1. Die Woch

Motor: Im „Zetti“ über Hunsrück- und Eifel-Höhen

Motor : Im „Zetti“ über Hunsrück- und Eifel-Höhen

Mit 197 PS aus vier Zylindern ist der BMW Z4 sDrive 20i ein ideales Fahrzeug für den Einstieg in die Roadster-Welt.

Wenn Japaner und Bayern sich im Zeichen der sprichwörtlichen „Freude am Fahren“ miteinander verbinden, dann ist bei Gleichgesinnten unter der (Motor-)Haube in der Regel immer ein begehrenswertes Stück Automobil dabei herausgekommen. Das war nicht nur auf der Rennpiste so, sondern ist es in diesem Fall auch an der virtuellen Ladentheke. Resultierend aus der Technikpartnerschaft zwischen Toyota und BMW teilen sich nämlich das Coupé GT Supra und das Cabriolet Z4 eine gemeinsame Plattform. Mit Letzterem waren wir im späten Sommer in der Region unterwegs.

Der sDrive 20i, den wir fuhren, dokumentiert den Einstieg in die bajuwarische Roadster-Welt. Bei diesem Namenskürzel darf es noch ein wenig Historie sein. Die wechselvolle Geschichte der „Z“-Baureihe im Hause BMW war von vielen Hochs und Tiefs begleitet. Z4, Z3 und vor allem der Z1, der in den späten 1980ern als Image- und Technologieträger auf die Räder gestellt worden war: Sie alle schwankten zwischen Emotionen, zwischen Zustimmung und Bedenken im Haus. Wenn es nicht dieses Joint Venture mit Toyota gegeben hätte, so darf vermutet werden, hätten wir dieses ausreichend motorisierte, aber nicht mit übermäßiger Power bestückte Lustfahrzeug nicht mehr fahren können.

Als sDrive20i ist der Z4 ein schicker offener Zweisitzer mit bekannt dynamischer Linienführung und klassischen „Z“-Proportionen. Lange Schnauze, kurzes knackiges Heck. Weitere, ins Detail gehende Beschreibungen dieses abschließenden Karosserie-Teils würden uns wohl dem Vorwurf aussetzen, es nicht nur bei der Zustandsbeschreibung einer blechernen Schönheit belassen zu haben.

Was er nicht ist: ein reinrassiger wilder Sportwagen, der mit den Insassen kompromisslos Richtung jenseits der 250 km/h will. Was aber kein Verzicht im Sinne des Wortes ist, wie wir bei unseren Testfahrten an der Mosel, in Eifel und Hunsrück feststellten. Der Z4 sDrive20i ist ein flotter Kurvenräuber, der munter aus dem unteren Drehzahlbereich kommt. Ein Auto, das die Tage zwischen Sommer-Abschied und Herbstanfang stimmungsvoll auf dem Asphalt einfängt.

Ein Begleiter, mit dem man in den Sonnenuntergang cruisen kann. Einer, der aber auch ein dröhnender und klangintensiver Turbo-Bursche sein kann. Der dabei auch aus seinen vier Zylindern flotte Dampfmusik hervorzaubert. Mit dem adaptiven „M“-Fahrwerk kann man diesen auf der Hinterachse angetriebenen Zweiliter-„Zetti“ ohne Bedenken und Ausbruchs-Befürchtungen von einer Kurve in die nächste werfen. Für dieses Vorhaben hat man Grip ohne Ende und ständige präzise Rückmeldung vom Lenkrad, was auf der nicht angetriebenen Achse passiert.

 Der Z4 sDrive2.0 symbolisiert den Einstieg in die Roadster-Welt von BMW.
Der Z4 sDrive2.0 symbolisiert den Einstieg in die Roadster-Welt von BMW. Foto: Jürgen C. Braun
 Der Z4 sDrive2.0 symbolisiert den Einstieg in die Roadster-Welt von BMW.
Der Z4 sDrive2.0 symbolisiert den Einstieg in die Roadster-Welt von BMW. Foto: Jürgen C. Braun

Im Interieur ist der Proband ein echtes Kind seines Namenskürzels und der Baureihe über die Jahrzehnte hinweg. Wer sich nicht scheut, ein paar (gerne auch ein paar mehr) Extra-Scheine in die Hand zu nehmen, der kann auf klimatisiertem und beheiztem Vollleder-Gestühl Platz nehmen und sich dem BMW Live Cockpit Professional anvertrauen. An Fußraum mangelt es uns bei 1,82 Meter Körperlänge nicht. Die gut konturierten Sitze verhindern ein ebenso lästiges wie nicht ungefährliches hin und her rutschen. Und ein Kofferraum von 281 Liter Stauvolumen ist mehr als nur branchenüblich fürs kleine Handgepäck im Urlaub.