Gärtnern: Entspannt das eigene Grün genießen

Gärtnern : Entspannt das eigene Grün genießen

Das Gärtnern wird in der Region von vielen Menschen neu oder wiederentdeckt. Das stellen sowohl die Gärtnereien als auch die Kleingartenvereine fest.

Während vor einigen Jahren das Gemüsebeet noch in Rasen umgewandelt, manche Fläche mit Steinen gestaltet wurden, wird jetzt wieder umgegraben, gejätet, gemistet und Rillen gezogen, damit Kräuter, Früchte, Tomaten und anderes Gemüse wachsen können.

Georg Bartel, Gärtner aus Dreis bei Wittlich, berichtet: „Es kommen momentan Kunden zu uns, die mit dem Thema Garten bisher kaum etwas zu tun hatten. Ich denke, sie wollen es sich ums Haus schön machen, weil die Urlaubsreisen dieses Jahr noch unsicher sind.“ Er stellt aber noch ein weiteres Motiv für den Garten fest: „Bei einigen, die vor Jahren Rasen eingesät haben, wo vorher Beete waren, und jetzt wieder umgraben um Gemüse anzubauen, merkt man ganz klar, dass sie Angst haben. Sie wissen nicht was kommt. Und da gibt es ihnen Sicherheit zu wissen, dass sie selbstangebaute Lebensmittel im Garten haben.“

Monika Lambert-Debong vom Verband der Gartenbauvereine Saarland Rheinland-Pfalz bemerkt eine neue Wertschätzung für den Garten. Sie sagt: „Man hört sehr oft, dass die Menschen froh sind, dass sie einen Garten haben und dass er in diesem Jahr so gepflegt ist wie schon seit Jahren nicht mehr.“ Zudem erhält sie viele Anrufe mit Fachfragen, da die Besitzer ihren Garten umgestalten wollen. „Die Menschen schauen mit einem anderen Blick auf ihr Grün, sie hinterfragen ihre Ernährung, suchen sich alte Sorten, besonders im Bereich Tomaten, gewinnen selbst Samen. Zudem sehen sie, dass Erntehelfer fehlen und Lieferketten vielleicht nicht eingehalten werden können.“ Bei Neueinsteigern rät Lambert-Debong den Mitgliedsvereinen, mit ihnen Gartenbegehungen zu machen, ihnen einiges zu zeigen, damit sie sich reinfinden können. Sehr freut sie sich, dass der Tag der offenen Gartentür am 28. Juni nach heutigem Stand stattfinden kann.

Karl-Heinz Naumann, der seit einigen Jahrzehnten beim Kleingartenverein Trier-Nord/Petrisberg aktiv ist, stellt ebenfalls fest, dass Gärten sehr gefragt sind. „Es ist super. Besonders Familien fragen nach Grundstücken. Wir haben drei Anlagen mit 200 bis 240 Gärten, die zwischen 300 bis 400 Quadratmetern groß sind. Momentan haben wir eine Warteliste. Viele fangen bei Null an, aber sie bekommen bei uns ganz unkompliziert Hilfe, denn hier haben wir eine gute Gemeinschaft.“

Der Garten von Rosemarie Ewen aus Sülm lädt zum Entspannen ein. Foto: Rosemarie Ewen

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