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Mali-Hilfe: Aus staubiger Wüste wird grünes Ackerland

Unsere Vereine : Aus staubiger Wüste wird grünes Ackerland

Die Mali-Hilfe aus Morbach ist bekannt für ihre Aufbauarbeit in dem westafrikanischen Land. Besonders abgelegene Orte verfügen aufgrund des Vereinsengagements über Brunnen, Kindergärten und Schulen sowie medizinische Stationen. Inzwischen gehen Peter Brucker und seine Mitstreiter neue Wege.

Der Begriff Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. So auch bei dem Verein Mali-Hilfe aus Morbach. Denn dem Vorsitzenden Peter Brucker und seinen Vereinsmitgliedern geht es inzwischen um mehr als bloßen Bau von Schulen, Kindergärten und Geburtsstationen. Die Malier sollen in die Lage versetzt werden, ihren Lebensunterhalt dauerhaft selbst zu bestreiten.

Ein Beispiel für nachhaltige Unterstützung, die durch die Mali-Hilfe realisiert werden konnte, ist ein neugebauter Staudamm im Dogon-Land, eine Region im Südosten Malis an der Grenze zu Burkina Faso. „Von Juni bis Oktober kann es dort regnen, aber nicht ständig“, sagt Brucker. Bereits vorher hat es dort einen Staudamm gegeben, dessen marode Wände das Wasser nicht mehr halten konnten. Jetzt sind die Holzsperren durch Metalltore ersetzt, so dass rund um den Damm wieder Mais, Tomaten, Salat, Paprika und Zwiebeln angebaut und bewässert werden können. „Das Dogon-Land ist das Zwiebelzentrum in Mali“, sagt Brucker. Besonders den Frauen, die in der Hauptsache die Felder bewirtschaften, komme das Projekt zugute, sagt er. „Die Frauen werden geschult in den Themen Gartenbau, Vermarktung und Ernährungssicherung“, berichtet er weiter. Dadurch könnten sie zum verbesserten Status der Familien beitragen. Die Kombination von Gartenarbeit und Vermarktung sei erfolgversprechend und verhindere das Abwandern der Menschen aus der Region. Von dem Staudamm bei Sogodougou in der Region Mopti profitieren sieben Ortschaften mit insgesamt 3800 Einwohnern.

Ein zweites Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften sei die Einrichtung von Getreidebanken, sagt Brucker. Insgesamt gibt es bisher neun solcher Einrichtungen im Grenzgebiet zum benachbarten Mauretanien, in denen jeweils mehrere Tonnen Getreide gelagert werden können. Ende November wird das Getreide geerntet, das auch verkauft wird, so dass die  Vorräte lediglich rund sechs Monate halten, erklärt Brucker. Nach einem halben Jahr müssen die Malier bis zur nächsten Ernte dann selbst Getreide einkaufen, dann allerdings zum erheblich teureren Preis. In den Banken, die ähnlich einer Genossenschaft betrieben und jeweils von einem Komitee geleitet werden, wird jetzt das eigene Getreide eingelagert.  Das darf allerdings erst ab August verkauft werden, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Malier sonst gezwungen sind, Getreide aus anderen Regionen einzukaufen. Der Preis für das Getreide aus den Banken ist erheblich niedriger als das bisher eingekaufte, das über 1000 Kilometer transportiert werden musste.

Ein drittes Projekt, das die Mali-Hilfe voranbringt, ist die Einrichtung sogenannter Centres de Couture et Alphabetisation, in denen Frauen das Nähen, das Schreiben und das Lesen lernen können. „Die Nähmaschinen, an denen die Frauen arbeiten, stammen aus unserer Gegend“, freut sich Brucker über die zahlreichen Spenden. In drei Klassenräumen stehen jeweils bis zu zwölf Nähmaschinen. In einem Jahr können dort 40 Frauen ausgebildet werden. Auch hier steht die Nachhaltigkeit und die Förderung von Frauen im Mittelpunkt des Projektes. „Menschen, die bisher keine Schule besucht haben, werden neben dem Lernen eines Handwerks alphabetisiert.“

Die Nähmaschinen stammen aus der Region rund um Morbach. Foto: TV/Peter Brucker
Peter Brucker, Vorsitzender der Mali-Hilfe, und seine Frau Inge zusammen mit malischen Müttern und Kindern. Foto: TV/Bakary Keita
Auch für die medizinische Versorgung wie Impfungen setzt sich die Mali-Hilfe ein. Foto: TV/Peter Brucker
Rund um den Staudamm im Südosten Malis wird Gemüse und Getreide angebaut. Getreide muss nur noch selten auf dem Markt gekauft werden.  Foto: TV/Peter Brucker
Getreideeinkauf auf dem Markt. Foto: Peter Brucker Foto: TV/Peter Brucker

Christoph Strouvelle