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Ernährung: Picky Eater – wenn das Kind nicht essen will

Ernährung : Picky Eater – wenn das Kind nicht essen will

Neue Nahrungsmittel müssen bis zu 15-mal probiert werden, bis sie von Kindern angenommen werden - also nicht zu schnell aufgeben.

(red) Der Begriff „Picky Eater“ lässt sich am besten als „pingeliger“ oder „wählerischer Esser“ übersetzen. Und darum geht es auch – fast jedes Kind hat mal eine Phase, in der es wählerisch bei Essen ist und sich geradezu vor neuen Lebensmitteln fürchtet. „Die Angst, unbekannte Lebensmittel zu probieren, hat bei Kindern meist im Alter von zwei bis sechs Jahren ihre Hochphase und geht dann in der Regel auch wieder vorbei“, beruhigt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio. „Wichtig ist, dass Eltern die Ruhe bewahren. Selbst wenn mal der Brokkoli vom Tisch fliegt oder die Tränen fließen, wenn auf die Nudeln auch noch Soße soll.“ Kreative Ideen und spielerische Ansätze können den Kindern helfen, sich bei den Mahlzeiten mehr zu trauen und Neues zu probieren.

Mit Geduld und Farbe

Beim Thema Obst und Gemüse haben Kinder oft eine eindeutige Meinung: „ihhh“. Gerade auch, wenn der Bitterstoffanteil, wie in Rosenkohl oder Brokkoli, relativ hoch ist. Hier hilft nur Geduld und Ausdauer. „Studien haben gezeigt, dass Kindern neue Lebensmittel zwischen acht- bis 15-mal angeboten werden müssen, bevor sie diese akzeptieren und tolerieren. Die verschmähten Lebensmittel deshalb immer mal wieder auftischen“, rät Dr. Annette Neubert. „Manchmal kann schon eine andere Zubereitungsform, roh, gekocht oder gebraten, kleine Wunder bewirken. Denn die Konsistenz und der Geruch spielen meist eine entscheidende Rolle.“ Das menschliche Gehirn lernt Geschmäcker mit der Zeit kennen und lieben.

Ob das Essen gesund oder ungesund ist, ist für die meisten Kinder zweitrangig – die Betonung, dass ein Lebensmittel gesund ist, führt im Gegenteil eher zu Ablehnung. Mehr Erfolg versprechen Strategien, bei denen die Kinder zum Beispiel durch Farben und Formen Dinge erleben und erlernen. Gut möglich also, dass das ein oder andere Lebensmittel irgendwann ja doch ganz interessant ist – es hat schließlich so eine schöne Farbe oder lustige Form.

Nützliche Tipps

für „Picky Eater“-Eltern

•  Meister aller Farben: Beim gemeinsamen Einkaufen darf das Kind Obst und Gemüse in der schönsten Farbe oder allen Farben des Regenbogens auswählen. Als „Bestimmer“ macht das spätere Snacken viel mehr Spaß.

•  Die Mischung macht’s: Ein leckerer, bunter Mix von Obst oder Gemüse auf dem Teller oder in der Brotbox sieht schön aus und kann einiges bewirken.

•  Champion der Woche: Dafür hängt ein Wochenplan mit allen Familienmitgliedern zum Beispiel am Kühlschrank. Wer buntes Obst oder Gemüse isst, erhält dafür ein Sternchen. Der Gewinner mit den meisten Sternchen darf sich am Ende der Woche sein Lieblingsessen wünschen.

•  Popeye & Co.: Mit kleinen Geschichten die Fantasie des Kindes anregen – wie Spinat macht Muckis oder durch Obst und Gemüse werden wir groß.

•  Bunte Snacks für zwischendurch: Beim Spielen greifen Kinder gerne mal zu farbigen Früchten oder Gemüse, die zum Beispiel in bunten Gefäßen serviert werden. Allerdings sollte man darauf achten, dass genügend Abstand zu den Hauptmahlzeiten bleibt, damit das Kind dann noch Hunger hat.

•  Eltern als Vorbilder: Kinder lernen vieles von ihren Eltern – auch das Essverhalten. Daher sollten Eltern beim Essen mit gutem Beispiel vorangehen. Gemeinsames Einkaufen, Kochen und Essen prägen die Kinder nachhaltig.