1. Die Woch

Unsere Vereine: Mit Trommeln und Fanfaren

Unsere Vereine : Mit Trommeln und Fanfaren

Das Tambour- und Fanfarencorps Kelberg pflegt eine in der Region selten gehörte Klangfarbe - Hoffnung auf Jubiläumsfest im kommenden Jahr.

Das Tambour- und Fanfarencorps Kelberg ist der Freiwilligen Feuerwehr Kelberg angeschlossen, hat aber seit 1985 einen eigenen Vorstand. Wenn es in Kelberg, in anderen Orten oder bis ins Bergische Land etwas zu feiern gibt, Umzüge organisiert werden, ist der Verein meistens mittendrin dabei. Die Gäste wissen, dass er nicht fehlen darf, und wenn die Musiktruppe in blau-weißer Uniform, begleitet von vielen verschiedenen Instrumenten, mit dem Wappen der Verbandsgemeinde Kelberg schmissig mit festlichen Klängen auftritt, sind alle Ohren und Augen auf diesen Zug gerichtet, der im Gleichschritt für besondere Musik sorgt. So hat der Tambour- und Fanfarenzug aus nah und fern sehr viele Freunde gewonnen, denn er sucht in der Region seinesgleichen. Ein Erlebnis, das man im Jahr 2020 vermisste, denn Corona sorgte in Stadt und Land für die Absage aller geplanten und traditionellen Feste.

Der Verein wurde im Herbst 1951 vom damaligen Wehrführer Peter Sicken gegründet und fand auf Anhieb viele Aktive. Anlass zur Gründung war die Tatsache, dass viele Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Mayen, zu dem Kelberg damals gehörte, einen eigenen Musikzug hatten. Da wollte man in Kelberg nicht abseits stehen. So feierte man am Weiberdonnerstag 1952 den ersten offiziellen Auftritt. Ernst Ludwig, heute der Ehrenvorsitzende der Blau-Weißen, war der erste Vereinsvorsitzende.

Heute bilden fünf Mitglieder den Vorstand: Vorsitzender ist Hermann-Josef Sicken, er wird unterstützt von seinem Vertreter Christian Weber, Geschäfts- und Schriftführerin Martina Weber, Kassenwartin Bernadette Schäfer und Beisitzerin Anne Denskat. Sie sorgen für Action, wenn nicht gerade Corona herrscht – für 26 aktive Musiker, darunter sieben Kinder und Jugendliche, und 28 inaktive Vereinsmitglieder, die den Verein tatkräftig unterstützen.

Neue Interessenten werden gerne in den Verein aufgenommen. Ein Jahr dauert die intensive Ausbildung für den Nachwuchs durch einen eigenen Übungsleiter, wobei alle Instrumente wie Marschtrommeln, Pauke, Becken, Lyras, Piccoloflöten oder Ventilfanfaren Vereinseigentum sind. Beim Auftritt werden die Musiker von einer Standarte angeführt. Außerdem sind Uniformen, Wartung der Instrumente, Hemden oder Winterjacken nötig. Die Instrumente und anderen Anschaffungen werden durch Gagen und Mitgliedsbeiträge finanziert. Es gibt aber auch jährliche Zuschüsse für die Jugendarbeit durch die Orts- und Verbandsgemeinde.

25 Auftritte des Corps stehen alljährlich etwa an, zum Beispiel bei Feuerwehr- und Schützenfesten, Karnevalsveranstaltungen oder Musiktreffen. Hinzu kommen Jubiläen verdienter Mitglieder. Da muss man außer in Ferienzeiten schon wöchentlich proben im Schulungssaal des Kelberger Feuerwehrhauses. Zufrieden sagt die Geschäfts- und Schriftführerin Martina Weber: „Nachwuchssorgen haben wir gottlob momentan keine. Langjährige Vereinsmitglieder bringen immer neue Jungmusiker mit, auch die Vernetzung mit der Jugendfeuerwehr ist in diesem Punkt fruchtbar.“ Astrid Schneider ist in der Gruppe am längsten aktiv, Hans Wils der älteste Aktive und Mia Weber die jüngste Musikerin. Der rührige Verein gehört dem Kreismusikverband Vulkaneifel und dem Kreisfeuerwehrverband an.

