1. Die Woch

Wildkräuter: Gundermann – Zauberpflanze und Wildgemüse

Wildkräuter : Gundermann – Zauberpflanze und Wildgemüse

Der Naturpark Saar-Hunsrück gibt Tipps zur Verwendung von Blüten und Blättern in der Küche.

(red) Gundermann ist eine alte germanische Zauberpflanze und als Würzkraut in der Wildgemüse-Küche bekannt. Ein alter Brauch bei unseren Vorfahren war es, Kränze aus den langen und biegsamen Stängeln des Gundermanns zu winden. Die Kränze waren ein Zeichen der Verbundenheit mit der Natur und den Göttern.

Gundermann kulinarisch

Gundermann riecht und schmeckt aromatisch und wird auch „Wilde Petersilie“ genannt. So vielfältig, wie die Petersilie verwendet wird, kann auch der Gundermann zum Einsatz kommen. Auch zu vielen leckeren süßen Speisen passt das Aroma des Gundermanns: Eiscreme, Schokoblättchen oder Giersch-Gundermann-Limonade sind leckere Speisen aus den Blättern. Die Blüten sind eine feine Dekoration auf Desserts. Ein frischer Frühlingssalat, ein Wildkräuterbrotaufstrich oder ein Gundelrebengemüse sind besondere Delikatessen.

Gundermann ist nahrhaft

und heilwirksam

Der lateinische Name ist Glechoma hederacea. Die Pflanze hat anregende und ausgleichende Wirkung auf den Stoffwechsel. Wertvolle Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Cholin, Flavonoide, Gerbstoffe, Kalium, Saponine und Vitamin C. Gerade bei langwierigen, mit Eiter verbundenen Krankheiten (Eiter = Gund), ist die Pflanze anzuwenden. Bei Blasen- und Nierenkrankheiten, Ekzemen, chronischem Schnupfen und Husten sowie Entzündungen des Mundraums kann laut Heilkräuterkunde Frischsaft aus Gundermann eingenommen werden. Das ätherische Öl der Pflanze wirkt positiv auf die Schleimhäute. Bei allen Anwendungen können die Blätter, Triebe und vorhandenen Blüten genutzt werden. Ein kräftigender Tee aus dem Wildkraut ist bei Erkältung, Frühjahrsmüdigkeit und Schmerzen wohltuend.

Boden, Standort und Ernte

Der Gundermann wächst in Bodennähe und kriecht die Erde entlang. Er kommt auf feuchten Wiesen, Feldrändern, entlang von Hecken, Böschungen, Wegen, in lichten Wäldern, Gärten und Mauern vor. Gundermann ist zwar für den Menschen genießbar, aber für manche Tiere giftig, insbesondere für Pferde. Die Pflanze ist das ganze Jahr über zu finden. Geerntet werden die Teile des Wildkrauts am besten während der Blütezeit zwischen April und Juni.

• Weitere Infos über den Naturpark Saar-Hunsrück bei der Geschäftsstelle in Hermeskeil, Telefon 06503/9214-0.