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Kirchenchor Bleialf: Die Stimmen von St. Mariä Himmelfahrt

Unsere Vereine : Die Stimmen von St. Mariä Himmelfahrt

Der Bleialfer Kirchenchor ist das musikalische Aushänge­schild der Pfarrgemeinde. Der Chor übernimmt die musi­ka­lische Gestaltung der Gottes­dienste an Sonn- und Feier­tagen, singt aber auch gerne zu weltlichen Anlässen.

Es gibt keine verlässlichen Angaben über das Gründungsjahr des Kirchenchors Bleialf – vermutlich erklangen die ersten Töne einer Sangesgruppe in der Pfarrkirche bereits vor 1800. Erstmals wird der Chor in einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1827 urkundlich erwähnt, der im Bistumsarchiv verwahrt wird. „Meist sang der Männerchor Choral“, heißt es in dem Papier. Doch dann vermerkt der Bericht eine Besonderheit: Bereits damals waren scheinbar zwei weitere Chöre aktiv. Während der Männerchor die Gottesdienste mit geistlicher Musik in lateinischer Sprache begleitete, sangen ein Frauen- und ein Kinderchor deutsche und lateinische Kirchenlieder, wie es dem Folgeprotokoll aus dem Jahre 1854 zu entnehmen ist. „Leider lässt sich das genaue Gründungsjahr des Kirchenchores nicht mehr ermitteln“, sagt die Vorsitzende Gudrun Reusch. „Aber Tatsache ist, dass wir auch heute noch großen Spaß am gemeinsamen musizieren haben – und eine humorvolle Truppe sind.“

Seit Jahrzehnten singen im Kirchenchor Maria Himmelfahrt Bleialf Frauen und Männer gemeinsam. Aktuell sind 28 Frauen und zehn Männer Mitglieder des Klangkörpers – sie teilen sich auf vier Stimmen auf. „17 singen Sopran, elf Alt, fünf Tenor und fünf die Bass-Stimmen“, sagt Chorleiterin Petra Urbanus. Nach heutigen Maßstäben gemessen sei die Mitgliederanzahl von insgesamt 38 Sängerinnen und Sängern sehr zufriedenstellend, um auch große Werke anzugehen, sagen die Chorleiterin und die Vorsitzende. „Denn wie alle anderen Vereine auch, haben wir ein Nachwuchsproblem.“

Die Suche nach neuen Mitgliedern werde zwar sehr offensiv angegangen, erklärt Gudrun Reusch. „Das geht soweit, dass wir an alle Haushalte Flyer mit Einladungen verteilen und sogenannte Projektsänger einladen, die mitsingen können, ohne dass sie sich offiziell als Vereinsmitglied eintragen müssen.“ Diese Versuche stießen allenfalls auf mäßiges Interesse, sagt die Vorsitzende. „Vereinsleben ist bei jungen Menschen heutzutage wohl nicht angesagt. Und wenn es dann auch noch um Kirchenmusik geht, machen sie die Schotten ganz schnell dicht.“

Die Alterspanne der derzeitigen Mitglieder reiche von 39 bis hin zu 80 Jahren – und längst seien nicht nur Bleialfer Bürger im Chor vertreten: „Unsere Sängerinnen und Sänger kommen auch aus den umliegenden Gemeinden, wie etwa Brandscheid, Großlangenfeld oder Buchet“, sagt Chorleiterin Petra Urbanus.

Dass die Truppe auch jede Menge Spaß bei ihren vielfältigen Aktivitäten hat, sei doch etwas worauf „Die Woch“ hinweisen könne, meint die Vorsitzende. „Außer den vielen Konzerten, die der Kirchenchor im Laufe des Jahres gibt, unternehmen wir Ausflüge und Familientage, wir haben Auftritte bei Goldenen Hochzeiten und weiteren Feiern, am Karnevalsdienstag, ein gemeinsames Heringsessen und vieles andere mehr.“

Probe beim Kirchenchor Bleialf. Foto: Vladi Nowakowski
Der Kirchenchor Bleialf in der heimischen Kirche. Weil diese sanierungsbedürftig und teilweise gesperrt ist, konnte das Konzert in diesem Jahr nicht an gewohnter Stelle stattfinden, sondern wurde in den hinteren Teil der Kirche verlegt. Foto: Kirchenchor Bleialf/Cordula Hahn
Gemeinsamer Auftritt der Kirchenchöre Bleialf und Pronsfeld. Foto: Kirchenchor Bleialf
Logo Unsere Vereine Foto: TV/Schramm, Johannes
Beim Cäcilienfest des Kirchenchores Bleialf haben die 1. Vorsitzende Gudrun Reusch und Pastor Jochen Kohr langjährige Mitglieder geehrt. Die seltene Ehrung für 60 Jahre aktiven Chorgesang mit einem Schreiben von Bischof Ackermann erhielt Ernst Hansen. Außerdem geehrt wurden Gisela Sepp (40 Jahre), Inge Probst und Sigrid Vollrath (je 25) sowie für je 10 Jahre Margit Kröner und Sylvia Geibel (nicht im Bild). Foto: TV/Kirchenchor Waxweiler

Außerdem sei Singen gesund und fördere das soziale Miteinander, erklärt Gudrun Reusch. Erleben kann man dies bei jeder Probe des Kirchenchors Mariä Himmelfahrt: Vor dem eigentlichen Singen stehen Lockerungsübungen an. „Wir nennen das ‚funktionale Stimmbildung’“ sagt Chorleiterin Petra Urbanus. Durch Gymnastikübungen würden die Stimmbänder gelockert – auch vor Auftritten. Fit durch Chorgesang, jede Menge Spaß und neue Freunde: Hoch von der Couch und Chormitglied werden.