1. Die Woch

Region: Der Weg ist das Ziel

Region : Der Weg ist das Ziel

Am Wochenende haben in Rheinland-Pfalz die Herbstferien begonnen. Und so mancher hat wohl seine Urlaubspläne über den Haufen werfen müssen. Ob in Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg oder Deutschland – ständig werden  neue Risikogebiete ausgewiesen.

Dadurch könnte der Erholungsurlaub unversehens um eine unfreiwillige Quarantäne verlängert werden.

Für Reiseveranstalter, Fluglinien, Hoteliers und Gastronomen sind es denkbar schlechte Zeiten. Und für den Urlauber? Der kann immerhin aus der Not eine Tugend machen und die Natur vor der eigenen Haustür entdecken. Statt sich maskiert in die Innenstadt auf Shoppingtour zu stürzen einfach mal im Wald frei durchatmen. Und bei 8,4 Milliarden Quadratmetern Waldfläche in Rheinland-Pfalz fällt da auch das Abstandhalten nicht schwer.

Für unsere Wandertipps hatten wir die Qual der Wahl. Eigentlich könnten drei Wörter reichen: Eifelsteig, Moselsteig, Saar-Hunsrück-Steig. Macht zusammen 1088 Kilometer und 66 Etappen. Die Herbstferien sind dafür jedenfalls definitiv zu kurz. Und von Seitensprüngen und Traumschleifen haben wir ja noch gar nicht geredet.

Zwar heißt es immer wieder, es gäbe kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung, aber die Regentage der vergangenen Woche haben nicht wirklich Lust aufs Wandern gemacht. Die Hoffnung auf einen goldenen Oktober bleibt aber. Die Prognosen für den Wochenanfang deuten auf eher trockenes Wetter hin. Eine kleine Hilfe, sich im Dschungel der Angebote zurechtzufinden, bietet das Deutsche Wanderinstitut, das Premiumwanderwege zertifiziert und mit Erlebnispunkten bewertet. Bei den Traumschleifen des Saar-Hunsrück-Steigs gilt dies durchgehend – im Gegensatz beispielsweise zu den Rundwegen im Naturpark Südeifel. Die mit über 90 von 100 Punkten am höchsten bewerteten Traumschleifen liegen allerdings außerhalb des WOCH-Landes, so dass wir uns für zwei Wege entschieden haben, die auf 84 und 86 Erlebnispunkte kommen. In der Eifel haben wir uns dagegen ganz von unseren subjektiven Eindrücken leiten lassen. Denn die Schönheit der Natur und die Attraktivität eines Wanderwegs lassen sich allein mit einer Punktzahl nur unzureichend beschreiben. Bei manchen Wegen stehen Flora und Fauna im Mittelpunkt, bei anderen Geologie oder Kulturgeschichte. Und der aus Japan stammende Trend zum Shinrin Yoku, dem „Baden in Waldluft“, verdeutlicht: Es muss gar nicht immer spektakulär sein. Manchmal ist schon der Weg das Ziel.

Und daher wünschen wir allen Leserinnen und Lesern entspannte und erholsame Herbstferien, auch wenn diese vielleicht anders verlaufen als geplant.

Südeifel: Die Grüne Hölle

Vulkaneifel: Rund um den Mosenberg

Saar: Kasteler Felsenpfad

Mosel: Bernkasteler Bärensteig

Hunsrück-Hochwald: Königsfeldschleife