1. Die Woch

Unsere Vereine : Das Bürgerfernsehen aus Bitburg

Unsere Vereine : Das Bürgerfernsehen aus Bitburg

(red) Den Anstoß zur Gründung des OK in Bitburg hat der heutige Vorsitzende Erich Weiler gegeben. „Ich habe morgens im Radio die Meldung „In Wittlich wurde das Bürgerfernsehen „Offener Kanal“ gegründet, gehört.

Damit wusste ich zunächst wenig anzufangen, es ließ mir aber keine Ruhe“, erinnert sich Erich Weiler. Kurzum, er kümmerte sich um das Thema, nahm Gespräche mit dem damaligen Stadtbürgermeister Horst Büttner auf und auch der Unternehmer und Vorsitzende des Bitburger Gewerbevereins, Klaus Becker, kam ins Spiel. Dessen Abteilung Kommunikation war von der Idee begeistert. „Klaus Becker hat dann alles in die Wege geleitet, damit der Verein gegründet werden konnte. Die Gründungssitzung fand am Freitag, 28. Mai 1993 in „Pitter´s Pub“ in Bitburg statt. Acht engagierte Bitburger Männer hoben so den Verein „Gäßestrepper TV – Offener Kanal Bitburg e. V.“ aus der Taufe. Zum Vorsitzenden wählten sie Klaus Becker.

„In Echtershausen gab es seinerzeit den kleinsten OK in Rheinland-Pfalz. Dort haben wir uns erste Informationen besorgt, wie denn das ganze so ablaufen kann“, erzählt Weiler. Begeistert von der Sache an sich und von den Fördermöglichkeiten, die da in Aussicht standen, kam schnell viel Schwung in den OK Bitburg.

Die ersten Aktivitäten des OK gab es unter Federführung von Hans Lenz im Haus der Jugend. Im Oktober 1996 konnte der OK in Räumlichkeiten in einem Gebäude neben der Post in der Saarstraße einziehen, wo erstmals ein Studio und Schnittplätze zur Verfügung gestellt werden konnten.

Vom ersten Domizil in der Saarstraße zog der OK Bitburg im Jahr 2000 ins Dachgeschoss der Volksbank am Beda-Platz. Rudolf Rinnen hatte hier vermittelt. „Das war eine durchaus gute Lage für uns. Die Nähe zum Haus Beda und zum Bedaplatz hatten Vorteile. Wir konnten vom Studio aus mit Kabel bis ins Haus Beda Leitungen verlegen und von dort sogar live berichten“, berichtet Günther Ewertz, Ehrenvorsitzender des OK.

Brandschutzauflagen beendeten diese fruchtbare Zeit. Es fehlte ein zweiter Fluchtweg. Erneut musste sich der OK auf die Suche nach einer Bleibe machen. Die wurde in der Villa Limburg in der Denkmalstraße gefunden. Nach langem Leerstand und umfangreichen Ausbauarbeiten stehen dort heute komfortable Räumlichkeiten zur Verfügung, die auf rund 200 Quadratmetern genügend Platz für Studio, Schnittplätze, Technikräume, Besprechungszimmer und Lagermöglichkeiten bieten. „Das war nur möglich, weil wir eine großartige Unterstützung seitens der Bitburger Geschäftsleute erfahren haben. Dafür sind wir noch heute dankbar“, so Ewertz.

Corona bremst lokale Berichterstattung aus

„Unsere Hauptaufgabe ist die lokale Berichterstattung“, erklärt Reinhard Weides, der meist in der Regie sitzt und dort alles Notwendige koordiniert.. „Nun finden aktuell wegen der Corona-Pandemie keine Veranstaltungen statt. Damit fehlen uns vielfach die Anlässe, über die wir sonst gerne berichtet haben.“ Dieser Umstand zwingt die Verantwortlichen zu Überlegungen, wie in dieser Situation die Arbeit vernünftig weitergehen kann. „Um etwa an die Arbeit der Vereine zu erinnern, wiederholen wir Beiträge über die Bitburger Vereine oder auch Veranstaltungen“, sagt Günther Ewertz. Aber auch neue Ideen befinden sich in der Planung.

„Dabei denken wir an Live-Übertragungen aus dem Kreistag und dem Stadtrat“, kündigt Erich Weiler an. Da befindet sich der OK in der Vorbereitung. „Wir müssen uns da schrittweise ran tasten, um diesem Anspruch gerecht zu werden“, sagt er und spricht damit den enormen technischen und logistischen Aufwand an, der damit verbunden ist. Auch sollen weitere Portraits über Bitburger Vereine erstellt werden. Die Filmreihe „Bitburg früher – Bitburg heute“ wird fortgesetzt, eine Serie über Baudenkmäler ist in Arbeit.

Die Vorsitzenden des OK Bitburg

Der 1993 gegründete OK Bitburg wurde bis 1997 vom Vorsitzenden Klaus Becker geleitet. Von 1997 bis August 2020 war Günther Ewertz in der Verantwortung. Mit der Wahl von Erich ­Weiler wurde Ewertz zum ­Ehrenvorsitzenden ernannt. Heute hat der Verein 35 Mitglieder.

