1. Die Woch

Unsere Vereine: Bücher, Kulturdenkmäler und Geselligkeit (Fotos)

Unsere Vereine : Bücher, Kulturdenkmäler und Geselligkeit (Fotos)

Der Verein Ehranger Heimat setzt sich für den Erhalt von Kultur, Brauchtum, Bau- und Bodendenkmälern ein und ist Herausgeber der Schriftenreihe „Ehranger Heimat“

Alteingesessene Ehranger haben die 1969 vollzogene Eingemeindung ihres Ortes in die Stadt Trier nie richtig überwunden. Aus der einst eigenständigen Gemeinde wurde ein Stadtteil wie viele andere. Um so wichtiger erscheint die Arbeit des Vereins Ehranger Heimat. Der hält die Geschichte Ehrangs in Wort und Schrift in Erinnerung, kümmert sich um  Baudenkmäler und sorgt für neue bauliche und schriftliche Ausrufezeichen im Straßenbild. Auch der Zusammenhalt im Ort soll gestärkt werden,  etwa durch Heimatabende. Vorsitzender Horst Orth nennt das die drei Standbeine: Schrifttum, Denkmalpflege, Veranstaltungen.

Der aktuelle Vorstand von links: Günter Merzkirch (Schriftleiter), Heinz Hellenbrand (stellvertretender Geschäftsführer), Christel Neu (Geschäftsführerin), Jürgen Haubrich (stellvertretender Schriftleiter), Horst Orth (Vorsitzender) und sein Stellvetreter Herbert Plunien. Foto: Verein Ehranger Heimat

Im Vergleich mit vielen anderen Vereinen ist die „Heimat“ noch recht jung: Im Januar 1996 trafen sich in der ehemaligen Bahnhofsgaststätte 19 Ehrangerinnen und Ehranger zur Gründungsversammlung. 24 Jahre später hat der Verein 125 Mitglieder und in Ehrang-Quint deutliche Spuren hinterlassen. Dass die Ehranger Heimat auch bei Nichtmitgliedern Anlaufstelle ist, zeigt sich in  ihrem Vereinsraum im Bürgerhaus. Dort ist es inzwischen eng geworden durch Massen von alten Schriften, gerahmten historischen Fotos und auch ungewöhnlichen Objekten, die Ehranger in ihren Kellern oder auf ihren Speichern  gefunden  und sie dem Verein überlassen haben. Großformatige Schwarzweißfotos von Moselhochwassern, Erinnerungen an die große Eisenbahnära, Kartons voller alte Bücher und Broschüren, Fahnen untergegangener Vereine und ausgefallene Objekte wie zwei große Pfeifen von der alten Orgel in St. Peter.

Ein Teil der dort eingelagerten Literatur ist allerdings jüngeren Datums und bereitet Vorsitzendem Orth und Schriftleiter Günther Merzkirch etwas Kopfzerbrechen: Es sind nicht verkaufte, noch druckfrische jüngere Ausgaben des Ehranger Jahrbuchs. Dazu ein Blick zurück: 1929 erschien unter „Ehranger Heimat“ ein erstes Vierteljahresheft, das zunächst von den Schulleitern herausgegeben wurde. Ab 1974 erschien die „Ehranger Heimat“ auf Initiative von Werner Schuhn als Jahrbuch im Zwei- bis Dreijahresabstand. Seit der Gründung 1996 hat der Verein acht Jahrbücher, sieben Sonderbände, den Bildband „Ehrang – ein Dorf im Wandel“ sowie das „Ehriker Mundart-Wörterbuch“ herausgebracht.

Merzkirch: „Die erste Jahrbuchauflage des Vereins 1996 von 1000 Exemplaren war schnell vergriffen. So ging es auch mit den weiteren Ausgaben.  Die höchste Ausgabenstärke erreichte das Jahrbuch 1998 mit 1300 Exemplaren.“ Danach sei die Nachfrage abgeflaut, heute beschränke man sich auf 600 Exemplare. Warum das so ist, sagt Vorsitzender Orth: „Die alteingesessenen Ehranger, die sich dafür interessieren, sind heute in der Minderzahl. Die zugewanderten Einwohner  identifizieren sich weniger mit Ehrang.“

Neben dem Schrifttum sieht der Verein seine weitere Aufgabe im Erhalt von Kultur-, Bau- und Bodendenkmälern sowie in der Ortsverschönerung. 2018 wurde das Blankenheimer Kreuz am Ramsteiner Weg restauriert, das steinerne Servais-Wappen des ehemaligen „Schlösschens“ steht wieder in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Schlossstandortes, die Gräber auf dem alten Pastorenfriedhof an der Oberstraße sind gereinigt und restauriert worden, der Waldfriedhof hat gerade eine neue, in Brockscheid gegossene Glocke erhalten, die Ehranger Straßenschilder mit Namen von Persönlichkeiten erhielten erklärende Hinweistafeln zum Namensgeber, hinzu kommen Gedenktafeln  von bekannten Ehranger Bürgern.

Das jüngste Projekt gilt der neuen Kyllbrücke. Dort soll eine  Figur von Ortspatron Petrus errichtet werden. Die Idee stammte noch von zwei inzwischen verstorbenen Ehranger Persönlichkeiten: Pater Siggi Pawlicki (1952-2018) und dem ehemaligen Ortsvorsteher Thiébaut Puel (1946-2018). Den Auftrag hat der  Ehranger Steinmetzmeister Henning Wirtz. Ein Entwurf wird derzeit bearbeitet. Nach Angaben von Vorsitzendem Orth trägt der Verein einen Teil der Kosten, hinzu kommen Spenden und eine Förderung aus dem Ortsbeiratsbudget sowie durch die Kulturstiftung der Sparkasse Trier.

Zum Leben in Ehrang trägt der Verein auch mit seinen Veranstaltungen bei. Dazu zählt in Zusammenarbeit mit der Pfarrei die traditionelle Marienandacht an der alten „Bildches Eiche“, einem Naturdenkmal, das eine Marienfigur trägt. Auf Initiative von Vorstandsmitglied Jürgen Hauprich wurde 2018 zum Heimatabend ins Bürgerhaus geladen. Der Saal war voll besetzt, geboten wurden Mundartvorträge und musikalische Einlagen, wobei auch der MGV 1880 Rheinland Ehrang mitwirkte.  Der Erfolg gab dem Verein recht, sodass am 16. Mai im Rahmen des Tages der Städtebauförderung eine Neuauflage im Bürgerhaus geplant ist, auch unter Mitwirkung des MGV 1880 Rheinland. Vorsitzender Orth: „Es gibt Mundartbeiträge von Leuten, die sich trauen, und auch Musik.“ Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Einsegnung des restaurierten Blankenheimer Kreuzes am Ramsteiner Weg. Foto: Verein Ehranger Heimat
Erster Heimatabend 2018. Foto: Verein Ehranger Heimat
Das steinerne Servais-Emblem mit Erklärungstafel. Foto: Verein
Erinnerungsplakette mit den Namen der 19 Gründerinnen und Gründern. Foto: Friedhelm Knopp
Logo Unsere Vereine Foto: TV/Schramm, Johannes
Eine Sammlung historischer Fotos zeigt Ereignisse in Ehrang. Foto: Friedhelm Knopp