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Wirtschaft
Wirtschaftsaufschwung hilft Städten und Gemeinden

Bitburg/Prüm. Die Einnahmen der Kommunen in der Region sind gewachsen. Eine Analyse zeigt aber auch große Unterschiede.

Die deutsche Wirtschaft wächst seit Jahren. In der Region ist der Arbeitsmarkt leer gefegt, auch wegen der Nachbarschaft zu Luxemburg, wo immer noch eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften herrscht. Während sich das Grenzgängertum vor allem positiv auf die Nachfrage in der Region auswirkt, spürt der Steuersäckel diesen positiven Impuls nur indirekt. Dennoch hat sich die Finanzsituation der Kommunen in der Region Trier in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Wo einst nur rote Zahlen standen, gibt es inzwischen auch sehr vielen Städten und Gemeinden zumindest eine „schwarze Null“, mancherorts auch beachtliche Überschüsse.

Stellt man Ausgaben und Einnahmen der Landkreise mit all ihren Städten und Gemeinden einander gegenüber, so zeigt es sich, dass inzwischen in allen Landkreisen der Region die Einnahmen der Kommunen ihre Ausgaben übersteigen. Der Überschuss reichte nach Zahlen des Statischen Landesamts von 20 Euro Überschuss pro Einwohner im Eifelkreis Bitburg-Prüm über 36 Euro im Landkreis Trier-Saarburg bis zu 108 Euro im Kreis Bernkastel-Wittlich und saftigen 232 Euro Überschuss je Einwohner im Landkreis Vulkaneifel. Dieser ist damit im Jahr 2016 – die Auswertung für 2017 liegt noch nicht vor – Spitzenreiter unter den 24 in Rheinland-Pfalz. Einzig in der kreisfreien Stadt Trier war das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2016 negativ. Pro Einwohner fehlten im Oberzentrum 288 Euro.

Betrachtet man die Steuereinnahmen der Kommunen in der Region, so zeigt sich, dass hier der Kreis Bernkastel-Wittlich am stärksten ist. Pro Einwohner verzeichneten die Kommunen dort 2016 Einnahmen in Höhe von 933 Euro. Damit liegt der Kreis auf Rang fünf unter allen Kreisen im Land und schneidet sogar besser ab als die kreisfreie Stadt Trier. Un das, obwohl städtische Zentren aufgrund der dort im Vergleich zum flachen Land konzentrierten Wirtschaftskraft bei den Einnahmen in der Regel besser liegen als Landkreise – dem stehen aber in den Oberzentren meist auch höhere Ausgaben gegenüber aufgrund dort angesiedelter Einrichtungen wie beispielsweise Theater und Museen. Trier ist allerdings mit einer Steuereinnahmekraft von 911 Euro je Einwohner auch unter den kreisfreien Städten im Land eine der ärmeren, nur Frankenthal liegt mit 823 Euro dahinter. Spitzenreiter unter den großen Städten ist Ludwigshafen, wo unter anderem BASF für üppige Einnahmen von 1718 Euro je Einwohner sorgt.

Von solchen Werten sind alle Landkreise im Land – außer dem immens wirtschaftsstarken Kreis Mainz-Bingen, wo die Kommunen Steuern von 1862 Euro pro Einwohner einnehmen – weit entfernt. Im Kreis Vulkaneifel fließen pro Einwohner 837 Euro in die kommunalen Kassen, im Eifelkreis sind es 793 Euro. Der Landkreis Trier-Saarburg liegt mit 620 Euro pro Einwohner ganz am Ende des Feldes – nicht nur in der Region, sondern in ganz Rheinland-Pfalz. Die Unterschiede bei der finanzstärke der Kommunen ist zu einem großen Teil auf Unterschiede bei der Wirtschaftskraft und damit bei der Gewerbesteuer zurückzuführen. So nahmen die Kommunen im Landes-Spitzenreiter-Kreis Mainz-Bingen 2016 allein an dieser Steuer 1028 Euro pro Einwohner ein. Im Kreis Bernkastel-Wittlich waren es 409 Euro, im Eifelkreis 357 Euro, im Landkreis Vulkaneifel 348 Euro je Einwohner. Im Kreis Trier-Saarburg verbuchten die Kommunen nur 175 Euro Gewerbesteuer je Einwohner.

Blickt man auf die einzelnen Dörfer und Städte so zeigt sich in den Kreisen, dass es auch hier große Unterschiede, aber auch richtig reiche Orte gibt. Auf Seite 2 zeigen wir die Top-Ten der reichsten Gemeinden in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel und im Eifelkreis Bitburg-Prüm.