1. Die Woch

Unsere Vereine: Junger Verein an der Sauer legt rasanten Start hin

Unsere Vereine : Junger Verein an der Sauer legt rasanten Start hin

Die Mitglieder des Fördervereins „Sauer macht lustig“ wollen dem Dorfleben auf die Sprünge helfen, die Lebensqualität für den Einzelnen und die Gemeinschaft verbessern.

„Sauer macht lustig“, lautet ein Sprichwort. Und so nennt sich auch ein junger Verein im Langsurer Ortsteil Mesenich an der Sauer. Gegründet wurde der Förderverein „Sauer macht lustig e.V.“ Ende Mai 2019, doch erst kürzlich ins Vereinsregister aufgenommen. Auch eine Folge von Corona. Das Finanzamt hat inzwischen die Gemeinnützigkeit anerkannt. Etwas älter als ein Jahr ist der Verein also und hat bisher nur 27 Mitglieder – doch die Spuren seines Wirkens ziehen sich heute schon durch ganz Mesenich. Und es soll noch weiter gehen. Zunächst war es nur eine Handvoll Mesenicher, die sich 2018 dazu entschlossen, dem Dorfleben auf die Sprünge zu helfen, die Lebensqualität für den Einzelnen und die Gemeinschaft zu verbessern. Nach Angaben der Vorsitzenden Birgit Ries und von Vorstandsmitglied Stephan Pfeifer gab es schon Anfang 2018 viele Ideen dazu, und es bildeten sich verschiedene Projektgruppen. Da nicht jede Gruppe alleine und wenig effektiv „vor sich hinwursteln“ sollte, kam es am 28. Mai 2019 zur Gründungsversammlung. Einen Vereinsnamen gab es noch nicht, doch bei einem Brainstorming hatte Gründungs- und Vorstandsmitglied Tobias Krieger die zündende Idee: „Sauer macht lustig“. Gründungs- und Vorstandsmitglied Rita Heib: „Der Anfang war gemacht und die Begeisterung groß.“

Der Vereinsname sei aber nicht nur ein Gag, erklärt der Vorstand, sondern er zeige auch, dass sich die Vereinsaktivitäten nicht allein auf Mesenich beschränkten, sondern alle Ortsteile der Gemeinde Lang­sur und die Nachbarorte entlang der Sauer mit einschließen sollten. Vorsitzende Ries spricht in dem Zusammenhang von „übergeordneten Angeboten auch für Menschen aus den Nachbarorten“. Dazu zähle etwa das gut angenommene Seniorenturnen. Ein übergeordnetes Projekt soll auch die geplante „Gesundheitshütte“ werden. Dabei gehe es laut Vorstand nicht um die Errichtung eines Gebäudes, sondern um die Einrichtung (eines Gesundheitszentrums) in einem gemeindeeigenen Raum. Ries: „Wir wollen dort keine Muckibude anbieten, sondern die Gesundheit soll im Vordergrund stehen. Heißt: In dieser sollen Bewegung und Training an verschiedenen Geräten möglich sein, die für alle Altersklassen einstellbar sind. Der Gesundheitshütte liegt ein ganzheitliches Gesundheitsverständnis zugrunde – hier werden insbesondere die soziale, die physische und die psychische Gesundheit positiv beeinflusst.

Auch dieses Projekt entspricht ganz den vom Förderverein gesetzten Zielen, die so beschrieben werden: Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität, Förderung und Entwicklung der dörflichen Infrastruktur, Entwicklung von Mobilitätskonzepten (auf der Agenda steht etwa ein Bürgerbus), soziale, kulturelle, ökologische, ökonomische und sportliche Aktivitäten für Jung und Alt.

Das sind einige Zielsetzungen des Fördervereins, von denen sich viele noch im Projektstadium befinden. Aber es fällt auf, was der Verein in der kurzen Zeit seit seiner Gründung in Mesenich bewirkt hat. Dazu gehören die Renovierung der Schutzhütte und des beliebten Wassertretbeckens im Ortskern, Kinderbasteln, das Seniorenturnen mit Übungsleiterin (siehe oben), eine Boulebahn auf dem künftigen Mehrgenerationenplatz, verschiedene Bienenhotels im Eigenbau (durch Rainer Leisen und Herbert Barth), oder Basteln für Kinder.

Derzeit teils noch in Arbeit und teils schon vollendet sind der Bürgergarten auf dem Gemeindegrundstück an der Sauer, wo im September noch ein eigens eingezäunter Kräutergarten angelegt wurde, sowie ein Naturlehrpfad an der Sauer. Beim Besuch der WOCH waren die Arbeiten auf dem weiträumigen Gelände noch im Gange.

Zu den wichtigsten ortsübergreifenden Projekten gehört der Bürgerbus – eine Einrichtung, die in vielen Gemeinden der Region schon seit Jahren mit Erfolg angeboten wird. Dass in Mesenich und seinen Nachbarorten ein Bedarf besteht, hat eine schon abgeschlossene Bürgerbefragung des Fördervereins ergeben.

Diese teils sehr kostenintensiven Projekte kann der Verein aus seinen Mitgliedsbeiträgen von 60 Euro pro Jahr für Erwachsene (über 65 Jahre frei) und 24 Euro für Kinder und Jugendliche (falls kein Elternteil Mitglied ist, sonst frei) nicht aufbringen.

Dazu sagt Vorstandsmitglied Klaus Roderich: „Das große Projekt ,Bürgergarten und Naturlehrpfad‘ wird etwa aus dem europäischen Leader-Programm bezuschusst. Unterstützung erhalten wir auch vom Heimatverein Sauertal aus Langsur. Als weiterer Partner wurde die Innungskrankenkasse Südwest gewonnen, die das Projekt im Rahmen der kommunalen Gesundheitsförderung unterstützt, etwa beim Seniorenturnen.“

Stephan Pfeifer, Peter Bruns und Klaus Roderich (von links) freuen sich über den neuen Bouleplatz auf dem zukünftigen Mehrgenerationenplatz. Foto: Friedhelm Knopp
Die Mitglieder des Fördervereins haben das Wassertretbecken im Ortskern renoviert. Die Kinder freut’s ... die Erwachsenen auch. Foto: Friedhelm Knopp
Auch diese Bienenhotels sind in Eigenleistung durch Rainer Leisen und Herbert Barth entstanden.  Foto: Friedhelm Knopp

Voraussetzung für die Verwirklichung aller Projekte sei jedoch das Engagement der Vereinsmitglieder, betont Vorstandsmitglied Pfeifer: „Mit den Spenden werden ausschließlich die jeweils benötigten Materialien finanziert. Die Arbeitsleistung erfolgt dann ehrenamtlich, genauso wie die Bereitstellung von Geräten und Werkzeugen.“