1. Die Woch

Ein Abend mit Lyrik von Friederike Kempner

Konz : Lyrik, Swing und Klassik

(red) Friederike Kempner – jüdische Gutsherrentochter aus Schlesien, geschmäht und viel gescholten, von großen Autoren ihrer Zeit bekämpft, von Verlagen unter den Tisch gekehrt und verachtet; sie, die wunderbare Friederike, sie, die – keiner weiß, wie – eine Mega-Auflage ihrer Gedichtbände erreicht, die der literarische Feinschmecker bis heute heimlich im Nachttisch versteckt; sie, die Meisterin der unfreiwilligen Komik – der „schlesische Schwan“, die „Nachtigall im Tintenfass“, der „Heinz Erhardt des 19. Jahrhunderts“ oder – darf man sagen: die „Foster-Jenkins der Literatur“, erfreut bis heute den Leser, erheitert die Gemüter – ja, sie ist aktueller denn je.

Dabei fand sie selbst es nicht gar nicht lustig, dass man über sie lacht, weil, ihr war es ernst, mit allem, was sie schrieb. Und sie hat Recht behalten, nicht zuletzt in ihrer Menschlichkeit und ihrer Kritik am Mangel derselben. Friederike Kempners hinreißendes Selbstvertrauen entwaffnet jeden, selbst wenn er zum Lachen in den Keller geht. Oder an einem Abend, wo sie aufersteht.

Ihr größter Widersacher Alfred Kerr, ruhmreicher Theaterkritiker und Journalist, der sich, ganz offenbar, ihrer schämte – Neffe hin, Neffe her – hieß ursprünglich Alfred Kempner und ließ sich umbenennen. Warum? Weil kein geringerer als Bertolt Brecht den großen Kerr ob seiner Verwandtschaft zu vernichten suchte. Ha, wenn das kein Anlass ist, dieser Feindschaft nachzugehen. Dazu Musik, natürlich hochkarätig, erfrischend, ernst, heiter bis komisch.

Der Kempner-Abend mit dem Parnass-Ensemble findet am Samstag, 12. März, um 20 Uhr im Festsaal des Klosters Konz-Karthaus statt.

Karten für 18/12 Euro gibt es in der Buchhandlung Kolibri in Konz, bei der Saar-Obermosel-Touristik in Konz und Saarburg, auf www.ticket-regional.de und an der Abendkasse. Es gilt die 2G-plus-Regel.