1. Die Woch

Nikolaus: Nik’laus war ein guter Mann

Nikolaus : Nik’laus war ein guter Mann

„Lustig, lustig, traleralera, bald ist Nikolausabend da!“ Im Lied „Lasst uns froh und munter sein“. heißt es, gesungen aus der Sicht eines Kindes: „Dann stell’ ich den Teller auf, Nik’laus legt gewiss was drauf.“ Wie aber wurde der Nikolaus zum Geschenkebringer?

„Lustig, lustig, traleralera, bald ist Nikolausabend da!“ Im Lied „Lasst uns froh und munter sein“. heißt es, gesungen aus der Sicht eines Kindes: „Dann stell’ ich den Teller auf, Nik’laus legt gewiss was drauf.“ Wie aber wurde der Nikolaus zum Geschenkebringer?

Vor 1700 Jahren lebte in der lykischen Stadt Myra (heute: Demre/Türkei) ein Mann namens Nikolaos, über den nur wenig sicher bekannt ist. Geboren zwischen 270 und 286, gestorben irgendwann nach dem Konzil von Nicäa (325), vermutlich 345 oder 351. Nur beim Sterbedatum herrscht Einigkeit: Der 6. Dezember wird bis heute als Nikolaustag gefeiert wird.

Nikolaos stammte aus Patara, wurde von seinem Onkel, dem Bischof von Myra, zum Priester geweiht, war Abt des Klosters von Sion und wurde selbst Bischof. Eine Legende besagt, dass nach dem Tod des Vorgängers der erste Priester, der morgens die Kirche betreten würde, zum Bischof ernannt werden sollte. Nikolaos, von einer Reise ins Heilige Land zurückgekehrt, ging in die Kirche, um zu beten – und schon war die Bischofsfrage entschieden.

Im Zuge der Christenverfolgung im Jahr 310 wurde Nikolaos gefangengenommen und gefoltert. Sein ererbtes Vermögen soll er den Armen gegeben haben, wie es auch von anderen Bischöfen seiner Zeit bezeugt ist. Mehr gibt die historische Faktenlage nicht her, nicht einmal Nikolaos’ Teilnahme am Konzil von Nicäa gilt als sicher, weil sein Name in der Liste der Unterzeichner fehlt.

Im Gegensatz zur spärlichen historischen Überlieferung ranken sich um den Heiligen unzählige Legenden. Weil Nikolaus drei mittellosen jungen Schwestern nachts heimlich Goldklumpen durch die Fenster geworfen haben soll, wurde er zum Gabenbringer, der in der Nacht zu seinem Gedenktag die Kinder beschert. Seit dem 15. Jahrhundert wurden beim „Schiffchensetzen“ Geschenke in gebastelte Schiffchen gelegt, denn Nikolaus gilt als Schutzpatron der Seefahrer und Binnenschiffer. Später wurde dies durch Schuhe und Stiefel oder den Gabenteller abgelöst.

Im Lauf der Zeit erhielt der Nikolaus außerdem einen Begleiter, der sich je nach Region in Name und Gestalt unterscheidet: neben Knecht Ruprecht zum Beispiel Krampus (Österreich/Bayern), Schwarzer Peter (Niederlande), Hans Muff (Rheinland) oder Houseker (Luxemburg). Der Begleiter ist meist furchteinflößend und hat zum Beispiel eine Rute dabei, um unartige Kinder zu bestrafen. Ihren Ursprung haben diese Figuren teilweise in vorchristlichen Traditionen.

Konkurrenz bekam der Nikolaus infolge der Reformation. Martin Luther, Gegner der Heiligenverehrung, verlegte die Bescherung aufs Weihnachtsfest, ersetzte den Nikolaus durch das Christkind. Aber der Nikolaus hatte auch Einfluss auf die Figur des Weihnachtsmanns, der beispielsweise in den USA noch immer Santa Claus heißt. Neben Schokoladen-Weihnachtsmännern gibt es aber vermehrt auch wieder Schoko-Nikoläuse, die an Bischofsmütze und Krummstab eindeutig als solche zu erkennen sind. Der Nikolaus hat noch lange nicht ausgedient.

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