In Rheinland-Pfalz gilt das Landesfischereigesetz (LFischG) in seiner Fassung vom 9. Dezember 1974. Darin sind in insgesamt 69 Paragraphen neben allgemeinen Vorschriften unter anderem die Fischereiberechtigung, deren Übertragung und Aufhebung, behördliche Zuständigkeiten, die Gestaltung von Pachtverträgen und die Fischerprüfung geregelt.

Die Angelausrüstung

Die Ausrüstung ist individuell auszurichten an der Fischart, auf die geangelt wird. Eine Raubfischangel etwa für Hecht und Zander, eine Spinn-/Fliegenrute für Forelle oder Äsche, die Posen- oder Grundrute für Friedfische wie Karpfen und die leichte Posenangel für andere Cypriniden wie Rotauge, Rotfeder, Schleie oder Brassen. Die Beschaffung der ersten Ausrüstung für einen Angler sollte Interessierte in einem Fachgeschäft vornehmen. Dort ist eine fachgerechte und individuelle Beratung wichtig.

Das richtige Zubehör

Zu einer Anglerausrüstung gehört noch einiges an Zubehör: eine Pose, mit der man die Position des Köders und den Biss eines Fisches besser ausmachen kann; ein Kescher, um den Fisch aus dem Wasser zu holen; ein Schlagholz, um den Fisch zu betäuben;  ein Maßband, um den Fisch nach dem Fang zu messen; ein scharfes Messer, um den Fisch zu töten;  Futter, um die Fische anzulocken; einen Rutenhalter, in dem die Angel befestigt wird, damit man sie nicht die ganze Zeit in der Hand halten muss.

Fischerprüfung

Bevor ein Angler seinen ersten Fischereischein bekommt, muss er eine Fischerprüfung bestanden haben (§ 36 Abs. 1 LFischG). Dabei muss er ausreichende Kenntnisse über die Arten der Fische, die Hege und Pflege der Fischgewässer, die Fanggeräte und deren Gebrauch, die Behandlung gefangener Fische und die fischereirechtlichen und tierschutzrechtlichen Vorschriften nachweisen.

Dachorganisation für Angler

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV) besteht aus 27 Landes- und Spezialverbänden mit circa 9000 Vereinen, in denen insgesamt rund 500 000 Mitglieder organisiert sind. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin.

Zusätzlicher Fischbesatz

Fischbesatz, insbesondere in offenen Fließgewässern, ist nur auf der Grundlage der Kenntnis der tatsächlichen Bestände möglich. Dazu gehört eine Bestandsaufnahme durch Elektrofischen oder eine genaue Führung von Fanglisten über mehrere Jahre. Soweit erforderlich, wird der Fisch­bestand durch Einsetzen geeigneter Fischarten erhalten. Dabei hat sich der Besatz, der jährlich vorgenommen werden kann, nach der Größe, Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des Gewässers zu richten. Der Besatz von Bachforellen, Äschen und ähnlichen Fischen muss aus einheimischen, nach Möglichkeit dem Bereich des zu besetzenden Gewässers entstammenden Nachzucht erfolgen, etwa aus dem Einzugsgebiet von Mosel und Rhein. Die bei manchen Anglern beliebten Regenbogenforellen sind für den Besatz ungeeignet, da diese gebietsfremd sind. Sie verdrängen auf Dauer die heimische Bachforelle und Äsche. Eine natürliche Reproduktion der Regenbogenforelle in den Bächen der Region ist noch nie registriert worden.

Interessenkonflikte

Klassisch ist der Konflikt zwischen Anglern und Naturschützern. Während die Angler in der ordnungsgemäß ausgeübten Fischerei einen wesentlichen Bestandteil zur Umsetzung der Ziele im Natur- und Umweltschutz sehen, widersprechen Naturschützer genau dieser Aussage. Schützen und Töten sei ein Widerspruch, heißt es dort. Man könne die Natur nicht schützen, indem man ihre Bewohner tötet. Zu Streitigkeiten kommt es auch bei der Ausweisung von Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten. In vielen dieser Gebiete gab es seit jeher eine fischereiliche Nutzung. Auch die ehrenamtliche Hege und Pflege durch die Angler hat zur positiven Entwicklung dieser Gebiete beigetragen. Mit der Ausweisung der FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitate) gehen dann oftmals Betretungs- und Nutzungsverbote für Angler einher. Ein weiterer Streitpunkt entwickelt sich durch die Nutzung von Wasserkraft in Binnengewässern. Kraftwerksbetreiber treten dem mit der Anlage von Fischtreppen zum Fischaufstieg in den Flüssen entgegen.

