1. Die Woch

Motor: Geil oder scheußlich? Hauptsache, e-Soul!

Motor : Geil oder scheußlich? Hauptsache, e-Soul!

Schon früh am Morgen haben wir uns auf den Weg gemacht, um ein Testvideo mit diesem Sonderling zu drehen. Vor der malerischen Burg Heid zwischen Heddert und Lampaden haben wir eine schmucke Location gefunden.

Und (fast) jeder Vorbeifahrende wirft einen erstaunten Blick auf dieses giftgrüne Etwas, das da vor dem Eingang zur Burg steht: Unser Kia e-Soul ist indes viel mehr als nur ein greller Kasten mit Deko-Leiste und auffallenden Felgen. Unser Fahrbericht der Woche.

Halb Hochdach-Kombi, halb SUV. Mal Familienkutsche, mal Mehrzweckfahrzeug für Hotellerie oder Gewerbe. Der Kia e-Soul ist ein BEV (Battery electric vehicle). Ein reiner Stromer. Die werden an zwei Eigenschaften gemessen: am Preis, der durch Förderbonus um 9000 Euro gedrückt wird, und an der Reichweite. Bei unserem Testwagen mit dem großen 64-kWh-Akku, der es auf satte 204 PS (395 Nm Drehmoment) bringt, stehen 452 Kilometer Reichweite im Datenblatt des Herstellers.

Derlei Angaben sind meist mit Vorsicht zu genießen. Und man muss berücksichtigen, dass wir derzeit weder Heizung noch andere Stromfresser brauchten. Der e-Soul wie auch der größere e-Niro sind beide mit einem kleineren Akku mit 39,2 kWh (276 Kilometer Reichweite) zu haben. Mehr Freude, und das soll ein Auto ja auch machen, bringt jedoch die größere Version. Da sollte man den über 3000 Euro höheren Anschaffungspreis investieren.

In der kurvigen Hochwälder Landstraßen-Idylle zaubert die lautlose Kraft, die bei einem kurzen Tritt aufs Gaspedal sofort da ist, ein überraschtes Lächeln aufs Gesicht. So unscheinbar diese kantig-runde Erscheinung auch nach außen wirkt, in der noch ein paar Gene aus Fiats „toller Kiste“ Panda und vom Multipla zu schlummern scheinen: Das ist ein kleiner Kraftprotz, der nicht nur Spaß, sondern auch Zügigkeit und damit Sicherheit verleiht, wenn man überholen möchte. In 3,6 Sekunden von null auf 100, verrät uns das Datenblatt.

Je kräftiger die Gasstöße, umso weniger Kilometer schafft der Akku. Angemessenes Cruisen ist da am sinnvollsten. Über Schaltwippen am Lenkrad kann man beeinflussen, wie viel Bremsenergie in elektrische Energie zurückgewonnen wird. Wird der Hebel links länger gezogen, kann man den e-Soul auch ohne Bremspedal-Einsatz bis zum Stillstand herunterfahren. Zudem orientiert sich das Fahrzeug am vorausfahrenden Verkehr.

Über einen Drehknopf in der Mittelkonsole wird Dauerbetrieb (D) oder Rückwärtsgang (R) aktiviert. Schon surrt der Kleine geräuschlos ab. Geladen wird hinter einer Klappe an der Front. Dort befinden sich ein konventioneller Typ-2-Anschluss und ein Schnellladeanschluss für CCS-Stecker. An einer Autobahn-Schnellladesäule erlaubt das eine Ladeleistung von maximal 100 kW. Damit wird der Akku in 60 Minuten auf 80 Prozent geladen.

Die „Spirit“-Version beinhaltet eine umfangreiche Ausstattung an High-Tech-Assistenz-Systemen, die alle Sicherheitswünsche abdeckt. Das Telematiksystem „UVO“ informiert über Echtzeitinformationen zu Ladestationen und erlaubt, das Laden zu programmieren. Der aktuelle Ladezustand lässt sich über eine App verfolgen. Außerdem kann man über das Handy Navi-Ziele anwählen und direkt zum Auto ans Navi schicken lassen.

Der BEV hat ein modernes, aufgeräumtes Interieur mit zen­tra­lem Farbdisplay, inklusive zweier kleinerer, halbrunder Displays mit Stromer-Infos. Da die Batterie im Unterboden sitzt, leidet das Platz­angebot nicht. Die 64-kWh-Version ist für 100 Kilo Stützlast ausgelegt und kann mit einer Anhängerkupplung ausgerüstet werden. Mit ihrer Hilfe ist der Transport von E-Bikes am „Haken“ möglich.

Der Preis für den Kia e-Soul mit der 64-kWh-Batterie und dem 204 PS starken E-Motor in der Ausstattungsstufe „Spirit“ beträgt 43.140 Euro. Davon gehen 9000 Euro Förderbonus ab, die sich Bund und Hersteller teilen.