Verkehr: Ein Brückengigant wird bald Eifel und Hunsrück verbinden

Verkehr : Ein Brückengigant wird bald Eifel und Hunsrück verbinden

Es ist ein Mammut-Projekt, das in den nächsten Monaten bei Ürzig und Zeltingen-Rachtig fertiggestellt wird: Im Herbst sollen erstmals Autos über den Hochmoselübergang rollen.

Es ist eine der größten Brücken Europas, die dann Hunsrück und Eifel verbinden wird. Sie ist 160 Meter hoch, sogar der Kölner Dom würde unter sie passen, und 1700 Meter lang. Sie ist Teil eines europäischen Fernstraßensystems, das in Zukunft dafür sorgen wird, dass Güter von den Container-Häfen an der Nordsee zügig und ohne Belastung der Ortschaften ihren Weg ins Rhein-Main-Gebiet finden. Die Brücke bildet damit einen wichtigen Bindepunkt zwischen der B 50, die von der Eifel kommend in den Hunsrück führt. Sie schließt im Norden an die A 60 an, und im Süden reicht sie ins Rhein-Main-Gebiet. Dieser Teil der Strecke der B 50 wird komplett neu gebaut und hat eine Länge von 25 Kilometern.Wie der zuständige Landesbetrieb Mobilität, eine Behörde der Landesregierung in Trier, mitteilt, laufen die Arbeiten am Gesamtprojekt Hochmoselübergang derzeit im Zeitplan.

Wer die Brücke von der Ürziger Höhe aus betrachtet, kann erkennen, dass alle zehn Brückenpfeiler bereits stehen und die Decke auch die Pfeiler überspannt. Zuvor wurden die Brückenpfeiler gebaut und die Fahrbahndecke im Taktschiebeverfahren von der Hunsrückseite zur Eifelseite aufgesetzt. Das ist eine spezielle Methode, bei der Einzelteile der Fahrbahn Stück für Stück von einem Pfeiler bis zum nächsten verschoben werden. Auf der Hunsrückseite wurden die Einzelteile vorgebaut und von dort aus in insgesamt 13 Arbeitsgängen weitergeschoben, bis der Anschluss zur Eifelseite bei Ürzig erreicht war.

Zurzeit findet der sogenannte Abstapelvorgang statt: Die Brücke wird aus ihrer überhöhten Lage, die zum Verschub der einzelnen Fahrbahnteile notwendig war, auf ihre endgültige Höhe abgesenkt und auf die Lager „gelegt“. Anschließend werden die Widerlager komplettiert, die Abdichtung auf der Fahrbahn sowie der Fahrbahnbelag aufgetragen. Abschließend wird die Ausstattung wie Schutzplanken, Beschilderung, Markierung und Windabweiser installiert.

Die angrenzenden Erdbaubaustellen befinden sich aktuell in der „planmäßigen“ witterungsbedingten Winterpause. Hier gehen die Arbeiten weiter, sobald die Witterung es zulässt.

Die Fertigstellung des Gesamtprojektes ist für Herbst 2019 vorgesehen. Die Gesamtkosten betragen 483 Millionen Euro, der Anteil der Brücke beträgt rund 175 Millionen Euro. Die Planungsverfahren für dieses Projekt reichen bis in die 1970er Jahre zurück, als erste Überlegungen angestellt worden sind, eine schnelle Verbindung zwischen der Nordsee und dem Rhein-Main-Gebiet herzustellen.

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