Unsere Vereine: Offen für neue Stimmen

Unsere Vereine : Offen für neue Stimmen

Die Geschichte des Kirchenchors St. Aper Wasserliesch geht auf das Jahr 1902 zurück. Als Gemischter Chor existiert er seit 1922. 25 aktive Sängerinnen und Sänger verleihen dem Chor seinen Klang.

Was ist das Besondere an diesem Chor?

„Es handelt sich um einen Gemischten Chor mit einem im Vergleich zu manch anderem geringen Durchschnittsalter, obwohl wir durch mehrere Generationen gehen von 29 bis 79 Jahren“, sagt Dirigent Bernd Uehlein.

Ziel des Chorleiters ist es, keinesfalls ein „verstaubtes“ Bild des Chores zu zeigen: „Dies schaffen wir vor allem auch mit Hilfe der Auswahl entsprechender Chorstücke. Zu vielen Gelegenheiten suchen wir nach Stücken der heutigen Zeit.“ Hier bieten beispielsweise Komponisten aus Großbritannien einen reichen Fundus an klangschönen und ansprechenden Werken, bei denen nicht nur die Sängerinnen und Sänger, sondern auch die Zuhörer viel Freude haben. Gesungen wird auch in Englisch, Französisch, Spanisch und der Luxemburgischen Landessprache.

Außerdem werden in zweijährigem Abstand größere Konzertprojekte im Dekanat veranstaltet. Das letzte war 2018 mit einem Auftritt aller Chöre des Dekanats zur Eröffnung der Heilig Rock Tage. Dies sind für alle Beteiligten auch besondere Erlebnisse, denn mehr als 100 Sängerinnen und Sänger zusammenzubekommen ist nicht alltäglich.

Der Chor bemüht sich auch, im Rahmen seiner liturgischen Aufgaben, neue Klänge in die heilige Messe zu bringen und auch der Gemeinde neue Lieder vorzustellen.

Und das nicht nur in Wasserliesch. Einige Male im Jahr singt der Chor auch „auswärts“, so in Temmels und auch im luxemburgischen Grevenmacher.

Zu Grevenmacher besteht eine besondere Verbindung, da der Chorleiter im dortigen städtischen Chor seit Jahren aktiver Sänger ist. Vor zwei Jahren wurde im Advent ein Konzertprojekt mit den Chören aus Wasserliesch und Grevenmacher veranstaltet was sehr erfolgreich war. So hilft man sich auch außerhalb solcher Projekte gegenseitig aus, wenn Sängerinnen oder Sänger gebraucht werden. „Diese grenzüberschreitende Kooperation ist manchmal einfacher als eine Zusammenarbeit in direkter Nachbarschaft“, bedauert der Chorleiter. Von Wasserliesch aus moselaufwärts gibt es in manchen Gemeinden gar keinen Chor oder er hat sich aufgelöst. Hier gäbe es bestimmt noch großes Potenzial an Stimmen.

„Singen im Chor ist eines der vielseitigsten Hobbys, es baut Alltagsstress ab, bietet Herausforderung und Erfolgserlebnisse. So bleiben Geist und Körper stets beansprucht“, wirbt der Chorleiter. Gelegentlich kommen Sängerinnen und Sänger gestresst vom Alltag in die Probe und verlassen sie zufrieden und entspannt. Es ist ein absolutes Abschalten vom Alltag, da der volle Einsatz der Musik und dem Gesang dient.

Für die Teilnahme im Chor besteht auch immer die Alternative, sich für ein Projekt zu melden. So hat man die Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum mit im Chor zu sein, ohne sich auf Jahre regelmäßig zu verpflichten.

„Wir versprechen den Zuhörern ein äußerst abwechslungsreiches Programm mit Chor und Orchestermusik verschiedenster Epochen“, sagt Uehlein. Da geht es vom strengen Barock bis in die klangvolle Romantik, von der neuzeitlichen Bearbeitung alter Adventsgesänge bis hin in vorweihnachtlich klingende, harmonische Lieder. Daneben werden auch zwei Stücke für Orchester und Instrumentalsolisten zu hören sein.  Eine ideale Einstimmung auf die kommende Weihnachtszeit.

Daneben ist der Chor keine „geschlossene Gesellschaft“.  Man ist offen für neue Stimmen und Interessenten die auch nur einmal hereinschauen wollen. Geprobt wird immer mittwochs ab 20 Uhr im Haus der Begegnung neben der Pfarrkirche.

Der Kirchenchor St. Aper bei einem Konzert in Grevenmacher 2017. Foto: Kirchenchor St. Aper Wasserliesch
Geprobt wird immer mittwochs ab 20 Uhr im Haus der Begegnung. Foto: Herbert Thormeyer
Klaus Strupp ist mit seinen 79 Jahren der älteste Sänger im Chor. Er singt Bass und ist auch der Organist der Pfarrei. Seit 1957 ist der aktives Mitglied. „Damals hatten wir noch gut 60 Sängerinnen und Sänger“, erinnert er sich. Unter dem Dirigenten Josef Hoff wurde viel auf Latein gesungen. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) änderte sich das. Dafür dass singen fit hält ist Klaus Strupp ein Paradebeispiel. Foto: Herbert Thormeyer
Monika Klassen (52) singt seit 1999 in Wasserliesch mit. Vorher war sie in einem Trierer Kirchenchor. „Wohnortnah ist einfach praktischer“, findet sie und empfindet den Gesang als guten Ausgleich zu ihrer Arbeit als Verwaltungskraft beim Bistum. Wichtig ist der Sopranistin auch die schöne Gemeinschaft im Kirchenchor St. Aper. Foto: Herbert Thormeyer
Die Sopranistin Martha Könen machte erst beim Projektchor mit. „Ich war so begeistert, dass ich geblieben bin“, freut sich die 61-Jährige. Die Freude, die in diesem Chor entsteht, sei einfach ansteckend. Gesang ist ihr wichtig, egal ob weltlich oder Kirchenmusik. „Schön muss sie sein“, ist ihr Kriterium. Foto: Herbert Thormeyer
Dirigent beim Kirchenchor St.Aper Wasserliesch. Foto: Herbert Thormeyer
Der Kirchenchor St. Aper im Jahre 1954 mit Pfarrer Martin. Foto: Kirchenchor St. Aper Wasserliesch

Manchmal bestehen ja Bedenken ob man in Chor singen kann, ob man das denn schafft. Hier gilt es wirklich, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. In vielen Fällen gibt es „Aha-Erlebnisse“. Denn viele Fähigkeiten lassen sich erlernen. Neben dem Einstudieren von Chorstücken, wird vom Dirigenten in Wasserliesch auch sehr großes Augenmerk auf die Stimmbildung gelegt. Die Arbeit mit der eigenen Stimme ist mindestens so wichtig wie das Erlernen neuer Stücke. Und das dies zum Erfolg führt und zudem noch großen Spaß macht, können die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors St. Aper Wasserliesch „unisono“ bestätigen. Fragen beantwortet der Dirigent unter Bernd@obermosel.de.