1. Die Woch

Unsere Vereine: Line Dance macht glücklich

Unsere Vereine : Line Dance macht glücklich

Die Old City Liners Trier sind vor zehn Jahren gegründet worden - Ihre Begeisterung merkt man den Tänzern deutlich an.

Es ist Freitagabend, der Balkensaal im Bürgerhaus in Trier-Nord ist hell erleuchtet, und eine bunt gemischte Gruppe tanzbegeisterter Menschen im Alter von 12 bis 66 Jahren steht erwartungsvoll auf der Tanzfläche. Aus dem Lautsprecher ertönt die Musik für den ersten Tanz „Calm after the Storm“ von der Band The Common Linnets, Andrea gibt das Startkommando, und schon geht es los: Alle Line Dancer, die sich – wie der Name schon vermuten lässt – in mehreren Reihen hintereinander aufgestellt haben, setzen sich synchron zur Musik in Bewegung und tanzen die Schrittfolgen, die sie in den vorangegangenen Trainingsstunden zu dem Song gemeinsam eingeübt haben.

Seit fast zehn Jahren treffen sich die Old City Liners jede Woche, um ihre Freude am Tanzen und an der Musik auszuleben: „Line Dance macht glücklich“ ist zum geflügelten Wort in der Szene geworden, und auch den Trierer Tänzern merkt man ihre Begeisterung deutlich an. Zu eingängiger Guter-Laune-Musik aus den Bereichen der Country Music oder der Popmusik bewegen sie sich über das Parkett mit Shuffles, Drehungen, Rumba-Schrittfolgen und vielen anderen Kombinationen.

Für einige „Steps“ haben hier Standard- und Lateintänze wie Cha-Cha-Cha, Foxtrott oder Jive Pate gestanden. Daher kann es für Neueinsteiger zwar von Vorteil sein, schon mal eine Tanzschule besucht zu haben – eine Notwendigkeit ist es aber definitiv nicht. Denn hier wird alles „von der Pike auf“ gelernt, und Trainerin Andrea nimmt sich so viel Zeit beim Einüben aller Tänze, dass alle – auch die Anfänger – immer gut mitkommen. Wer neu hier ist, merkt schnell: Mit jedem neu gelernten Tanz wachsen auch die Erfahrung, der Spaß und die Sicherheit beim Tanzen. Und da, wo man anfangs noch alle Schritte im Kopf mitgedacht hat, tanzen die Beine irgendwann von allein.

Andrea Schwickerath trainiert heute die Old City Liners gemeinsam mit drei Assistentinnen und Assistenten, zu denen auch ihr Ehemann gehört. Beide blicken auf eine lange gemeinsame Tanzgeschichte zurück, die schon in jungen Jahren begann.

Kennengelernt haben sie sich in der Tanzschule, aber erst im Jahr 2009 kamen sie in einem Tanzclub erstmals mit Line Dance in Berührung. Und für Andrea war damals sofort klar: Das war „Tanzliebe auf den ersten Schritt“. Die Begeisterung brachte nun den Stein ins Rollen, denn auch die anderen Line-Dance-Fans aus dem Tanzclub wollten mehr. Sie wollten den Line Dance „leben“ und „fühlen“, sich wie Cowgirls und Cowboys anziehen, zu Country- und Line-Dance-Festen fahren und bei Livemusik das Erlernte tanzen.

So entstanden die Old City Liners, die im Balkensaal des Bürgerhauses Trier-Nord ein neues Domizil fanden. Seit November 2010 tanzen hier lebensfrohe Gleichgesinnte, fahren von einem Event zum anderen und treffen Menschen, die genauso „verrückt“ nach Line Dance sind. Denn Line Dancer sind immer fröhlich und lustig. Kein Wunder also, dass in der tollen Gemeinschaft der Old City Liners schon viele private Freundschaften entstanden sind und es zusätzlich zu den zahlreichen Country-Events jede Menge anderer Angebote an gemeinsamen Unternehmungen, Treffen und Feiern gibt.

