1. Die Woch

Motor: Lexus-Luxus aus der Steckdose

Motor : Lexus-Luxus aus der Steckdose

Der SUV UX300e ist erster Vollzeitstromer und stärkstes Baureihen-Modell der japanischen Edelmarke.

Weg mit dem Verbrenner – jetzt wird zu 100 Prozent elektrisch gefahren: Die Toyota-Nobeltochter Lexus schickt ihren ersten Vollzeit-Stromer auf unsere Straßen. Dann heißt es nicht mehr Hybrid, also Verbrenner plus Batterie-elektrische Energie, sondern nur noch E-Technik. Am 11. Januar werden die ersten Exemplare des UX 300e in den Schauräumen der regionalen Händler stehen. Der Name ist Programm: Das Fahrzeug basiert nämlich auf dem gleichnamigen kompakten Crossover-SUV.

Für die „hübschen Töchter“ ausländischer Marken, bei denen man weder Kosten noch Mühen gescheut hat, ist der Weg zum Kunden oft beschwerlicher als sogenannten deutschen Nobelmarken. Egal, ob sie nun namentlich unter dem Dach der Mutter oder als eigenes Label inszeniert werden.

Diese Erfahrung hat Nissan mit Infiniti gemacht. Citroën mit DS und die spanische Volkswagen-Tochter Seat mit dem sportlichen Ableger Cupra versuchen sich derzeit genauso an einer erfolgreichen Abspaltung besonders sportlicher oder luxuriöser Modelle als eigene Marke.

Allerdings spielt Lexus noch einmal in einer anderen Liga, denn der angesehene „Stammbaum“ in Person des weltweit zweitgrößten Autoherstellers Toyota ist eine Mitgift, die manche Tür öffnet. Und ganz so sehr unterscheidet man sich zumindest in Sachen Technik und Ideologie nicht voneinander. Lexus muss also nicht so sehr die virtuellen Ellbogen einsetzen, um sich bei den Luxus-Stromern in diesem Segment einen Namen zu machen, sondern bringt schon eine wohlfeile Eintrittskarte mit.

Mit 204 PS Leistung wird der Neue das stärkste Modell der Baureihe, aber auch das teuerste. (47 550 Euro brutto). Die Leasingrate beginnt bei 399 Euro. inkl. 19% MwSt.). Das Bedeutet, dass der Kunde die vollen 9000 Euro der ausgelobten Umweltprämie nicht abziehen kann. Es bleibt bei 7500 Euro. Von den Vollhybriden unterscheidet sich der UX300e optisch nur marginal. Das sind Klappen im unteren Lufteinlass, die sich je nach Zustand der Batterie automatisch öffnen und schließen und den cW-Wert auf 0,31 senken. Die größere Unterboden-Abbdeckung und die glatte Unterseite der Batterie sollen zudem die Windschlüpfrigkeit verbessern.

Zum Antriebsstrang gehört ein von Lexus entwickelter 204 PS starker Elektromotor. Das Aggregat wird gespeist aus einer 54,3-kWh-Lithium-Ionen-Batterie mit 288 Akku-Zellen. Das soll nach NEFZ-Variante für 400 Kilometer reichen. Lexus gibt den Stromverbrauch kombiniert mit 17,1 – 16,8 kWh für 100 Kilometer an.

Zugunsten der Reichweite ist die Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h begrenzt. Besonders auffallend waren bei unseren ersten Fahreindrücken Laufruhe und Fahrkomfort. Auch dann noch, wenn man vergleichbare Stromer herannimmt, die ja ebenfalls keine lautstarken Poltergeister auf unseren Straßen sind.

Thema Rekuperation: Über Schaltwippen am Lenkrad kann man im urbanen Verkehr die Verzögerung und damit die Energierückgewinnung vierstufig bedienen. Das geht bis zum sogenannten „One-Pedal-Driving“ ohne Bedienung des Bremspedals in der stärksten Einstellung.

Auf die Batterie gibt Lexus eine Garantie bis zu zehn Jahren oder eine Million Kilometer auf den Lithium-Ionen-Akku. Außerdem nimmt Lexus ihn auch zum Recycling zurück. Die Ingenieure haben für die Hochleistungsbatterie ein Lüftungssystem konzipiert, das bei hohen Geschwindigkeiten und Schnellaufladungen eine stabile Akku-Leistung sicherstellen soll.

 Der UX300e ist der erste batterie-elektrisch betriebene Lexus.
Der UX300e ist der erste batterie-elektrisch betriebene Lexus. Foto: Lexus

Herzstück in punkto Sicherheit ist die zweite Generation des „Lexus Safety System+“, das mehrere Sicherheitstechnologien und Fahrassistenzsysteme miteinander kombiniert. Es beinhaltet eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, das Pre-Crash Safety System mit Fußgängererkennung, den Spurführungs-Assistent mit Spurwechsel-Warner und Lenkunterstützung sowie die Verkehrszeichenerkennung und einen (adaptiven) Fernlicht-Assistenten.