1. Die Woch

Motor: Das gelbe Trikot für den Korea-Kombi

Motor : Das gelbe Trikot für den Korea-Kombi

Im Fahrbericht der Woch: Der Kia Ceed Sportswagon mit 136-PS-Diesel und Mild-Hybrid-System.

Vier Karosserie-Varianten (Fünftürer, Sportswagon, Proceed, Xceed) hat Kia in seine erfolgreiche kompakte Ceed-Baureihe integriert. Dazu jede Menge an Ausstattungsmöglichkeiten und ein sehr variables Motorenprogramm. Mit dem Sportswagon, den man getrost wie gewohnt als Kombi bezeichnen darf, waren wir in diesem Jahr über rund 3000 Kilometer bei der Tour de France unterwegs.

Die wichtigsten Parameter bei der Auswahl eines Fahrzeuges für einen solchen Zweck sind also: Was passt rein, (in den Kofferraum), wie alltagstauglich ist das Be- und Entladen, wie sind seine Langstreckenqualitäten und wie hoch ist der Verbrauch? Beatmet wurde unser frontgetriebener Tour-Begleiter von einem 1,6-Liter-Turbodiesel mit 136 PS und der Anschubhilfe eines 48 Volt leistenden Mild-Hybrid-Systems.

Wer lange Strecken zu bewältigen und dabei jede Menge zu transportieren hat, der blickt sich nach wie vor nach einem Diesel um. Denn wo man unterwegs nicht die Vorzeige eines Plug-in-Hybriden ausnutzen kann, ist der Selbstzünder immer noch ungeschlagen. Die geräumige Kombi-Karosserie des Sportswagons mit einem Kofferraum-Inhalt von 625 bis zu 1694 Litern hinter der großen Klappe kam unseren Anforderungen natürlich entgegen. Hinzu kam, dass der Kia aufgrund der geteilten Rückleuchten sehr breit ist. In der Klasse der geräumigen Kompaktklassenkombis belegt er damit einen Spitzenplatz.

Ein Blick ins Gepäckabteil offenbart, dass sich Designer und Konstrukteure Gedanken darüber gemacht, was (im Allgemeinen) Familien brauchen und wie sie so ein Fahrzeug zu beladen pflegen. Der doppelte Boden eröffnet eine Arbeit erleichternde Ebene hinter der Ladekante. Dort befinden sich noch mehrere Fächer.

Praktisch ist eine tiefe Verstaumöglichkeit unmittelbar hinter der Heckklappe. Dort kann man, wie in unserem Fall, Koffer und Taschen mit Klamotten, Kameras, Laptop und anderen technischen Equipments, die man auf einer Tour-Begleitung braucht, rutsch- und kippsicher unterbringen. Dafür muss man nicht weit in eine tiefe „Ladehöhle“ hineinkrabbeln und dort „herumwurschteln“. Die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe und die im Verhältnis 40:20:40 umlegbaren Rücksitze passen zudem erleichternd in das Anforderungsprofil.

Darüber hinaus überzeugt der Sportswagon durch ein überdurchschnittliches Platzangebot auf den vorderen Plätzen und dahinter mit jede Menge Raum, um auf den langen Tagesetappen auch mal die Füße auszustrecken. Wer viel unterwegs ist, der ist froh, wenn er Geschäfte, die er normalerweise zu Hause im Büro erledigt, nicht auf die lange Bank schieben muss. Für diesen Zweck hilft das UVO-Connect-Infotainmentsystem, das uns in zweiter Generation mit verbesserten Funktionalitäten manches erleichterte. Die Orientierung erleichtert das hochauflösende, gut ablesbare 10,25-Zoll-Display. Ein bisschen analoge Welt gibt es auch noch: Die Bedienung funktioniert nicht nur über Bildschirmberührung, sondern auch mittels Direktwahlasten und eines Drehreglers.

Der Vierzylinder-Diesel ist kein Ausbund sportlichen Urknalls, was er aber auch nicht sein soll. Wenn er den Kaltstart morgens in den Savoyer Alpen erst einmal hinter sich hatte, kam er flott auf Touren, ohne dabei allzu laut auf sich aufmerksam zu machen. Ein zügiges Reiseauto mit Nehmerqualitäten (im Kofferraum und im Interieur wohlgemerkt) ist er jedoch allemal. Die 200 km/h Höchstgeschwindigkeit, die im Datenblatt angegeben sind, haben wir jedenfalls auch nicht annähernd einmal erreicht oder benötigt. Und auf halsbrecherische Überholmanöver steht bei einem bei einer solchen Tour der Sinn auch nicht. Der Riemenstartergenerator des 48V-Mild-Hybrid-Systems lässt die eventuelle Existenz eines Turbolochs nach dem Anfahren schnell vergessen. Die zusätzlichen Newtonmeter beim Anfahren tun zudem gut.

Was wir nicht vergessen werden, ist die Information „Segelmodus“ im Display. Und die kam relativ häufig. Die Rekuperation des Mild-Hybriden ist beim „Mitschwimmen“ im Verkehr spürbar. Und das wiederholte Auftauchen des Begriffs „Segelmodus“, also dem Fahren mit abgeschaltetem Motor im Freilauf, trug zur Geldbeutel schonenden Fahrweise bei. Wir lagen auf unserer Reise bei etwas weniger als fünf Litern Diesel-Kraftstoff auf 100 Kilometer. Und mit der Summe dieser Eigenschaften hat der Kia Sportswagon CRDI, den wir in der Ausstattungslinie „Spirit“ fuhren, sicher das „gelbe Trikot“ unserer Ansprüche verdient.