Drei Fragen an den Ehrenvorsitzenden Günther Ewertz

Mit welcher Motivation haben sie sich so lange beim OK Bitburg engagiert?

Ein Bekannter und ich haben jeweils videografiert. Am Ende hätten wir gerne unsere Filme zusammengebracht. Das war technisch schwierig. Dann gab es den OK, der komfortable Technik zur Verfügung stellte, die wir nutzen konnten. Das war der Anfang, der mich begeisterte. Ich bin mit Herzblut dabeigeblieben und schließlich 23 Jahre Vorsitzender gewesen.

Was war für sie das herausragenste Ereignis in dieser Zeit?

Der Besuch der Ministerpräsidentin Dreyer, die sich überraschend ankündigte und mit der ich ein Interview führen konnte.

Was war die schwierigste Situation?

Für mich persönlich der Umstand, als unser Kollege Hans Lenz seine Mitarbeit eingestellte. Er war eine tragende Säule unserer Arbeit.

Offener Kanal - Was ist das?

Der OK Bitburg gehört zu den 18 Offenen Kanälen in Rheinland-Pfalz. Er wird wie alle anderen auch von einem ehrenamtlichen Trägerverein organisiert.

Die Arbeit des OK fußt auf zwei Säulen: Der lokalen Berichterstattung und der Bildung in Form der Förderung der Medienkompetenz. Damit ist der OK Teil der lokalen und regionalen Berichterstattung. Betrachtet werden Themen aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Sport. Mit der ­Berichterstattung belebt der OK die lokale und regionale Kommuni­kation zu aktuellen Fragen.

Der OK bietet interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, das Medium Fernsehen in eigener Verantwortung durch selbst produzierte Sendebeiträge zu nutzen. Seit dem 1. März 2007 strahlt der OK Bitburg diese Sendebeiträge in einem Sendefenster des OK54 Trier aus. Damit werden rund 80 000 Haushalte erreicht. Zur Produktion von Sendebeiträgen stellt der OK in Bitburg ein Fernseh-Studio, Aufnahmegeräte, Schnittplätze, technische Einweisungen und Beratungen kostenfrei zur Verfügung. „Wir arbeiten eng mit der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinlandland-Pfalz in Ludwigshafen zusammen. So können wir eine optimale fachliche Betreuung in technischer und inhaltlicher Hinsicht sicherstellen“, sagt Erich Weiler.

Die Förderung der Medienkompetenz ist das zweite Standbein. So werden medienpädagogische Projekte in Kooperation mit Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung angeboten.

Sendetermine und Empfang

Die Sendetermine des OK Bitburg sind am Donnerstag von 19.30 bis 21 Uhr, samstags von 13 bis 14 Uhr, sonntags von 3 bis 4.30 Uhr und dienstags von 10 bis 11.30 Uhr.

Das Programm kann im gemeinsamen Kabelnetz Trier/Trier-Land, Bitburg, Wittlich, Daun, Prüm und Gerolstein empfangen werden.

Weitere Möglichkeiten: Kabelfernsehen (DVB-C), Telekom Entertain (IPTV), Satellit (DVB-S), Terrestrisch (DCB-T2 HD) und über weltweit im Internet unter der Adresse www.ok54.de/itpv

 Der Vorsitzende des OK Bitburg, Erich Weiler, an der Studiokamera.
Der Vorsitzende des OK Bitburg, Erich Weiler, an der Studiokamera. Foto: Rudolf Höser
 Reinhard Weides bei der Vorbereitung einer Kamera für die nächste Sendung.
Reinhard Weides bei der Vorbereitung einer Kamera für die nächste Sendung. Foto: Rudolf Höser
 Geschäftsführerin Doris Conrady-DeCollibus und der Ehrenvorsitzende Günther Ewertz.
Geschäftsführerin Doris Conrady-DeCollibus und der Ehrenvorsitzende Günther Ewertz. Foto: Rudolf Höser
  Dr. Reiner Hochstein, Direktor der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter (links) überreichte dem damaligen Vorsitzenden des OK Bitburg, Klaus Becker, die Sendelizenz.
Dr. Reiner Hochstein, Direktor der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter (links) überreichte dem damaligen Vorsitzenden des OK Bitburg, Klaus Becker, die Sendelizenz. Foto: Rudolf Höser/OK Bitburg
 Der neue Vorstand des Offenen Kanals Bitburg: Rudolf Schubach , Manfred Kürtehn, Günther Ewertz, Doris Conrady-De Collibus, Erich Weiler, Reinhard Weides und Rainer Nickels (von links).
Der neue Vorstand des Offenen Kanals Bitburg: Rudolf Schubach , Manfred Kürtehn, Günther Ewertz, Doris Conrady-De Collibus, Erich Weiler, Reinhard Weides und Rainer Nickels (von links). Foto: TV/Rudolf Höser
 Rudolf Schubach (vorne) und Erich Weiler im Schnittraum des OK in der Villa Limburg.
Rudolf Schubach (vorne) und Erich Weiler im Schnittraum des OK in der Villa Limburg. Foto: Rudolf Höser

Weitere Infos dazu sind auf der Internetseite nachzulesen.