1. Die Woch

Bernkastel-Kues: Mosel: Bernkasteler Bärensteig

Bernkastel-Kues : Mosel: Bernkasteler Bärensteig

Direkt an der Mosel, zumal im WOCH-Gebiet, sind nur wenige Rundwege vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert und bewertet worden. Ein wenig unübersichtlich ist, dass es neben den Moselsteig-Seitensprüngen auch Extratouren und an der Untermosel die Traumpfade gibt.

Dass man aber auch an der Mosel traumhaft wandern kann, das steht außer Frage. Also geht es mitten hinein in die Touristen-Hochburg Bernkastel-Kues – und weil es dem Einsamkeit liebenden Wanderer dort oft zu überfüllt ist, auch schnell wieder hinaus: auf den Bernkasteler Bärensteig, der zwar gerade einmal 6,5 Kilometer lang ist, aber immerhin 72 Erlebnispunkte auf seinem Konto verbucht hat. Außerdem erfordert er durchaus etwas Kondition.

Los geht es nämlich auf dem Förster-Schell-Pfad durch das Tal des Kallenfelsbachs, 300 Höhenmeter hinauf bis an die vom Hochmoselübergang kommende neue B 50. Nach 2,5 Kilometern ist der Anstieg bewältigt und es geht nur noch flach oder absteigend weiter. Erst kommt also die Arbeit, dann das Vergnügen – und das besteht in vielen Panoramablicken über das Moseltal hinweg.

Bresgenruh, Goldenes Kreuz, Ehregottes, Jodelerplatz und Altstadtblick heißen die Aussichtspunkte, von denen aus die Wanderer die Weinlandschaft genießen können, unter anderem auf die Burg Landshut, die auf einem weit älteren historischen Grund gebaut ist: An ihrer Stelle befand sich ein römisches Kastell, das vermutlich im 4. Jahrhundert errichtet wurde.

Urkundlich erwähnt wird Bernkastel zwar erst im 11. Jahrhundert, aber ein Geograf aus Ravenna hat schon um 700 von einem Ort „Princastellum“ berichtet. Klingt verdächtig nach Bernkastel, nur der archäologische Beleg fehlte – bis im Jahr 2012 Überreste bei der Sanierung der Burg Landshut gefunden wurden. Ein herber Rückschlag für das Bernkasteler Wappentier, den Bären – mit dem hat der Stadtname nämlich rein gar nichts zu tun. Für den Wanderer heißt das aber auch, dass er auf dem Bärensteig keine Begegnung mit Meister Petz fürchten muss – außer mit den Figuren des Bärenbrunnens auf dem Marktplatz. Wer dort nach der Wanderung ankommt, kann seinen Bärenhunger in einer der vielen Gastwirtschaften stillen.

Infos: www.moselsteig.de