1. Die Woch

Nestwärme e.V.: Soziales Aushängeschild für die Stadt Trier

Unsere Vereine : Nestwärme e.V.: Soziales Aushängeschild für die Stadt Trier

Wer das Vereinsleben sucht, nur um Freizeitspaß und Geselligkeit zu finden, dürfte bei „Nestwärme“ fehl am Platz sein. Nestwärme ist ein eingetragener Trierer Verein, aber die dort ehrenamtlich Mitwirkenden sprechen von einem „Sozialunternehmen“.

Und wer bei Nestwärme mitarbeiten will, der weiß, worauf er sich einlässt. Die Zielgruppe von Nestwärme sind schwerkranke Kinder und deren Familien. Schicksale also.

Im Gespräch mit der Woch bringt es die Vorsitzende und Mitbegründerin Petra Moske so auf den Punkt: „Der überwiegende Teil der von uns betreuten Kinder leidet an einer lebensverkürzenden Krankheit.“

Gegründet wurde Nestwärme 1999. Die Idee war, den Familien und ihren Kindern auch zuhause Entlastung, Begleitung und Hilfe zukommen zu lassen, etwa durch vielfältige ehrenamtliche Unterstützung oder durch hochqualifizierte Kinderkranken- und -intensivpflege.

Die Hilfe kann vielfältig ausfallen, etwa durch Begleitung, Versorgung, auch psychologische Beratung der Familien, ambulante Krankenpflege und ambulante Hospizarbeit. Nestwärme, so Moske, leiste eine ganzheitliche Arbeit, die medizinische, pädagogische und psychologische Aspekte umfasse. Moske: „Ziel ist, eine Familie so zu stärken, dass sie die schwere Aufgabe mit ihrem kranken Kind meistern kann.“

Die Altersspanne der Kinder reicht vom Säugling bis ins Teenageralter. Und die betroffenen Familien kommen aus allen gesellschaftlichen Kreisen, denn „Krankheit kennt keine gesellschaftlichen Unterschiede“.

Die Mitgliederstruktur unterscheidet sich nach den Aktiven und den Fördermitgliedern.

Groß ist der Kreis der Fördermitglieder, die Nestwärme finanziell wie auch materiell unterstützen. Das können Privatpersonen, aber auch Firmen und Institutionen sein. Ein einfaches Beispiel für materielle Hilfe sind die hölzernen Sammelvogelhäuschen eines Trierer Spenders, die demnächst in Trierer Geschäften neben den Ladenkassen stehen. Die Vorsitzende: „Unterstützung kann auch die Veranstaltung von Musik- oder Sportevents sein, um dabei Spenden zu sammeln oder um die Organisation einem breiten Publikum zu präsentieren.“ Zur Pflege und pädagogischen Betreuung sind rund 80 hauptberufliche Fachkräfte bei den Familien zu Hause tätig. Dazu die zweite Vorsitzende Elisabeth Schuh: „Wir sind mit vielen Familien in der Region verbunden, die phasenweise intensivere Begleitung oder auch Kinderkrankernpflege brauchen. Deswegen sind wir immer bemüht, unser Team zu vergrößern.“ Wer ein Herz für kranke Kinder habe und beruflich den besonderen Gestaltungsspielraum der häuslichen Kinderkrankenpflege suche, sei herzlich willkommen – egal ob im Nebenjob, als Berufseinsteiger oder versierte Fachkraft.

 Bilder aus der Pflege.
Bilder aus der Pflege. Foto: Esther Jansen
  ◀  Bilder aus der Pflege.  ▲
◀ Bilder aus der Pflege. ▲ Foto: Habib Hakimi / Nestwärme e.V./Habib Hakimi
 Das Gruppenbild entstand während eines München-Aufenthalts von Nestwärme-Familien und Ehrenamtlichen bei einem Besuch des Cavalluna-Erlebnisparks.  ▼
Das Gruppenbild entstand während eines München-Aufenthalts von Nestwärme-Familien und Ehrenamtlichen bei einem Besuch des Cavalluna-Erlebnisparks. ▼ Foto: Nestwärme e.V.
 „Walk of care“:  Demo zum Tag der Kinderhospizarbeit. 
„Walk of care“:  Demo zum Tag der Kinderhospizarbeit.  Foto: Simon Engelbert
 Die Vorsitzende Petra Moske präsentiert die hölzernen Sammelvogelhäuschen eines Trierer Spenders.
Die Vorsitzende Petra Moske präsentiert die hölzernen Sammelvogelhäuschen eines Trierer Spenders. Foto: Friedhelm Knopp
 Logo Unsere Vereine
Logo Unsere Vereine Foto: TV/Schramm, Johannes

Nestwärme ist längst keine rein Trierer Organisation mehr. Über die „Nester“ und „Nestwärme Infopoints“ streckt man inzwischen die Fühler nach ganz Deutschland, Luxemburg und Österreich aus. Aktuell gibt es zwölf mit ehrenamtlichen Aktiven besetzte Standorte von Hamburg bis Wien, wo betroffene Familien Hilfe erhalten und „Nestwärme“ erfahren können. Durch den Aufbau dieses Netzwerkes ist Nestwärme zwischen Hamburg und Wien auch eine Art soziales Aushängeschild für die Stadt Trier geworden. Von dort stammt die Idee, dort begann der Aufbau, und dort sitzt die Zentrale, in der alle Fäden zusammen laufen.