1. Die Woch

Unsere Vereine: Mit frischem Schwung aus dem Lockdown

Unsere Vereine : Mit frischem Schwung aus dem Lockdown

Optimismus beim Eifelverein: Ortsgruppen starten nach der Zwangspause wieder ihr Wanderprogramm und hoffen auf neue Mitglieder.

Weil die Menschen wieder raus in die schöne Eifelnatur wollen, weil sie es vor allem wieder gemeinsam mit ihren Wanderfreundinnen und -freunden tun wollen, deshalb verzeichnen die Eifelvereinsgruppen keinen Mitgliederschwund. Im Gegenteil: Nach dem behutsamen Ende des Lockdowns erwarten sie großes Interesse an den Angeboten, viele Gäste und neue Mitglieder. Nachdem 2019 noch alle Aktivitäten möglich waren, mussten von Mitte März bis Mitte Juni 2020 sowie ab Mitte Oktober bis heute alle Angebote wegen der Corona-Vorschriften abgesagt werden.

Die Woch hat bei drei großen Ortsgruppen des Eifelvereins – Daun, Wittlich und Wittlich-Land – nachgefragt:

Wie war es vor Corona?

Wie ist es in Corona-Zeiten?

Wie sieht die Zukunft aus?

In normalen Zeiten: Ein volles Jahresprogramm

550 Mitglieder hat die Ortsgruppe (OG) Daun. Sie besteht wie auch die Wittlicher seit der Gründung des Eifelvereins im Jahr 1888. „Wir machen mit unserem jährlichen Veranstaltungsplan ein umfangreiches Angebot an unsere Mitglieder. Gäste, Freunde und Gleichgesinnte können zu jeder Zeit mitwandern“, sagt die Geschäftsführerin Gabi Thull. Das Programm sieht neben Radtouren und Seniorenspaziergängen in der Hauptwanderzeit für jeden Sonntag eine Ganztagswanderung vor. Zwei Bergtouren und eine Kultur- und Wanderreise bilden die jährlich wiederkehrenden Höhepunkte. Ein wichtiges Standbein ist das wöchentliche Angebot „mit Schwung in den Tag“. Dabei geht es jeweils dienstags ab 8.30 Uhr für eineinhalb Stunden durch den Dauner Stadtwald Wehrbüsch. Von Juni 2020 bis Anfang Oktober wurde dieses Angebot bei 19 Wanderungen von mehr als 500 Teilnehmern wahrgenommen.

Für die Säubrenner blickt Wanderwart Uli Marmann auf ein überaus erfolgreiches Wanderjahr 2019 für seine 275 Mitglieder zurück. „Die rund 25 Wanderwochen waren ausgebucht. Die Sonntagstagestour, die kürzeren Mittwochswanderungen und die Seniorenwanderungen fanden viel Zuspruch. Ebenfalls die zehn Kulturveranstaltungen und die sieben Radtouren. Wintergrillen, Sommerfest und Weihnachtsfeier waren gut besucht. Die jährlich organisierten Highlights, wie die Tagestour – zuletzt nach Brüssel – und die einwöchige Ferienfahrt nach Oberammergau waren kurz nach Terminankündigung ausgebucht.

Helmut Simon ist der Vorsitzende der Ortsgruppe Wittlich-Land, die sich 2008 für den damaligen Bereich der Verbandsgemeinde (VG) Wittlich-Land gründete. Eine weitere Ortsgruppe besteht noch in Manderscheid für den Bereich der ehemaligen VG Manderscheid. Aktuell hat die Gruppe 170 Mitglieder. Der Veranstaltungsplan bietet zweimal wöchentlich eine Wanderung, dienstags mit Einkehr für die Senioren. Eine Tagesfahrt ist jährlich im Programm enthalten. Bei einer Mehrtagesfahrt 2019 ging es an die Romantische Straße mit dem Ziel Rothenburg ob der Tauber. Überaus wichtig ist Simon der jährliche Wandertag. „Gemeinsam mit einem örtlichen Verein in unserer VG bieten wir dann drei Wanderungen über fünf, zehn und 15 Kilometer mit einem entsprechenden Programm vor Ort an.“ Ein großes Highlight war der Wander-Marathon Eifel 2019 mit insgesamt 500 Teilnehmern, gemeinsam mit Moseleifel-Touristik organsiert.

Wegen Corona wurden alle Wanderaktivitäten von heute auf morgen lahmgelegt. Trotzdem waren die Verantwortlichen im Dauereinsatz.

