1. Die Woch

Unsere Vereine: Die Saubrenner boulen auf hohem Niveau

Unsere Vereine : Die Saubrenner boulen auf hohem Niveau

Nach dem Gewinn der Meister­schaft in der Regionalliga Nord des Pétanqueverbands Rheinland-Pfalz ist der Boule­club Wittlich in die Rheinland-Pfalz-Liga aufgestiegen. Die Saison hätte am 18. April mit allen zehn Teams der Liga in Wittlich eröffnet werden sollen – der Start musste je­doch abgesagt werden.

(red) Die Partnerschaft der Wittlicher, mit der französischen Stadt Brunoy 1979 geschlossen, führte auch zu einer besonderen Beziehung zum Boulespielen. In Frankreich wurde schon im 13. Jahrhundert mit Holzkugeln Boule gespielt. Das Spiel wurde zwar 1369 von Karl V. verboten, weil er die Staatssicherheit gefährdet sah, da die Soldaten anstatt Bogenschießen in ihrer Freizeit lieber das Boulespiel betrieben. Das änderte sich aber schnell, als die berühmte Fakultät von Montpellier im 16. Jahrhundert den Wert des Spiels für die Gesundheit hervorhob – Boule wuchs zum Nationalsport Nummer eins.

Und so führte die Leidenschaft für das Boulespielen dazu, dass der eigene Boulekugel-Satz zum festen Bestandteil des Reisegepäcks der Gäste aus Brunoy gehörte. Danach wurde das gemeinsame Spiel im Wittlicher Stadtpark (unweit der Brückenmühle) schnell zu einem regelmäßigen Treff der Wittlicher. Mit der Zeit wuchs der Wunsch, sich sportlich mit anderen zu messen. So wurde 1997 der Bouleclub Saubrenner Wittlich gegründet. Nach dem Start in die offizielle Ligasaison des Pétanqueverbandes Rheinland-Pfalz gelang der ersten Mannschaft bald der Aufstieg in die Landesliga. Das war ein erster Schritt zu einer großen Erfolgsgeschichte.

Der Titel „Deutscher Meister im „Tête-à-Tête”, dem Einzelspiel, von Antony Caquelard im Jahr 2015 ist der größte Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte. Nach der Landesmeisterschaft 2017 gelang nach der besten je in Deutschland gespielten Aufstiegsrunde in Düsseldorf (Siege gegen Dresden, Nürnberg, Berlin, Saarbrücken und Bremen) Antony Caquelard, Alfred Clüsserath, Michel Klein, Malik Faas, Annette Wehage, Lucas und Anthony Scarpino, David Monti und Jennifer Wagner der Aufstieg in die erste Bundesliga. Mehrfach qualifizierten sich die Wittlicher für die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften und nahmen regelmäßig an nationalen wie internationalen Turnieren teil. Die Trophäen mehrfacher Landesmeister in den Einzelwettbewerben, den Zweier- und Dreier-Teams zieren das Vereinshaus der Saubrenner. Viermal wurden sie Landes-Pokalsieger Rheinland-Pfalz und zweimal Rheinland-Pfalz-Meister. 2011 entstand der Bouleplatz Wittlich neben dem Schwimmbad. Fast ausschließlich durch den ehrenamtlichen Einsatz der Vereinsmitglieder gebaut, wird er von vielen Gästen seither als einen der schönsten Plätze Deutschlands bezeichnet.

Am Spaßturnier dürfen alle Hobbyspieler ohne Lizenz teilnehmen. Die nächste Ausgabe ist für den 8. August geplant. Foto: Bouleclub Saubrener Wittlich/Peter Caspers
Das Aufstiegsteam in Düsseldorf in der Saison 2017/18 vlnr: Anthony Scarpino, David Monti, Lucas Scarpino, Anthony Caquelard, Annette Wehage, Alfred Clüsserath, Malik Faas, Michel Klein Foto: Bouleclub Saubrenner Wittlich/Michael Scheid
Der erste Vorsitzende Michael Scheid (Bildmitte, neben Bürgermeister Joachim Rodenkirch) begrüßt 2018 die Freunde aus der Partnerstadt Brunoy beim Treffen auf dem Bouleplatz in Wittlich. Der Mitbegründer der Partnerschaft mit dem Bouleclub „Pétanque du Sauvageon“ ist im Februar dieses Jahres nach langer schwerer Krankheit verstorben. Der regelmäßige Freundschaftsaustausch ist seit Vereinsgründung ein wichtiger Jahrestermin. In diesem Jahr reisen die Wittlicher vom 12. bis 14. Juni (unter Vorbehalt) in die 25 000-Einwohnerstadt 22 Kilometer südlich von Paris. Foto: Bouleclub Wittlich/Peter Caspers

Der Verein veranstaltet regelmäßig zwei Turniere auf seinem Platz: das Wittlicher Saubrenner-Turnier und das Wittlicher Boule-Spaß-Turnier für Hobbyspieler. Neben der ersten Mannschaft in der Rheinland-Pfalz-Liga spielt die zweite Mannschaft in der Bezirksliga Nord. Klaus Schmitz