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Kostbares Kraut: Löwenzahn

Wildkräuter : Kostbares Kraut: Löwenzahn

(red) Aufgrund der aktuellen Situation können die beliebten Wildkräuterwanderungen im Naturpark Saar-Hunsrück derzeit nicht angeboten werden.

Stattdessen informiert der Naturpark über schmackhafte Wildkräuter und deren Verwendung in der Küche. Die Natur bietet vor der Haustür zahlreiche essbare Wildpflanzen, deren Vitalstoffe oft wesentlich höher sind als bei allgemeinen Nutzpflanzen.

Im Volksmund wird der Löwenzahn Kuhblume, Eierbusch, Hahnenspeck, Goldblom, Pusteblume, Kettenblume, Kuckucksblom oder Seichkraut genannt. Als unterschätzte Wild- und Heilpflanze sowie Delikatesse ist der Löwenzahn seit Jahrhunderten auf dem heimischen Speiseplan und als Stoffwechselturbo in der Tee- und Wildkräuterküche hoch im Kurs. Löwenzahn ist vielseitig genießbar. Egal ob als Rohkost zubereitet oder weiterverarbeitet, die Vitalpflanze gehört auf jeden kulinarischen Frühjahrstisch.
Der Löwenzahn mit seiner leuchtend gelben Blüte, der wunderschönen Pusteblume und seinen markant zahnigen Blättern ist von der Wurzel bis zur Blüte verwertbar.

Boden, Standort und Ernte

Der Löwenzahn wächst auf vielen Böden vom Saartal bis in den Hunsrück in Wald, Feld, Wiese, Weide, Acker, Wegrand und Lichtung.

Im Wechselspiel zwischen Pflanze und Tier ist der Löwenzahn durch die frühe Blüte eine bedeutende Bienenweide, die als Nahrungsquelle für Honigbienen, Wildbienen und sonstige blütenbestäubende Insekten im Frühjahr lebenswichtig ist. Kinder sind fasziniert von der reizvollen Pusteblume und flechten gerne schmuckvolle Kränze aus den Blütenstielen.

Beeindruckend sind auch die vielen einzelnen Samenkörner der Wunderblume, die durch den Wind oder durch pusten als Fallschirme davon segeln. Von den Löwenzahnsamen ernähren sich viele kleine Vögel.

 Löwenzahn am besten morgens bei sonnigem Wetter von ungedüngten Wiesen stechen oder im Garten ernten. Gourmets stechen  „naturbleichen“ Löwenzahn in Maulwurfshaufen.

Löwenzahn ist gesund

Der Frühjahrsvitaminpflanze Löwenzahn werden in der Volksheilkunde heilwirksame und enstchlackende Kräfte zugeschrieben. Die stoffwechselanregende Wildpflanze weist eine Fülle an Vitalstoffen, Enzymen, Vitaminen, Bitterstoffen und Mineralien auf. Alle Pflanzenteile sind für die Heilkräuterkunde wichtig.

Löwenzahn wirkt entwässernd und leicht abführend. Deshalb wird er zur Reinigung der Nieren eingesetzt, besonders bei einer Neigung zur Nierenstein-Bildung. Auch bei Leber- und Gallenbeschwerden, bei Gelenkschmerzen und Abnutzungserscheinungen an Gelenken und Bandscheiben können seine heilsamen Inhaltsstoffe helfen.

Verwenden Sie die ersten zarten Blätter in einem leckeren Salat. Das Lebenskraft spendende Kraut enthält wertvolle Mineralstoffe, Vitamin B, C, D sowie Provitamin A und ist fast so carotinreich wie die Möhre.

Löwenzahn wird in der Heilkunde eingesetzt zur Blutreinigung, belebt durch die Bitterstoffe den Körper bei Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwäche, Leber- und Gallebeschwerden und bei Verdauungsstörungen.

Die blutreinigende Wirkung der Löwenzahnwurzeln wirkt bei Rheuma- und Gichterkrankungen. Gesundheitsapostel bevorzugen ganzjährig grünen Löwenzahn, dessen Bitterstoffe sehr gesund sind.

Löwenzahn kulinarisch

Der Löwenzahn bereichert den heimischen Speiseplan. Die Blätter können roh oder gekocht als leckere Mahlzeit zubereitet werden. Die Blüten sind sehr dekorativ und verfeinern Quark, Butter, Salate und Suppen. Die gemahlene Wurzel kann als Tee oder geröstet als koffeinfreier Kaffee-Ersatz ein gesundes leckeres Getränk darstellen. Auch als Löwenzahnwein oder -bier ist die Vitalpflanze Löwenzahn sehr bekömmlich. Die jungen, hellgrünen, nur leicht bitter schmeckenden Blätter sind als Salat, Gemüse, Chutney, Snack, Kapernersatz, Wildkräuterquiche, Mixgetränk, Likör, Smoothie, Tee, Brotaufstrich wie Pesto verarbeitet, wahre Delikatessen vor allem im Frühjahr. Aus den gelben Blüten kann ein wohlschmeckendes Blütengelee, auch Löwenzahnhonig genannt, gekocht werden. Ein typisches regionales traditionelles Frühlingsgericht ist Löwenzahn mit Kerschdscher (Bratkartoffeln), Lyoner, Dörrfleisch und Eiern. Als heimisches Superfood sind Bettsäächer-Pesto- und ‑Smoothies heiß begehrt.

Löwenzahnsuppe:

Halbe Zwiebel würfeln und in Öl leicht anbraten, 2-3 Handvoll Löwenzahnblätter hinzugeben und unter Rühren kurz erhitzen. Nach Geschmack Lauch, Tomaten, Karotten oder andere Wildpflanzen dazugeben, kurz andünsten lassen und mit Wasser auffüllen. Die Suppe für 20-30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen und anschließend mit einem Pürierstab oder Mixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Naturpark-Bettsäächer-Salat

300 g junger selbstgepflückter Löwenzahn, ca. 300 ml. Milch, 4 EL Rapsöl regional, 2 EL Apfelessig, 1 kl. Knoblauchzehe gepresst, 1 kl. Schalotte, gewürfelt, 1 TL mittelscharfen Senf, Salz, Pfeffer, 1 TL Honig, 1 Scheibe Dinkelbrot oder Bratkartoffeln klein gewürfelt, 60 g Dürrfleisch fein gewürfelt, 2 Eier hart gekocht und geviertelt und Rapsöl zum Anbraten der Brotwürfel.

Honig mit Löwenzahnblüten

100 Löwenzahnblüten, 500 g Akazienhonig, Blüten abspülen und trocknen. Ein Glas zur Hälfte mit den Blüten füllen, den Honig darüber gießen und das Glas verschließen; die Blüten steigen nach oben. Das Glas mehrmals umdrehen, bis die Blüten sich absetzen und nicht mehr aufsteigen.