Im Oktober hätte es für die Trierer Line Dancer noch ein besonderes Event gegeben, denn zehn Jahre Old City Liners in Trier sind definitiv ein Grund zum Feiern. Leider musste das Jubiläums­event wegen den Corona-Hygienevorschriften abgesagt werden. Im Jahr 2015 wurde das fünfjährige Bestehen gebührend mit vielen anderen Line-Dance-Vereinen und Gruppen aus der Großregion begangen – damals in der Halle am Bach der KG Trier-Süd. Im November 2020 wären im Bürgerhaus Trier-Ehrang die Boots über das Tanzparkett gefegt.

Dass Line Dance tatsächlich glücklich macht, konnte übrigens Dr. Peter Lovatt, Psychologe an der University of Hertfordshire (Großbritannien) wissenschaftlich nachweisen. Er erforscht seit Jahren, wie sich das Tanzen im Allgemeinen auf das Wohlgefühl eines Menschen auswirkt. Nach einem zehnwöchigen Experiment zeigten die Ergebnisse, dass die Versuchsteilnehmer sich nach dem Tanzen besser und glücklich fühlen, „wobei Tänze, bei denen es nicht um Wettstreit geht, und die eine leicht erlernbare, sich wiederholende Struktur haben – wie zum Beispiel Line Dance – sich als besonders wirkungsvoll erwiesen“ (Quelle: Richard Wiseman: „Machen, nicht denken“ – Fischer Taschenbuch, 8. Auflage 2013). Wer also eine Extraportion Glück in sein Leben bringen möchte, trifft mit Line Dance die absolut richtige Wahl.

Was Line Dance für mich bedeutet

Sieben Stimmen aus dem Verein

Madeleine: Seit nunmehr fast zwölf Jahren tanze ich Line Dance. Meine Begeisterung für diese Tanzform ist ungebrochen. Faszinierend ist die Vielfalt der Musik und Rhythmen. Ich freue mich immer wieder auf das Tanztraining und auf all die tollen Menschen, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe und noch kennenlernen werde. Ein besonderes Highlight sind für mich die Events, wenn einige Hundert Menschen die Tanzfläche mit ihren Boots zum Vibrieren bringen.

Angela: Tanzen ist Träumen mit den Füßen, und Line Dance macht besonders Spaß, da es in einer Gemeinschaft stattfindet. Körper, Geist und Seele bekommen ihre Streichel­einheiten.

Andrea: Zu Beginn meiner Trainer-Tätigkeit fing ich in einer kleinen Gruppe an, meinen Freunden verschiedene Tänze beizubringen. Es war eine neue Herausforderung für mich, die mir sehr viel Spaß und Freude bereitete.

Mittlerweile trainiere ich eine größere Gruppe, die „Old City Liners“. Meine Leidenschaft mit anderen Gleichgesinnten zu teilen, macht mir wahnsinnig viel Freude. Wenn wir im Anschluss das Erlernte gemeinsam tanzen können, macht mich das zu einem glücklichen Menschen. Ein Leben ohne Line Dance kann ich mir nicht mehr vorstellen. Es gibt mir den Ausgleich zu meiner täglichen Arbeit.

Marion und Jutta: Wie kamen wir zum Line Dance? Auf dem Karl-May-Sommerfest hat uns eine Gruppe Frauen Line-Dance-Schritte gezeigt, das machte uns neugierig. Wir haben im Internet recherchiert und sind so an die Old City Liners Trier geraten. Wir sind jetzt zwei Jahre dabei, und es gefällt uns richtig gut – gute Trainerin und nette Leute.

Lothar: Warum ich bei den Old City Liners bin? Weil ich beim Tanzen mit den anderen gute Laune bekomme. Und diese gute Laune hält oft noch bis in den nächsten Tag hinein an.

Patty (Patricia): Line Dance tut Körper, Geist und Seele gut. Besonders in der Gruppe mit den Old City Liners Trier macht das Tanzen doppelt so viel Spaß.

