1. Bitburg

6 x 11 Jahre: KG Uhu Bollendorf feiert Jubiläum.

Unsere Vereine : Mat 6 x 11 Joar greijßt den Uhu jidden Noar

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, wusste schon Udo Jürgens. Also geht es für den Bollendorfer Uhu jetzt erst richtig los: Die Karnevalsgesellschaft wurde nämlich 1954 gegründet – am 3. Januar.

„Man wurde sich weiter darüber einig, dass bereits am 14.2.1954 eine (...) Kappensitzung (...) abgehalten wird“, heißt es im Protokoll der Gründungsversammlung. Und nur eine Woche später wurden als Name „Uhu“ und als Schlachtruf „Hei Loo“ festgelegt. Erster Präsident wurde der Zahnarzt Alois Beyer, erstes Prinzenpaar waren Ede Eberhard und Klothilde Hostert.

Der Namensvorschlag geht zurück auf den ersten Kassierer Otto Triesch. „Weil es ein Nachtvogel ist – und wir Karnevalisten sind ja auch oft als Nachtvögel unterwegs“, erläutert Ehrenpräsident Reiner Schmitt. Der 74-Jährige ist „erst“ seit 55 Jahren Uhu-Mitglied, denn bevor er sich dem Karneval verschrieb, sollte er zunächst seine Schriftsetzerlehre abschließen; so wollte es sein Vater.

Der Nachtvogel ziert auch das Vereinswappen, das vom Wappen der Ortsgemeinde abgeleitet ist: Der halbe Adler, Symbol der Reichsabtei Echternach, wurde ersetzt durch einen halben Uhu.

Drei Mal in der Vereinsgeschichte gab es – aus unterschiedlichen Gründen – kein Prinzenpaar: 1960 verzichtete der Uhu auf die Organisation der Session, 2010 amtierte Robert Fetz als Jux-Prinzessin Roberta I., 2016 schließlich wurde zur Bollendorfer 1300-Jahr-Feier ein „Historisches Quartett“ aus Mitgliedern des Elferrats gebildet.

In der aktuellen Session schwingen Lukas Schmitz und Laura Jubelius das närrische Zepter. Beim vorigen Jubiläum – dem 55. – waren beide noch als Kinderprinzenpaar aktiv. Dies sind aktuell Luca Valerius und Emily Schramer. Vielleicht sieht man ja auch diese beiden in ein paar Jahren als „großes“ Prinzenpaar wieder. Für Uhu-Nachwuchs ist jedenfalls gesorgt: Mit Minigarde, Kinder-Elferrat und Junioren-Showtanzgruppe muss sich der Verein um die Zukunft keine Sorgen machen.

Wenn es nun wieder heißt – wie in einem Lied von 1967, verfasst von Jean Flammang, dem damaligen Dirigenten des Bollendorfer Musikvereins: „Heut feiern wir Bollendorfer Fôsicht, des Jahres tollste, tollste Zeit“, dann sind auch Gäste aus der baskischen Partnergemeinde Ascain mit dabei, um gemeinsam das Jubiläum zu begehen. Höhepunkt ist der Umzug entlang der Sauer, traditionell am Fastnachtsdienstag.

Heute steht der Verein – wie bei seiner Gründung – wieder unter ärztlicher Leitung. Der Allgemeinmediziner Jens Germeshausen gibt als Präsident den Rat: „Jeden Tag eine kleine Ration Lachen ist gut für die Gesundheit.“ Er warnt aber: „Eine Überdosis kann zu Bauchweh mit Atemnot führen.“

Infos: www.kguhubollendorf.de