Dom in Trier veranstaltet Gottesdienst über YouTube

Glosse: Internet-Fundstück der WOCH : Dommusik zum Frühstück

Was waren das für ungewöhnliche Klänge, die da am frühen Sonntag aus den Computerboxen des Freundes schallten? Eine einsame Sopranstimme mit Orgelbegleitung – ein Gottesdienst aus dem Trierer Dom!

Dem Freund – ein Heide, als den ihn der Vater beim ersten Treffen entlarvt hatte – war durch algorithmische Fügung von oben bei YouTube der Livestream des Offenen Kanals vorgeschlagen worden, und er hatte draufgeklickt. Wie 500 andere Zuschauer mit ihm.

Im Dom selbst war außer der Sopranistin und ein paar violett bekleideten Geistlichen und den Messdienern coronawegen kein Mensch. Die Kurve abflachen ist nun die gemeinsame Mission und solidarisch sein das Thema der spontan angehörten Predigt.

Welche digitalen Verknüpfungen Corona wohl noch so bringt – man darf gesprannt sein. Die Autorin wundert nach der unerwartet wohltuenden Erleuchtung am heimischen Frühstückstisch erst einmal gar nichts mehr.  Katharina Fäßler