1. Die Woch

Ausstellung: Die Vielfalt jüdischen Lebens

Ausstellung : Die Vielfalt jüdischen Lebens

„1700 Jahre Jüdisches Leben. Tradition und Identität der Juden in Rheinland-Pfalz“ – Wanderausstellung in der Synagoge Schweich.

(red) Mit dem Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahr 321 wurde es Juden erlaubt, auf dem Gebiet des römischen Reichs in den Kölner Stadtrat berufen zu werden. Dieses Dekret ist die älteste erhaltene Urkunde, welche die Existenz von Juden nördlich der Alpen belegt, und ist Orientierungspunkt für das bundesweit begangene Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, das aufgrund der andauernden Pandemie bis zum Juli 2022 verlängert wurde.

Wie vielfältig jüdisches Leben auf dem Gebiet von Rheinland-Pfalz im Laufe der Geschichte war und heute wieder ist, vermittelt die vom Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Uni Mainz e.V. (IGL) konzipierte Wanderausstellung „1700 Jahre jüdisches Leben. Tradition und Identität der Juden in Rheinland-Pfalz“. Auf 17 Thementafeln werden Schlaglichter auf einzelne Persönlichkeiten, Bräuche und Bauten präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch Filmdokumentationen sowie durch Zeitzeugeninterviews und eine virtuelle Rekonstruktion der 1938 zerstörten Synagoge in Simmern. Besonders facettenreich ist das jüdische Erbe in Rheinland-Pfalz aus dem Hochmittelalter, wie jüngst die Anerkennung der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz am 27. Juli 2021 als Weltkulturerbe der Unesco belegt.

Die Wanderausstellung in Kooperation mit dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit sowie dem Beauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen der Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz – Dieter Burgard – wird an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz gezeigt. Vom 11. bis zum 28. April wird sie nun auch in der ehemaligen Synagoge in Schweich zu sehen sein. Dabei wird die vor Ort existierende Dauerausstellung „Jüdisches Leben in und um Schweich“ miteinbezogen und die Vielfalt jüdischen Lebens auch in der Region eigens in den Fokus gestellt.

Die Ausstellungseröffnung findet am Montag, 11. April, um 18 Uhr in der ehemaligen Synagoge statt, die Klezmer-Band Freilich der jüdischen Kultusgemeinde Trier wird den Abend musikalisch gestalten. Kostenfreie Tickets zur Veranstaltung sind über Ticket Regional buchbar Die Ausstellung wird anschließend bis zum 28. April täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet sein. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung endet am 28. April, um 19.30 Uhr mit einem Vortrag von René Richtscheid, M.A. (Emil-Frank-Institut Wittlich) zum Thema „1700 Jahre Juden in der Moselregion“, ebenfalls in der Synagoge Schweich. Anmeldungen zum Vortrag nimmt die VHS Schweich entgegen unter Telefon 06502/ 2332.

Ein umfassendes Begleitprogramm will auch über den Ausstellungszeitraum hinaus die Vielfalt jüdischen Lebens Interessierten näher bringen. Verschiedene Exkursionen zu Orten jüdischen Lebens in der Region werden dabei angeboten: Am 22. Mai besteht die Möglichkeit, die Trierer Synagoge und den jüdischen Friedhof in der Weidegasse zu besichtigen. Darüber hinaus führt eine Exkursion am 24. Juni Interessierte zu den Stätten jüdischen Lebens nach Wittlich. Weitere Infos und Anmeldungen zu den Exkursionen über die VHS Schweich (Telefon 06502/2332 oder E-Mail an schweich@kvhs.trier-saarburg.de).

Die Ausstellung ist ein Projekt der AG Gedenken in Trägerschaft des Pastoralen Raums Schweich und wird über „Demokratie leben!“ der Partnerschaft für Demokratie der Verbandsgemeinde Schweich unterstützt.