Unsere Vereine: Hilfe für einen leichteren Alltag

Unsere Vereine : Hilfe für einen leichteren Alltag

Seit 15 Monaten gibt es in Rivenich die Seniorenhilfe. Dabei haben sich fünf Bürger zusammengeschlossen, um den älteren Mitbürger zu unterstützen.

Die Idee dazu ist bei Norbert Wey über einige Zeit gereift, als er gelesen hat, dass es anderenorts so etwas gibt. Er erklärt: „Erst einmal habe ich recherchiert, wie man an so etwas rangeht und dann ist natürlich wichtig, zu wissen, ob denn überhaupt ein Bedarf dafür da ist.“ Mit Ortsbürgermeister Peter Knops hat er seine Idee besprochen und er war bereit, das Vorhaben zu unterstützen.

Das Projekt ins Rollen bringen

Am Seniorennachmittag hat Norbert Wey die Idee vorgestellt und stieß auf eine positive Resonanz. Bei der Ehrenamtsstelle gab es von Mirko Nagel Unterstützung und Informationen. Außerdem gab er den Anstoß, dass der damals noch im Aufbau befindliche Verein beim Wettbewerb „Zuhause alt werden“ mitmachen solle. Den Rat haben Ortsbürgermeister und Initiator angenommen und sind dafür ausgezeichnet worden.

Neue Impulse hat auch der Austausch mit Raphael Koch aus Reil gegeben, denn er organisiert dort einen Seniorenfahrdienst. In Rivenich ging es dann im Februar 2018 an die konkrete Suche für Helfer. Mit Flyern in die Haushalte hat man vier Mitstreiter gefunden, und das Projekt konnte im am 16. April starten. Norbert Wey berichtet: „Gleich am nächsten Tag, hatten wir den ersten Einsatz, eine Fahrt ins Trierer Krankenhaus.“

Seitdem sind die fünf Mitstreiter der Seniorenhelfer 3600 Kilometer gefahren und hatten insgesamt 115 Aufträge. Zu ihren Hilfsangeboten zählen Fahrten zum Arzt, zum Einkauf oder zu Behörden, Schriftverkehr, kleinere Haus- und Gartenarbeiten, Besuche, Begleitung bei Spaziergängen und Einkäufen. Bisher waren es aber zu 95 Prozent Fahrten, die angefragt worden sind. Erwin Wagner von der Seniorenhilfe sagt: „Schriftverkehr wird kaum benötigt, Haus- und Gartenarbeit nur sehr wenig und Besuche oder Einkäufe wurden bisher nicht gebraucht.“

Die Gemeinde wächst zusammen

Grundsätzlich sind die Dienste der Seniorenhilfe kostenlos. Oft möchten die älteren Herrschaften den Fahrern aber ein Trinkgeld geben. Das spenden die Ehrenamtler wieder an einen guten Zweck, ebenso wie ihre Kilometerpauschale, die sie von der Verbandsgemeinde bekommen. Peter Knops: „Das ist ein reines Ehrenamt, sogar die Fahrtkosten spenden die Mitglieder der Seniorenhilfe.“ Weiter sagt er: „Durch dieses neue Angebot, wächst die Gemeinde zusammen. Es wird sehr von den Bürgern geschätzt, was man beispielsweise bei der vergangenen Gemeinderatssitzung sehen konnte. Als ich noch einmal einen Rückblick auf die Initiativen des vergangenen Jahres gegeben habe, wurde bei der Seniorenhilfe spontan applaudiert.“

Hilfe für Rivenicher über die Kreisgrenze hinaus

Die Seniorenhilfe ist auch keine Konkurrenz zum Bürgerbus der Verbandsgemeinde. Dazu Peter Knops: „Wir sind hier am Rand der VG. Einige haben Verwandte im Altenheim in Pölich, andere haben Arzttermin in Schweich und da kommen die Leute dann mit den Ehrenamtlichen hin.“ Die Seniorenhilfe ist ausschließlich Bürgern Rivenichs vorbehalten.“

In den ersten Wochen ging es erst schleppend mit Nachfragen los. „Aber dann kamen etliche Anfragen auf einmal, bis zu sechs pro Woche“, so Norbert Wey.

Das Zwischenmenschliche wird gefördert

Für die drei Frauen und die zwei Männer der Seniorenhilfe hat auch das Zwischenmenschliche einen hohen Stellenwert. „Wir unterhalten uns mit den Personen, die wir fahren natürlich, sprechen über aktuelle Themen, über alte Zeiten, einige erzählen auch von ihrem persönlichen Befinden und da ist auch einfach Zuhören gefragt. Selbstverständlich dringt davon nichts nach außen“, so Erwin Wagner.

Und die Fahrten mit den Helfern haben manchmal ganz ungeahnte Vorteile. Wenn ein Arztbesuch ansteht, gehen die Helfer oft mit, erklären, wer sie sind und fragen, wie lange der Aufenthalt ungefähr dauert. „Und da ist es schon manches Mal sehr zügig gegangen, wenn klar ist, dass wir auf die älteren Herrschaften warten“, berichtet Erwin Wagner schmunzelnd.

Die Zukunft

Alle drei bis sechs Monate treffen sich die Mitglieder der Seniorenhilfe, um gemeinsam darüber zu sprechen, was gut läuft und wo man noch nachbessern kann. „Die größte Hemmschwelle ist für viele Ältere doch, anzurufen und zu fragen“, stellen sie dabei immer wieder fest. Flyer und Veröffentlichungen ihrer Angebote im Amtsblatt sollen dazu beitragen, diese Hemmschwelle zu senken. „Wir würden es ja nicht anbieten, wenn wir es nicht gerne machen würden“, sagt Norbert Wey. Zudem hat man Kontakte zu einzelnen Gruppierungen im Dorf, wie der Strickgruppe. Diese Damen haben auch angeregt, kleinere gemeinsame Unternehmungen anzubieten. So ist im vergangenen Jahr eine Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Bernkastel-Kues unternommen worden. Acht Personen sind mitgefahren. Auch Besuche zu Theatervereinen in der Umgebung kann sich die Seniorenhilfe für die Zukunft vorstellen.

Das Team der Seniorenhilfe. v.l.: Katja Lima, Erwin Wagner, Conny Wey, Wilma Kersch und Norbert Wey. Foto: Christina Bents
Für Gisela Heinz (links) ist der Fahrdienst der Seniorenhilfe eine Erleichterung im Alltag. Heute ist Conny Wey mit ihr unterwegs. Foto: Christina Bents
Bei Norbert Wey laufen die Fäden zusammen. Bei ihm melden sich die Senioren und er organisiert die Fahrten. Foto: Christina Bents

Christina Bents

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