Ormont: Laienspiel mit eigenwilligem Namen und schwarzem Humor

Ormont : Laienspiel mit eigenwilligem Namen und schwarzem Humor

„Sei’s drum“ – der Name sei eine Hommage an Bernhard Harings, den ehemaligen Leiter und Regisseur der Theaterbühne Ormont, erklärt Herbert Blum, der den Posten 2001 übernahm.

Er beteuert, er habe es bis heute keine einzige Minute bereut.

Es war ein regelrechter Glücksfall, dass Bernhard Harings 1977 die Theatergruppe übernahm und ihr fast ein Vierteljahrhundert lang seinen Stempel aufdrückte. „Ohne ihn gäbe es wahrscheinlich kein Theater in Ormont“, sagt der heutige Regisseur. „,Sei’s drum‘: Das war ein geflügeltes Wort, das Harings häufig benutzte.“

Die Geschichte des Theaters in Ormont reicht jedoch viel weiter in die Vergangenheit zurück, denn bereits 1912 notierte der damalige Lehrer Heinrich Pieres in der Schulchronik: „Am 17. Januar, dem Fest des hl. Antonius veranstaltete der Jugendverein seinen ersten Theaterabend. Die Zahl der Besucher war so groß, daß viele zurückgewiesen werden mußten, weil es an Platz fehlte.“

Selbstverständlich habe es in der langen Geschichte des Vereins, dessen Tätigkeit überdies durch zwei Weltkriege unterbrochen war, auch starke Schwankungen hinsichtlich der Mitglieder- und Besucherzahlen gegeben, erzählt Blum. „Als Mitte der 1960er Jahre das Fernsehen auch in ländlichen Gebieten Einzug hielt, blieben viele lieber auf der Couch sitzen, anstatt zur Theaterveranstaltung zu gehen.“ Aber auch diese schwierigen Zeiten hat das Dorftheater überstanden, seit Jahren sind die Veranstaltungen wieder gut besucht. Zu den drei kommenden Veranstaltungen in diesem Monat (siehe Extra), werden insgesamt rund 500 Zuschauer erwartet.

Für die Vorstellungen wird bereits seit einiger Zeit fleißig geprobt, zurzeit trifft sich das Ensemble dreimal die Woche. „Ideal ist es, wenn wir die Zeit für 25 Proben finden.“

Zurzeit besteht die Truppe aus neun Schauspielern, einem Souffleur, einer Stylistin, einem Techniker und Regisseur Herbert Blum. Er ist es auch, der die Stücke für die Theaterbühne auswählt. „Es stehen im Herbst etwa 15 bis 20 Stücke zur Auswahl, angeboten werden sie uns von Theaterverlagen. Ich nehme mir die Freiheit, eine Originalfassung auch mal zu ändern und zu ergänzen. Denn die Stücke müssen letztendlich zur Besetzung und zum Stil unserer Gruppe passen.“ Inzwischen sei auch ein Kontakt zu den Autoren erwachsen – eine weitere Möglichkeit, die angebotenen Werke den Ormonter Darstellern auf den Leib zu schreiben.

Das aktuelle Theaterstück in drei Akten trägt den Titel „Chaos im Bestattungshaus“ und zeigt die Vorliebe des gesamten Ensembles für rasante Komödien mit viel schwarzem Humor.

In den kommenden Jahren wolle er sich mit seinem bestens eingespielten Team auch an Klassikern versuchen, sagt Regisseur Herbert Blum. „Da ich die Stücke von Molière sehr mag, kann ich mir vorstellen, ,Der eingebildete Kranke‘ oder ,Der Bürger als Edelmann‘ zu inszenieren.“