1. Die Woch

Freizeit: Naturerlebnisse für alle

Freizeit : Naturerlebnisse für alle

Mit Rollstuhl oder Rollator, trotz Seh- oder Hörbeeinträchtigung: Barrierefreier Tourismus ist ein Zukunftsthema in der Region.

„Barrierefreie Angebote sind für 10 Prozent der Bevölkerung unerlässlich, für 40 Prozent hilfreich und für 100 Prozent der Bevölkerung komfortabel.“ So lautet das Motto des Naturparks Südeifel, einer von mittlerweile elf rheinland-pfälzischen Modellregionen im Projekt „Tourismus für alle“. Im Raum Trier sind dies außerdem die Regionen Saar-Obermosel und Vulkaneifel.

Barrierefreiheit bezieht sich dabei auf Menschen mit Geh-, Hör- oder Sehbeeinträchtigungen, aber auch mit kognitiven Einschränkungen. Dementsprechend reichen mögliche Angebote vom rollstuhlgerechten Wanderweg bis zu Infotafeln in Blindenschrift oder in Leichter Sprache. Dies ist nicht etwa ein teurer Luxus, sondern ein Wirtschafts- und Standortfaktor, denn angesichts des demografischen Wandels handele es sich um ein stark wachsendes Segment.

Im Naturpark Südeifel stehen die Themen Wandern und Naturerleben im Mittelpunkt. „Wir wollen ein Naturerlebnis für alle ermöglichen. Es soll Komfort für alle Gäste und Einheimische im Naturpark geschaffen werden“, erläutert Ansgar Dondelinger, Fachkraft für barrierefreie Kommunikation im Naturpark Südeifel. Die ersten barriefreien Komfortwanderwege sind bereits angelegt worden (siehe Seite 2). Ein Mehrgenerationen-Platz in Waxweiler kann voraussichtlich im Spätsommer besucht werden. Er beinhaltet unterfahrbare oder vom Rollstuhl aus nutzbare Spielgeräte, Sitzgelegenheiten und einen Rastplatz. Ein „Garten der Barrierefreiheit“ am Stausee Bitburg sowie ein Komfortwanderweg um den Stausee Auw befinden sich noch in der Planung.

Zwei Rollstuhlzuggeräte können im barrierefreien Tagungs- und Freizeithotel Euvea in Neuenburg ausgeliehen werden (nach Absprache unter Telefon 06564/9609-0). Weitere Servicestationen sind geplant.

Im Bereich des Geoparks Vulkaneifel sollen bis Ende 2022 drei große Projekte umgesetzt werden: Dies betrifft die Niederburg in Manderscheid, die zumindest teilweise für Rollstuhlfahrer zugänglich gemacht und mit neuen barrierefreien Informationssystemen ausgestattet werden soll. In Ulmen soll der 124 Meter lange Stollen zwischen dem Jungferweiher und dem Ulmener Maar für Besucher zugänglich gemacht werden. Für mobilitätseingeschränkte Menschen wird er aus bis zu 23 Metern Tiefe barrierefrei erreichbar sein. Außerdem ist dort ein  barrierefreier Schauraum mit Informationen zum Stolleninnern geplant. Auch zur Aussichtsplattform Pumpenhaus am Ulmener Maar ist ein barrierefreie Zugang geplant. Drittes Projekt ist ein Rundweg um das Schalkenmehrener Maar.

Doch nicht nur in der Eifel, auch im Hunsrück gibt es Angebote für Menschen mit verschiedenen Einschränkungen, zum Beispiel die Insel-Tour bei Thranenweier im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, die auch Rollstuhlfahrern die Möglichkeit bietet, bequem die Natur zu erleben.

Mehr darüber sowie über weitere barrierefreie Angebote in der Region lesen Sie auf hier.