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Bitburg/Daun/Gerolstein/Prüm
Millionen für marode Straßen

Die teuersten Baustellen, die der LBM plant, liegen auf der B 257 zwischen Bitburg und Echternach und auf der B 51.
Die teuersten Baustellen, die der LBM plant, liegen auf der B 257 zwischen Bitburg und Echternach und auf der B 51. FOTO: Friedemann Vetter
Bitburg/Daun/Gerolstein/Prüm. Ungefähr 60 bis 70 Verkehrsbaustellen gibt es jedes Jahr im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Vulkaneifelkreis. Doch wie wird darüber entschieden, welche Routen ausgebaut werden? Und wo haben Autofahrer mit Sperrungen zu rechnen?

Frost und Tauwetter haben an einigen Stellen in der Eifel die Fahrbahndecke gesprengt. Auf der B 51 in Höhe des Bitburger Königswäldchen  haben sich kleine Risse in wenigen Tagen zu Schlaglöchern ausgeweitet. Kein Wunder, denn 4000 Lastwagen brettern jeden Tag über die Verkehrsader, die bis über die Landesgrenze hinweg reicht. 

„So ein Schlagloch muss sofort ausgebessert werden“, sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein, der für die 2400 Kilometer Strecke in der Region zuständig ist. Bereits kurz nach dem Auftreten eines Schadens wird ein Trupp ausgesandt, der die Löcher stopft. Denn wenn das Problem auf einer stark befahrenen Straße wie der B 51 nicht direkt beseitigt wird, verschlimmert sich der Zustand schnell. „Manche Autofahrer wundern sich, warum eine Strecke erneuert wird und eine andere nicht“, sagt Enders. Der LBM hat dafür klare Bewertungskriterien.

Ob eine Straße viele Schlaglöcher hat oder die Autos sanft über den Asphalt gleiten können, wird alle fünf Jahre erfasst. Bei der Beurteilung spielt unter anderem die Griffigkeit der Fahrbahn sowie der Anteil von Rissen und Schäden eine Rolle. Jede dritte Straße im Vulkaneifelkreis und im Kreis-Bitburg Prüm ist rot gekennzeichnet. Das heißt, dass sie dringend ausgebaut werden sollte. Dennoch: „Die Tendenz der vergangenen Jahre ist  leicht positiv“, sagt Enders.

Der Zustand verbessert sich natürlich nur, wenn investiert wird. 35 Millionen Euro stehen der Straßenbau- und Verkehrsbehörde allein in diesem Jahr zur Verfügung. Doch das Geld kann der LBM nicht so verplanen wie er will. Denn der Neubau und die Erneuerung von Landes-, Kreis- und Bundesstraßen werden aus verschiedenen Töpfen finanziert. Bis eine baufällige Landstraße saniert wird, vergeht oft mehr Zeit. „Für einen Kilometer Bundesstraße stehen uns sechsmal mehr Mittel zur Verfügung als für andere Routen“, erklärt Endres.  „Diese werden aber auch wesentlich stärker beansprucht.“

Der LBM hat zwar mehrere Millionen, die er für seine Projekte aufwenden kann, muss aber dennoch abwägen, wo der Bedarf am größten ist. „Wir machen eine Dringlichkeitsbewertung.“ Wenn zum Beispiel die Unfallgefahr auf einer Strecke hoch ist, rutscht sie auf der Punkteliste des LBM nach vorne.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Vulkaneifelkreis gebe es jedes Jahr circa 70 Baustellen. „Nicht schon wieder“, stöhnen viele Autofahrer, wenn auf ihrer Strecke Bagger und Presslufthammer anrücken. „Neun von zehn Straßen können nur unter Vollsperrung ausgebaut oder erneuert werden“, sagt Endres. Das liege daran, dass es in der Eifel viele schmale Straßen gebe. Erst ab einer Fahrbahnbreite von 7,1 Metern sei es möglich, eine Baustelle neben dem fließenden Verkehr einzurichten. Wo in diesem Jahr gebaut wird, steht auf Seite 3.