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Wandern
Deshalb lohnt sich der Volksfreund-Wandertag

Beim Fährmann auf dem Marktplatz enden alle Wege.
Beim Fährmann auf dem Marktplatz enden alle Wege. FOTO: Benedikt Laubert
Wasserliesch. Der nächste Volksfreund-Wandertag startet am 27. Mai. Mit diesem Programm überzeugen die Wasserliescher von ihrer Gastfreundlichkeit.
Benedikt Laubert

Die schlechte Nachricht vorweg: Wer alle Angebote zur Jubiläumsausgabe des Volksfreund-Wandertags am 27. Mai nutzen will, kann sofort einpacken. Helfer wie Joachim Kronz (65) und Karl-Josef Ludwig (65) vom Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Wasserliesch haben schon die Arbeit unzähliger Monate in die Vorbereitung des Wandertags gesteckt, und ein Blick auf das Programm zeigt die gute Nachricht: Die Mühe hat sich gelohnt.

Das sollten die Gäste wissen:

Alle Wandergruppen starten an der Grundschule mit je zwei Wanderführern. Los geht es nach der Begrüßung durch Moderator und TV-Lokalchef Marcus Hormes ab 9.15 Uhr. Die weiteren Startzeiten werden noch bekanntgegeben.

Die Fünf-Kilometer-Route ist durchgehend asphaltiert und für Rollstuhlfahrer und Wanderer mit Kinderwagen geeignet. Die Strecken über zehn, 15 und 20 Kilometer führen gemeinsam durch das Albachtal und teilen sich dann auf. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind auf allen Strecken zu sehen. Unterwegs erläutern je zwei Wanderführer ihren Gruppen Details zu Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt vor Ort und zu Bauwerken, die von der wechselhaften Geschichte der Region zeugen.

Der Weg führt etwa an Korea vorbei. So nannten die Bürger das ehemalige Militärlager Granahöhe, das laut Kronz 1951 als Versorgungsstützpunkt der französischen Streitkräfte während des Koreakrieges eingerichtet wurde.

Bei den Felsformationen am Blockhaus erfahren die Gäste, wie der Felsen laut Kronz vor rund 250 Millionen Jahren entstanden ist, als sich das Meer langsam aus der Region zurückzog. Am Grana-Denkmal geht es um vergleichsweise junge Geschichte: Hier hören die Wanderer von der „Schlacht an der Conzer Brück“ von 1675.

Vorbei geht es auch an der Löschemer Kapelle, einem Kreuzweg und dem Orchideen-Schutzgebiet Perfeist auf dem Liescher Berg (siehe „Natur“).

Neben den geführten Wanderungen gibt es auch ein musikalisches Angebot: Das Jugendorchester des Musikvereins Wasserliesch sorgt an der Mehrzweckhalle für Unterhaltung. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg mit dem TV-Maskottchen Lucky. Es gibt auch Infostände – die rheinland-pfälzischen Landesforsten informieren etwa an einem Stand über Umweltschutz. Der Verein Saar-Obermosel-Touristik zeigt, welche Urlaubsangebote es in der Region gibt.

Der Weg führt nicht nur durch moosbewachsene Wälder sondern auch vorbei am Orchideen-Schutzgebiet Perfeist auf dem Liescher Berg. Dort gibt es in kurzen Abständen 45-minütige Führungen für alle, die sich die seltenen Blüten genauer ansehen wollen. Mehr als 20 Orchideen- und mehrere Enzianarten sind dort laut Naturschutzverein BUND zu sehen (siehe Info).

Ob die Witterung mitspielt oder nicht – diese Frage stellt sich für Wanderführer Joachim Kronz nicht: „Bei Wanderveranstaltungen um Wasserliesch gab es quasi noch nie schlechtes Wetter. Wahrscheinlich ist das einfach gar nicht möglich.“ Und sollte es doch regnen, können sich die Wanderer in der Mehrzweckhalle trocknen und mit Kaffee, Kuchen und warmen Speisen stärken.

Hinter den Kulissen sorgen mehr als ein Dutzend Helfer aus Wasserliesch dafür, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann – neben Kronz und Ludwig aus dem Verein sind das zum Beispiel Ortsbürgermeister Thomas Thelen und der erste Beigeordnete Reinhold Weber. Aber auch die Feuerwehr, der Sportverein und andere helfen mit. Am Volksfreund-Wandertag sorgen 50 Helfer für den perfekten Ablauf.

Eigentlich ist es nie schlecht, vor einer Wanderung Verpflegung für unterwegs mitzunehmen. Aber beim Volksfreund-Wandertag gibt es an vielen Stellen die Möglichkeit, sich zu stärken. Kaffee, Kuchen und warme Speisen gibt es an und in der Mehrzweckhalle in Wasserliesch. Wer unterwegs Hunger oder Durst bekommt, kann sich aber auch am Parkplatz neben dem Orchideen-Schutzgebiet und in einer der zahlreichen Kneipen auf dem Weg stärken. Außerdem ist an dem Tag Kirmes im Nachbarort Fellerich. Wer sich für die 20-Kilometer-Strecke entscheidet, kommt an den Buden vorbei.

Neben den vier Wanderwegen über fünf, zehn, 15 und 20 Kilometer gibt es eine 36 Kilometer lange Mountainbike-Strecke, die über Tawern, Mannebach und Fellerich führt.

Wer will, kann mit dem Auto anreisen. Im Sinne der Umwelt wollen die Veranstalter aber das Zugfahren fördern. Deshalb wird jeder Wanderer, der mit dem Zug anreist, belohnt: Er bekommt ein Freigetränk.

Jetzt ist hier nur eine graue Wiese zu sehen. Aber glauben Sie uns: Am 27. Mai blüht hier alles; eine führung durch das Orchideen-Schutzgebiet lohnt sich.
Jetzt ist hier nur eine graue Wiese zu sehen. Aber glauben Sie uns: Am 27. Mai blüht hier alles; eine führung durch das Orchideen-Schutzgebiet lohnt sich. FOTO: Benedikt Laubert
Bei Wasserlisch gibt es unzählige Wanderwege. Die Helfer haben sich die schönsten Routen heruasgesucht und darauf geachtet, dass für jede Kondition etwas dabei ist.
Bei Wasserlisch gibt es unzählige Wanderwege. Die Helfer haben sich die schönsten Routen heruasgesucht und darauf geachtet, dass für jede Kondition etwas dabei ist. FOTO: Benedikt Laubert
Auf dem Hochplateau nahe Wasserliesch pfeift der Wind durch die Kiefern.
Auf dem Hochplateau nahe Wasserliesch pfeift der Wind durch die Kiefern. FOTO: Benedikt Laubert
Der Weg führt an der Löschemer Kapelle vorbei.
Der Weg führt an der Löschemer Kapelle vorbei. FOTO: Benedikt Laubert
Wer eine Auszeit vom regen Treiben beim Wandertag sucht, findet in der Löschemer Kapelle etwas Ruhe.
Wer eine Auszeit vom regen Treiben beim Wandertag sucht, findet in der Löschemer Kapelle etwas Ruhe. FOTO: Benedikt Laubert
Mitorganisator Karl-Josef Ludwig läuft am 27. Mai selbst als Wanderführer mit.
Mitorganisator Karl-Josef Ludwig läuft am 27. Mai selbst als Wanderführer mit. FOTO: Benedikt Laubert
Wanderführer Joachim Kronz erläutert die Routen.
Wanderführer Joachim Kronz erläutert die Routen. FOTO: Benedikt Laubert