Was genau ist eigentlich Line Dance?

Der Name sagt es bereits: Beim Line Dance tanzen die Tänzer und Tänzerinnen gemeinsam in Reihen („Lines“) neben- und hintereinander. Line Dance ist für Tanzbegeisterte jeden Alters geeignet, und getanzt wird in der Regel ohne Partner. Es gibt bestimmte Schrittfolgen, die zu einer Anzahl von Takten getanzt werden und sich regelmäßig wiederholen. Dadurch ist es bei einfachen Tänzen möglich, schon nach wenigen Wiederholungen in der Gruppe mitzutanzen. Beim Line Dance können Menschen, die sich nicht kennen und möglicherweise keine gemeinsame Sprache sprechen, miteinander tanzen. Die Choreographien der meisten Tänze werden überall auf der Welt gleich gelernt – ganz egal, ob in den USA, Spanien, Deutschland oder Japan. Wo auch immer weltweit ein Country-Event stattfindet: Sobald das Intro von „Any Man of Mine“ von Shania Twain angespielt wird, wissen alle sofort: ­„Canadian Stomp“ – nichts wie hin auf die Tanzfläche!

Wie Line Dance entstand

Die Emigranten, die einst die Vereinigten Staaten von Amerika besiedelten, hatten unter anderem auch ihr kulturelles Erbe im Gepäck. Von Clantänzen der Iren und Schotten über das Menuett bis zur Polka sowie vielen anderen Tanzformen wurden diese in der neuen Welt gepflegt.

Die Cowboys an der westlichen Grenze gaben in der Zeit von 1860 bis 1890 traditionellen Tanzschritten ihren eigenen Country- und Westernstil. Aus Walzer und Polka entwickelte sich der Square Dance. Zur Zeit des Rock ’n’ Roll ging man zum Tanz in Reihen über. In den 1970er Jahren fand sich der Formationstanz im Film >" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">„Saturday Night Fever“ wieder. 1980 wurde mit dem Film „Urban Cowboy“ eine weitere Welle von Country Music und Westerntänzen ausgelöst.

Ein weiterer Boom begann 1992, als für Billy Ray Cyrus’ Titel
„Achy breaky heart“ ein eigener Line Dance konzipiert wurde.

Rund um den Line Dance

Es wird unterschieden ­zwischen:

• Anfänger/Beginner

• Fortgeschrittene

• Fortgeschrittene plus

In der Regel gilt als Anfänger, wer noch gar keinen Line Dance getanzt oder noch wenig Erfahrung damit hat. Der Übergang zum Fortgeschrittenen ist fließend und äußerst individuell.

Auch unterscheidet man
die Tänze in:

• Beginner

Anfängertänze, die einfach zu erlernen und zu tanzen sind

• intermediate

mittelschwer, geeignet für fortgeschrittene Anfänger

• advanced

schwierige bis sehr schwierige Tänze, geeignet für sichere Fortgeschrittene

Geänderte Trainingszeiten wegen Corona

Dienstag:

17 Uhr – 18.10 Uhr für Fortgeschrittene

18.15 Uhr – 19.15 Uhr für Fortgeschrittene

19.20 Uhr – 19.35 Uhr Pause

19.40 Uhr – 20.40 Uhr für Beginner

20.45 Uhr – 21.00 Uhr Pause

21 Uhr – 22 Uhr freies Tanzen für alle

Freitag:

17 Uhr – 18.10 Uhr für Fortgeschrittene Anfänger

18.15 Uhr – 19.15 Uhr  Anfänger + (WH Klassiker)

19.20 Uhr – 19.35 Uhr Pause

19.40 Uhr – 20.40 Uhr für Beginner

Die Old City Liners bei Veranstaltungen – oben im Jahr 2015 Foto: Michael Hauprich
Foto: Michael Hauprich
Maskottchen und Vereinsschild der Old City Liners Foto: Bernhard Schwickerath

20.45 Uhr – 21.45 Uhr Anfänger + (WH Klassiker)