Fischereigenossenschaften

Das Fischereirecht steht grundsätzlich den Eigentümern von Gewässergrundstücken zu (§ 5 LFischG). Erstreckt sich dieses Recht bei fließenden Gewässern ununterbrochen auf eine Uferlänger von mindestens zwei Kilometer auf beiden Seiten oder hat die Wasserfläche an den Gewässergrundstücken eine Wasserfläche von 0,5 Hektar, spricht man von einem Eigenfischereibezirk. Diese Eigenfischereibezirke werden im Fischereibuch bei der Oberen Fischereibehörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion in Koblenz geführt. Werden diese Werte nicht erreicht, dient eine Fischereigenossenschaft – ein Zusammenschluss von Fischereiberechtigten, die zu einem gemeinschaftlichen Fischereibezirk gehören – dazu, das Fischereirecht ausüben oder durch Pachtvertrag auf einen Dritten übertragen zu können.

Fisch des Jahres

Seit 1984 wird jedes Jahr der „Fisch des Jahres“ gekürt. Anfangs von der Petri Stiftung gekürt, übernahm der Sportfischerverband VDSF 1991 die Ernennung zum „Fisch des Jahres“ und seit 2013 der DAFV als Nachfolger der beiden Anglerverbände VDSF und DAV. Der „Fisch des Jahres“ soll auf schädigende Einflüsse des Menschen auf die Lebensräume der jeweiligen Fische hinweisen. Die Ernennung zum „Fisch des Jahres“ erfolgt in enger Abstimmung mit weiteren Partnern wie dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF). Der Fisch des Jahres 2020 ist die Nase (Chondrostoma nasus).

Wurftechniken

Je nachdem wo und was man angelt, muss man seine Angel auf verschiedene Weisen auswerfen. Der Pendelwurf ist die gewöhnlichste Wurftechnik, die vor allem bei wenig Platz verwendet wird. Die Angel wird eher über dem Wasser gehalten als geworfen, während eine kleine Armbewegung die Distanz erzeugt.

Den Überkopfwurf benutzt man, wenn man den Köder weit auswerfen will und man viel Platz sowohl vor sich als auch hinter sich hat. Dafür nimmt man die Rute auf der Höhe der Rolle zwischen Mittel- und Ringfinger, löst die Bremse, richtet die Rute gerade aus und hebt sie schräg über den Kopf. Wenn man bereit ist, wirft man die Rute mit Schwung nach vorne und lässt Haken und Köder fliegen.

In manchen Situationen braucht man den Unterhangwurf, etwa wenn man an einem Ufer angelt und den Köder nicht mit einem Pendelwurf ins Wasser bekommt, weil ein Busch an der Stelle wächst. Beim Unterhangwurf wird der Köder weit eingezogen und mit Schwung seitlich unter den Busch geworfen.

Rezept Forelle Müllerin Art

Zu den wohl beliebtesten Fischrezepten gehört die Forelle nach Müllerin-Art. Und so gelingt die Zubereitung:

• Zunächst die Forellen sauber ausnehmen und innen und außen trocknen. Dazu eignet sich Küchenkrepp. Dann mit dem Saft einer Zitrone beträufeln, innen und außen salzen. Zum Würzen frische Thymianzweige verwenden.

• Die Fische dann kurz in Mehl wälzen und abklopfen. Je nach Geschmack werden sie in Butter oder Öl gebraten.

• Beim Braten darauf achten, dass die Haut nicht an der Pfanne kleben bleibt. Eine gut beschichtete Pfanne verhindert das.

• Die Forelle bei mittlerer Hitze braten. Nach fünf Minuten die Forelle wenden und noch einmal drei bis vier Minuten von der anderen Seite braten.

Helmut Wissmann (links) hat einen 120 Zentimeter langen Hecht in der Kyll bei Kyllburg gefangen. Den Zollstock hält Jürgen Krisor. Foto: Rudolf Höser
Einer der vielen Angelweiher in der Region: hier in Fließem. Foto: Rudolf Höser

• Die Forelle Müllerin-Art ist fertig und kann auf einem Teller angerichtet und serviert werden.