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Unsere Vereine: Mehr als ein halbes Jahrhundert Akkordeonmusik

Unsere Vereine : Mehr als ein halbes Jahrhundert Akkordeonmusik

Dass Günter Jammermann die Musik liebt, braucht er nicht explizit zu sagen. Das spürt man, wenn man mit ihm spricht. Freundlich und mit hellwachen Augen erzählt er von seinen musikalischen Anfängen, bei denen seine Mutter ihn förderte.

Nach zwei Jahren Akkordeonunterricht unterrichtete er schon eigene Schüler. Neben Akkordeon spielt der Pensionär Saxofon und Kirchenorgel.

Als das Akkordeonorchester im Oktober 1968 von Karl Meyer gegründet wurde, war Jammermann mit dabei. Schon in den ersten Jahren des Bestehens sorgten die Musiker für Aufsehen. 1971 errangen sie den ersten Preis beim Kreismusikwettbewerb. Angefangen hatten sie mit sieben Spielern, drei Jahre später waren es schon 16 junge Musiker. Aktuell hat das Orchester zehn Aktive und im Jahr zwischen fünf und acht Auftritte. Ein eigenes Konzert  findet jedes Jahr im Herbst statt, das Folkloretreffen ist ein fester Termin, ebenso das Gäßestrepperfest. Wenn ein Konzert vorbei ist, plant Jammermann oft schon das Programm für das nächste.

Einmal im Jahr machen die Musiker einen Vereinsausflug in die Region – beispielsweise Wanderungen um die Dauner Maare oder eine Kräuterwanderung.

Seine Mitmusiker im Akkordeon­orchester, beschreiben ihren Chef als herzlich, harmonisch und mit guten Nerven. Einer der Akkordeonisten erklärt: „Er ist zielstrebig, manchmal kann er sich sogar festbeißen. Die musikalische Qualität ist ihm immer wichtig – und dass es allen Spaß macht.“

Die Auswahl der Stücke besprechen alle zusammen. Das Repertoire umfasst derzeit 600 Musikstücke von Mozart bis Abba – aus Klassik, Oper, Musical, Swing, Volks- und Popmusik.

Jammermann begleitet auch die Volkstanzgruppe seit vielen Jahren mit dem Akkordeon. Zudem ist das Akkordeon-Orchester dem Bitburger Brauereichor freundschaftlich verbunden. Einige Konzerte haben sie schon gemeinsam gegeben. Außer dem Bitburger Orchester gibt es im Eifelkreis die Akkordeonorchester Idesheim-Ittel-Hofweiler und Menningen-Minden.

Um Nachwuchs zu gewinnen, inseriert das Orchester einmal monatlich im Amtsblatt – bisher ohne großen Erfolg. Daher hat man sich jetzt mit einem Anfängerkurs gezielt an die über 50-jährigen gewandt – und gleich sechs Personen gefunden, die das Instrument erlernen wollen.

Im vergangenen Jahr ist Günter Jammermann von Bürgermeister Joachim Kandels mit einer Dank­urkunde geehrt worden. Darauf heißt es: „Mit seinem langjährigen, ehrenamtlichen Engagement und seinem unermüdlichen und selbstlosen Einsatz für die Allgemeinheit ist er ein Vorbild für die Bevölkerung der Stadt Bitburg.“

An Ideen wird es ihm in Zukunft auch nicht fehlen. Als Straßenmusiker würde er gerne auftreten und den Erlös für einen guten Zweck spenden. In Prüm war das Akkordeonorchester schon einmal im Rahmen des Prümer Sommers beim Straßenmusikantentag. Das hat ihm sehr gut gefallen. „Bei der Straßenmusik ist man sehr nah an den Leuten, und mit dem Akkordeon ist man flexibel“, sagt er lächelnd und startet die Probe.

Drei Fragen an Günter Jammermann

Was ist das Faszinierende am Akkordeon?

Es ist ein sehr vielseitiges Instrument. Man kann es alleine spielen, und überall, zum Beispiel am Strand. Es ist einfach zu transportieren. Man kann es aber auch im Orchester spielen oder andere begleiten. Dazu kann man jede Art der Musik damit machen, von der Klassik bis hin zum Swing. In der Kirche, dem Konzertsaal, es ist immer passend.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, wenn man Akkordeon spielen will?

Man braucht keine besonderen Voraussetzungen. Es ist keine Hexerei, Akkordeon zu lernen. Man begleitet sich selbst, und spielt die Bässe oben drüber.

Was ist Ihr Lieblingsstück?

Das wechselt immer mal wieder. Aber Tango aller Art mag ich sehr gerne. Wenn wir mit einem Konzert mit dem Orchester fertig sind, habe ich schon das Programm für das nächste im Kopf.