1. Die Woch

Motor: Der kleine Große mit der Tigernase

Motor : Der kleine Große mit der Tigernase

Im Fahrbericht der „Woch“ der Kia Picanto der dritten Generation als „Edition 7 Emotion“.

Seit 2004 ist Kia mit dem Picanto als flottem City-Car auf unseren Straßen unterwegs. In dieser Zeit hat der Kleinwagen nicht nur 140 000 Käuferinnen und Käufer gefunden, sondern ist auch diverse Male mit Preisen ausgezeichnet worden. Jetzt gibt es eine besonders gut ausgestattete Einstiegsversion mit Namen „Edition 7 Emotion“, die wir uns näher ansahen und fuhren.

Zunächst zur Optik: Der vordere Überhang wurde um zwei, der hintere um einen Zentimeter gekürzt. Das hört sich zwar nach nicht sehr viel an, macht aber zusammen mit der markentypischen Tigernase, den breiteren Radhäusern und der deutlich nach vorn abfallenden Seitenoptik der Karosserie und den größeren vorderen Fenstern einen flotteren Eindruck. Zusammen mit der obligatorischen Tigernase hat der koreanische Kleinwagen insgesamt erheblich an Dynamik gewonnen.

Unser erster Eindruck von dem Kleinwagen, der jetzt in der dritten Generation antritt, wenn  man Platz genommen hat: Zunächst einmal hätte man sich den Einstieg in den Fünftürer etwas schwieriger vorgestellt, aber die weit öffnenden Türen und der niedrige Schwerpunkt des Wagens ermöglichen einen völlig problemlosen und bequemen Zugang. Und von den Platzverhältnissen sind wir angesichts der äußeren Abmessungen positiv überrascht. Das gilt auch für den Kofferraum, der 255 bis 1010 Liter fasst und gegenüber der Vorgänger-Generation erheblich gewachsen ist.

Das Gepäckabteil lässt sich dank einer asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne erweitern. Hinzu kommt ein variabler Ladeboden. Wenn jetzt die Ladekante noch etwas höher wäre und man etwas mehr Platz beim Beladen des Fahrzeugs hätte, wäre das glatt eine Eins mit Sternchen für die Abteilung Raum und Platz.

Natürlich ist das im Innenraum kein Tanzsaal, aber wenn man sich das Gestühl mit ein paar Handgriffen erst einmal zurecht gestellt hat, finden Kopf (ja, auch der), Beine und Schultern vor allem in der ersten Reihe genügend Platz, um den Picanto als funktionellen Zweitwagen oder als properes City-Car zu akzeptieren.

Eigentlich ist der Kleinwagen mit jetzt 15 Millimeter mehr Radstand ab dieser Generation ja ein Fünfsitzer. Und drei Personen haben zumindest genügend Beinfreiheit hinten. Aber irgendwo kann man dem Maßband halt auch bei gutem Zureden keine Zentimeter mehr abzwacken, wo keine mehr sind.

Der 67 PS starke Dreizylinder Saugrohr-Einspritzer ist zwar kein unbändiger Quell der Lust, aber so etwas stand auch nicht im Lastenheft der Triebwerks-Entwickler für ein Stadtauto. Im unteren Drehzahlbereich fährt sich der Wagen ohne übermäßiges Dreizylinder-Knurren recht flott. Die Schaltpunktanzeige im Display macht sich aber recht bald und zum passenden Zeitpunkt bemerkbar, wenn etwas mehr Temperament aus den Brennräumen herausgekitzelt werden soll. Aus diesem Grund geben wir der sehr flüssig zu schaltenden manuellen Version den Vorzug gegenüber der 800 Euro teureren Automatik.

Zur Ausstattung des Picanto Edition 7 mit dem 890 PS teuren Emotion-Paket gehören unter anderem Klimaanlage, Sitzheizung vorn, beheizbares Lederlenkrad, Audiosystem mit USB- und AUX-Anschluss, Bluetooth-Freisprechanlage, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber vorn und hinten, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Dämmerungssensor, Bordcomputer und höhenverstellbarer Fahrersitz.

Hinzu kommen noch eine 12-Volt-Steckdose in der Zentralkonsole bis zum Gepäckraum mit herausnehmbarem Boden, Gepäcknetzösen und Beleuchtung. Ein autonomer Notbremsassistent ist optional.

Unser Fazit: Der Kia Picanto in der von uns gefahrenen Edition ist mit dem 67 PS starken Dreizylinder Sauger ein Fahrzeug, dessen Vorzüge vor allem im großen Stauraum für Passagiere und Gepäck liegen.  Der kleine Stadtflitzer ist zudem flott geschnitten, hat ein sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Dass man bei einem Dreizylinder mit 998 ccm Hubraum mit 67 PS allerdings kein Fahrzeug für die linke Seite der Autobahn bekommt, weiß man, sobald man den Kaufvertrag unterschreibt.