1. Die Woch

Motor: Passion und Mut mit Indianer-Logo

Motor : Passion und Mut mit Indianer-Logo

Im Fahrbericht der WOCH dieses Mal der Leon 1,4e-Hybrid der neuen besonders sportlichen spanischen Marke Cupra.

„Cupra“, ein Kunstwort, abgeleitet aus dem englischen Begriff „cup racing“, stand einst für die besonders sportlichen Modelle der spanischen Volkswagentochter Seat. Mittlerweile firmiert, seit etwa vier Jahren, Cupra als selbstständiges Label mit eben diesem Modellangebot und gewinnt immer mehr Freunde bei der automobilen Spaß-Klientel. Cupra soll für „zeitgemäße Sportlichkeit“ stehen. Das bronzefarbene Cupra-Logo erinnert in seiner Symbolik an indianische Stammeszeichen und soll, so ein Sprecher, „die Werte transportieren, die die neue Marke vermitteln möchte: Leidenschaft, Präzision, Entschlossenheit und Mut.“

Cupra bietet neben dem SUV Formentor jetzt auch das Elektromodell Born an. Mit Ausnahme des Ateca hat die Marke jetzt alle Modelle auch als Plug-in-Hybrid oder Elektroversion in der „Pipeline“. Darunter auch unseren Testwagen, den Cupra Leon 1,4 e-Hybrid mit einer Systemleistung von 180 kW/245 PS. Den gibt es – wie in unserem Fall – als Fünftürer oder auch als Sportstourer.

Für den Antrieb des frontgetriebenen Plug-in-Hybrid sorgen ein 1,4 Liter großer direkt einspritzender Benziner und ein Elektromotor, der seine Energie aus einem Lithium-Ionen-Akku (Kapazität 13 kWh) unter dem Kofferraum bezieht. Das ergibt eine Systemleistung von 245 PS und 240 Newtonmeter Drehmoment. 6,7 Sekunden braucht der Fünftürer von Null auf 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 225 km/h. Die Kraft bringt ein Sechs-Gang-DSG auf den Asphalt.

Die elektrische Reichweite gibt der Hersteller mit 55 bis 60 Kilometer bei maximal 130 km/h an. An der Wallbox braucht die Batterie etwa dreieinhalb Stunden, um wieder aufgeladen zu werden. An der 230-Volt-Steckdose braucht man dazu etwa sechs Stunden. So viel zur Theorie. Der Sinn eines Hybridfahrzeugs ist es unserer Meinung nach aber nicht nur, solange wie möglich im E-Modus zu fahren. Im alttäglichen Betrieb sollten beide Antriebsarten (Verbrenner und Stromer) möglichst effizient miteinander verbunden werden.

Bei aufgeladener Batterie startet der Wagen unhörbar im Elektromodus. Im Hybridmodus sollte man, so man möglichst Energiesparend unterwegs sein möchte, wie bei jedem anderen Plug-in-Hybriden auch, darauf achten, dass der Akku stets voll ist. Und man sollte den Fahrdynamikschalter weder auf Sport noch auf Cupra stellen. Dass man sich beim Beschleunigen eine gewisse Zurückhaltung auferlegt, kommt hinzu.

Wenden wir uns dem Design und dem Fahrverhalten zu. Cupra hat die Seat-Wurzeln der Vergangenheit mutig, aber nicht exzessiv mit scharfkantiger Linienführung, Wabengittern und kleinen Auslassöffnungen geschärft und sich somit ein optisches Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Das in dunklem Bronze-Ton gehaltene Cupra-Logo und die Leichtmetallräder in Kupfer tun das Ihre hinzu. Das schicke Interieur korrespondiert mit einer Mischung aus Dynamik und Eleganz mit der äußeren Optik.

Positiv überrascht waren wir bei einigen Komponenten, die zwar auch, aber nicht nur auf die Antriebsvarianten zurück zu führen sind. Dazu gehört nicht nur das Fahrverhalten mit der ausgesprochen progressiven Lenkung in den sehr gut ausgeformten Sitzen. Beeindruckend auch, wie genügsam dieser sportliche Teilzeitstromer mit seinen Verbrauchswerten bei Energie und Kraftstoff umgeht. Langer Radstand, (2,68 Meter), viel Platz auch im Fond sowie ein leicht zu beladender Kofferraum mit niedriger Ladekante machen einen praktischen Alltagsbegleiter aus dem Fahrzeug. Und die Freunde gelungener Performance kommen bei dem fünftürigen Cupra Leon als PHEV ohnehin auf ihre Kosten. Noch ein Wort zur Förderung: Bleibt ein E-Auto unter einem Netto-Listenpreis von 40.000 Euro gibt es 6000 Euro vom Staat und noch einmal 3000 vom Hersteller obendrauf. Reine Elektrofahrzeuge werden also mit bis zu 9000 Euro gefördert, bei Plug-in-Hybriden wie hier sind es bis zu 6.750 Euro. Ab 2023 wird es eine Neuausrichtung der Förderung geben. Ende 2025 wird die Innovationsprämie in jedem Fall auslaufen.