Unsere Vereine: ... und ein dreifaches „Bebuarch – Alt Jo!“

Unsere Vereine : ... und ein dreifaches „Bebuarch – Alt Jo!“

Die Momente, in denen mal keines der Telefone im Haus von Familie Schröder klingelt, sind in diesen Tagen äußerst rar. „In der heißen Phase haben wir von morgens acht bis abends elf ständig jemanden am Telefon“, sagt Matthias Schröder lachend.

Und wie auf Kommando klingelt es schon wieder. „Gehst du mal ran?“, ruft Schröder seiner Frau zu.

„Viele Leute denken bei den Freunden der Bütt nur an die Kappensitzung“, erklärt der 61-Jährige. „Dabei machen wir noch viel mehr“, fügt er hinzu und fängt dann an, aufzuzählen: Mit der Prinzenproklamation am 10. November fing es an, am 23. Februar ist die Kappensitzung, am Tag darauf die Kinderkappensitzung, eine Woche später schließlich der Umzug. Und das sind nur die Veranstaltungen, die die Freunde der Bütt organisieren. Hinzu kommen dann noch die Fahrten zu den Veranstaltungen und Umzügen anderer Vereine. „Wir hatten schon im Jahr bis zu 60 Termine“, sagt Schröder. „Ist zwar anstrengend, macht aber sehr viel Spaß.“

Er selbst ist seit elf Jahren dabei und seit sieben Jahren Vorsitzender der Freunde der Bütt. „Eine Person kann den Verein zwar führen, funktionieren kann es aber nur, wenn der ganze Vorstand dahinter steht“, betont Schröder. Er ist deshalb sehr froh, dass ihn die 14 Leute aus dem Vorstand alle kräftig unterstützen. „Wir sind wirklich ein tolles Team“, schwärmt er.

Besonders freut sich der Vorsitzende auch darüber, dass der Verein in diesem Jahr endlich wieder von einem großen Prinzenpaar geführt wird. Nach zwei Jahren ohne Regentschaft haben Prinzessin Julia I. und Prinz Wolfgang I. im November das Zepter übernommen. Vom Fachkräftemangel in der närrischen Führungsebene bleiben auch die Freunde der Bütt nicht verschont. Weshalb es vor vier Jahren statt eines Prinzenpaars ein Dreigestirn gab, dessen Prinzessin im Vergleich zu den Vorgängerinnen und Nachfolgerinnen irgendwie aus der Art geschlagen war. Wobei es auch keine Prinzessin war, sondern eine Jungfrau.

Eine Jungfrau namens Norbertine, die durchaus Ähnlichkeiten mit einem gewissen Norbert Hoffmann aufwies. Und dieser Hoffmann wiederum gehört mit weiteren Bitburgern wie Karli Bosse, Hans Binsfeld und Gerd Reuter zu den Gründungsvätern der Büttenfreunde. Wie bei dieser Konstellation nicht anders zu erwarten, kam die Idee zur Gründung eines Karnevalvereins am Stammtisch. Das war 1982. Ein Jahr zuvor hatte sich die Karnevalsgemeinschaft Musikverein-Feuerwehr aufgelöst. Dass jetzt mit dem organisierten närrischen Treiben Schluss sein sollte, damit wollte sich die Stammtischtruppe nicht abfinden. Und so wurde 1982 in der Bitburger Gaststätte Hotel Eifelbräu die erste Kappensitzung der Freunde der Bütt veranstaltet. Ein Jahr später sind sie dann ins Haus der Jugend gezogen.

Der Veranstaltungsort ist noch immer der gleiche, ansonsten aber hat sich viel verändert: das Publikum, die Erwartungen an das Programm und nicht zuletzt die Bereitschaft, im Verein mitzuwirken. „Wir haben in den letzten Jahren einige junge Leute dazubekommen, aber insgesamt wird es schon schwieriger, junge Menschen zu begeistern“, sagt Schröder. Gleiches gelte auch für die Suche nach einem Prinzenpaar.

„Es kursieren leider immer Gerüchte, dass man als Prinzenpaar sehr viel Geld mitbringen muss“, erklärt der Vorsitzende. „Da werden Zahlen ab 10 000 Euro aufwärts bis 50 000 Euro genannt, was natürlich absoluter Quatsch ist“, so Schröder. Natürlich sei die Regentschaft auch mit einem finanziellen Aufwand verbunden, räumt er ein. Das aber in einer überschaubaren Größenordnung. Als eigentlich unbezahlbare Gegenleistung gebe es ein unvergessliches Erlebnis.

Dieses Jahr ist Fastnacht sehr spät und die Session dementsprechend lang. Das ist nicht nur gut für diejenigen, die gerne feiern, sondern auch für die Organisatoren und Teilnehmer der Veranstaltungen. „Dadurch wird das ganze etwas entzerrt“, sagt Schröder. Doch ganz egal wie man es dreht und wendet. So, wie am 11. 11. alles beginnt, ist am Aschermittwoch auch alles vorbei. Und dann? „Auf der einen Seite ist man natürlich froh, dass man endlich mal durchatmen kann, aber auf der anderen Seite fehlt einem dann natürlich was“, sagt der 61-Jährige. „Wir hatten in den letzten Jahren viele Prinzenpaare, die dann Tränen in den Augen hatten“, fügt er hinzu.

Die Trauer ist jedoch nur von kurzer Dauer. Denn wenn die eine Session endet, wird die nächste bereits vorbereitet. „Nach dem Karneval ist vor dem Karneval“, sagt der Vorsitzende, „und ich habe auch schon Ideen für die nächste Session.“

Verraten werden die jetzt natürlich noch nicht. Schließlich startet jetzt erst einmal die Hochphase der diesjährigen Fastnacht. Ein dreifaches „Bebuarch – Alt Jo!“ wird in den kommenden Tagen des Öfteren zu hören sein. Und das nicht nur in Bitburg, sondern auch bei Veranstaltungen in Biers­dorf, Alsdorf, Niederweis, Bollendorf, Ralingen und sonstigen Orten. Wer weiß, wohin es die Freunde der Bütt bis zum Aschermittwoch noch so alles verschlagen wird.