Gabi Thull: „Von Juni bis Oktober haben die im Veranstaltungsplan 2020 aufgeführten Wanderungen und Mehrtageswandertouren zur großen Freude der vielen Teilnehmer fast alle stattgefunden. Der Zulauf zu den Radwandertouren war besonders groß. Es war allerdings traurig, dass wir unsere Kulturveranstaltungen alle absagen mussten und sie auch in 2021 schon wieder teilweise Corona zum Opfer gefallen sind.“

Ebenso frustriert schaut Uli Marmann auf die tollen Teilnehmerzahlen der letzten neun Sonntagswanderungen, die programmgemäß durchgeführt werden konnten. „Es waren noch drei Rad-und Kulturveranstaltungen möglich; sogar unser Sommerfest in Plein konnten wir am 23. August durchführen. Fertig geplant, bereits voll ausgebucht, mussten unsere Ferienfahrt ins Alte Land und die beiden Mehrtagestouren an Ahr und Neckar abgesagt werden.“

„Kurz schütteln und durch“, war die Devise der Verantwortlichen in den drei Ortsgruppen des Eifelvereins. „Als Wanderwart und als Wanderführer will ich natürlich auch weiterhin körperlich fit bleiben, um sofort wieder loszulegen, wenn uns Merkel & Co. wieder unsere gewohnten Vereinsaktivitäten erlauben“, sagt Uli Marmann. Er hat vielfach das regionale Programm von Bus und Bahn genutzt, um die Ziele in der nahen Heimat anzusteuern. „Dabei ist man dann – leider sehr selten – einem wie ich ebenfalls einsamen Wanderaktivist unserer Wandergruppen begegnet.

Wichtig war für die Ortsgruppen die Betreuung der Wanderwege, die durch Wegepatenschaften des Gesamtvereins geregelt ist. „Vor allem ist oft die Beschilderung zu verbessern oder zu ersetzen. Größere Probleme, wie umgefallene Bäume, müssen den Verantwortlichen gemeldet werden“, sagt Helmut Simon. Vor allem ging es aber um die Planungen für die Zukunft. „Wie sonst in persönlichen Besprechungen wurden die Planungen per E-Mail und Zoom miteinander abgestimmt“, so Gabi Thull.

Der Blick in die Zukunft: Die Ortsgruppen erwarten höhere Teilnehmerzahlen bei ihren Aktivitäten und einen Mitgliederzuwachs.

Der Plan für den Rest von 2021 und die Anfänge 2022 steht. Gabi Thull, Uli Marmann und Helmut Simon sind sich einig: „Sobald Sport im Außenbereich wieder möglich ist, werden die Wanderungen, auch in kleineren Gruppen, nach unserem Programm sofort wieder starten. Auch die Mehrtagestouren sind vorgeplant einschließlich der Vor-Ort-Übernachtungen.“

 Die Dauner Wandergruppe nach dem ersten Lockdown am 1. Juni 2020 auf dem Weg durch das Irsental zum Ourtal vorbei am Dreiländereck Belgien/Luxemburg/Deutschland.
Die Dauner Wandergruppe nach dem ersten Lockdown am 1. Juni 2020 auf dem Weg durch das Irsental zum Ourtal vorbei am Dreiländereck Belgien/Luxemburg/Deutschland. Foto: Eifelverein Daun
 Da war Corona noch kein Thema: Wandertag des Eifelvereins Wittlich-Land 2019 in Salmtal.
Da war Corona noch kein Thema: Wandertag des Eifelvereins Wittlich-Land 2019 in Salmtal. Foto: Eifelverein Wittlich-Land
 Ohne Social Distancing: Jubiläumsfeier „10 Jahre Ortsgruppe Wittlich-Land“ 2018 in Bruch.
Ohne Social Distancing: Jubiläumsfeier „10 Jahre Ortsgruppe Wittlich-Land“ 2018 in Bruch. Foto: Eifelverein Wittlich-Land
 Mit dem Eifelverein Wittlich und der Sängerin Judith Marien ging es im Juni 2020 nach Oberscheidweiler.
Mit dem Eifelverein Wittlich und der Sängerin Judith Marien ging es im Juni 2020 nach Oberscheidweiler. Foto: Eifelverein Wittlich
 Der Blick von Bad Kohlgrub übers Hörnlebei einer Ferienfahrt der Wittlicher Ortsgruppe im September 2019
Der Blick von Bad Kohlgrub übers Hörnlebei einer Ferienfahrt der Wittlicher Ortsgruppe im September 2019 Foto: Eifelverein Wittlich
 Logo Unsere Vereine
Logo Unsere Vereine Foto: TV/Schramm, Johannes

Mit reinem Optimismus schauen die drei Vereinsverantwortlichen in die Zukunft. „Wir sind gut vorbereitet. Wir können mit den Corona-Regeln gut leben. Die Teilnehmerzahlen bei unseren Aktivitäten werden steigen; ebenfalls unsere Mitgliederzahlen“, sieht Gabi Thull für die Zeit nach Corona die Zukunft ihre Dauner OG überaus positiv. Sie hofft, dass der Deutsche Wanderverband wieder recht schnell die angekündigte Ausbildung für das Gesundheitswandern durchführen kann. „Denn das Gesundheitswandern ist ein wichtiges Standbein für uns“. Wichtig ist allen drei Ortsgruppen die Gewinnung von Jugendlichen im Verein. Helmut Simon: „Wir wollen versuchen, den Altersdurchschnitt zu verringern, auch um Mitglieder für Vorstandspositionen zu gewinnen. Hier können uns unsere Gemeinden, die Schulen und die VG-Verwaltung aktiv unterstützen.“