Natürlich benötigt die Schar auch einen Dirigenten, einen „Tambourmajor“. Diesen wichtigen Part übernimmt Christian Weber. Besondere Auftritte behält man natürlich gern in Erinnerung. Dazu gehörten 2016 die Mitgestaltung der Karnevalsmesse in der Pfarrkirche Müllenbach, anlässlich des 50. Rosenmontagszuges der dortigen Narren; oder – schon lange her aber unvergessen – 1992, der Besuch des Internationalen Musikfestes in Budapest. Aber die Vereinsmitglieder freuen sich auch auf die „Klingende VG“, eine Veranstaltung, bei der alle Musikvereine aus der Verbandsgemeinde zu einem festlichen musikalischen Abend zusammen kommen, und da ist da noch das Kelberger Feuerwehrfest, ein Treffpunkt für die Bevölkerung, die den Vorträgen des Fanfarencorps Aufmerksamkeit und Beifall zollen. Oft gibt es auch besonders lustige Ereignisse, die jedoch Interna bleiben. Sie werden notiert, von den „Vereinsengeln“ dokumentiert und am Ende des Jahres auf der internen Weihnachtsfeier zum Spaß aller vorgetragen. Auch die Weihnachtsmärkte in der Region werden besucht, wo die „Vereinsengel“ viele „peinliche Situationen“ festhalten. Mehrtägige Ausflüge mit dem Bus stehen ebenfalls auf dem Programm wie 2017 eine dreitägige Fahrt an die Waterkant, nach Hamburg, ein Highlight. Gern wandert man auch „vor der Haustür“ in der schönen Eifellandschaft. „Geburtstagsständchen spielen wir bei den aktiven und inaktiven Mitgliedern, auf Anfrage auch bei der Bevölkerung“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende und Tambourmajor Weber. Zur Pflege der wichtigen Kameradschaft gibt es neben der Weihnachtsfeier weitere zahlreiche vereinsinterne Termine. Ein Wunsch: Dass 2021 wieder ein sehr aktives Jahr wird ohne Corona, denn dann soll das 70-jährige Vereinsbestehen gebührend gefeiert werden.

Drei Fragen an den Vorsitzenden Hermann-Josef Sicken

Wie lange sind sie schon Vorsitzender, und was gefällt ihnen besonders an diesem Job?

Seit 2002 habe ich diesen Job mit Christian Weber als Stellvertreter. So ein Posten ist natürlich nicht immer ein Segen, aber in all den Jahren konnte ich mich immer auf meinen Vorstand und die ganze Truppe verlassen, und ich habe immer die Wertschätzung bekommen, die ich immer gerne selber entgegenbringe. Musik verbindet, und das ist in diesem Verein tatsächlich so.

Womit halten sie die große Truppe zusammen, und welche Rolle spielen dabei die Kinder und Jugendlichen ?

Auch bei uns ist manchmal ein Kommen und Gehen, sei es aus gesundheitlichen, familiären, beruflichen oder persönlichen Gründen. Aber die Freude am Musikmachen, den Zuhörern die Freude an der Musik zu schenken sowie ein fast familiäres Miteinander sind das Fundament unseres Vereins. Die Musikjugend ist die, womit wir auf diesem Fundament etwas Besonderes und Einzigartiges weiterleben können.

Haben sie für die Zukunft noch etwas Besonderes mit dem Verein vor?

Im Sinne meines Großvaters und Vereinsgründers möchte ich in 31 Jahren das 100-jährige Bestehen des Vereins feiern. Aber bis dahin ist es gerade aktuell und vor allem wichtig, dass wir diese schwierige Zeit gemeinsam und gesund überstehen. Die vielen Einschränkungen hindern uns daran zu proben und auf Auftritten zu musizieren. Auch ein kleiner Verein, der dadurch mit fehlenden Engagements zu kämpfen hat, merkt dies in der Kasse. Aber irgendwann und hoffentlich ganz bald kehrt ein Stück Normalität zurück und wir können die Bevölkerung in der ganzen Region wieder mit unserer Musik erfreuen.

... und beim Karneval in Pelm. Foto: Tambour- und Fanfarencorps Kelberg
Ausflug nach Hamburg 2017. Foto: Tambour- und Fanfarencorps Kelberg
Hermann-Josef Sicken. Foto: Tambour- und Fanfarencorps Kelberg
Die Gründer des Tambour- und Fanfarencorps Kelberg. Foto: Tambour- und Fanfarencorps Kelberg
Einweihung des Feuerwehrhauses im Jahr 1965. Foto: Tambour- und Fanfarencorps Kelberg
Ehrungen beim Musikfest 2019. Foto: Tambour- und Fanfarencorps Kelberg

• Ansprechpartner im Verein sind der Vorsitzende Hermann-Josef Sicken und die Geschäfts-/Schriftführerin Martina Weber, Kontakt per E-Mail an tc020701@gmx.de.