1. Die Woch

Wildkräuter: Quendel macht Speisen bekömmlich

Wildkräuter : Quendel macht Speisen bekömmlich

Wildkräuterküche im Frühling: Der Verwandte des Gartenthymians wächst im Naturpark Saar-Hunsrück

(red) Der Feldthymian, auch als Quendel  bei Hildegard von Bingen bekannt, wächst bei uns im Naturpark Saar-Hunsrück. Er hat dieselben heilkundlichen Wirkungen wie der Gartenthymian.

Thymian kulinarisch

Vom Thymian werden Blätter, Blüten, Triebe verwendet. Gerade die verdauungsfördernden Eigenschaften des Wilden Thymians machen schwere und fettige Speisen wie Fleischgerichte besser bekömmlich. Auch für deftige Eintöpfe und Suppen ist es ein passendes Gewürzkraut. Aromatisch ist auch die Quendelbutter mit Schalotten, Zucker oder Honig und Wein sowie Thymianlikör oder Tee.

Feldthymian nahrhaft und heilwirksam

Der lateinische Name ist Thymus serpyllum. Thymian ist bei Eisenmangel fördernd. Die Pflanze ist antibakteriell, beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, krampf- und schleimlösend, hustenstillend und schweißtreibend. Wertvolle Inhaltsstoffe der Pflanze sind Thymol, ätherisches Öl, Carvacrol, Borneol, Pinen, Cymol, Gerbsäure, Gerbstoffe, Triterpene, Bitterstoff, Harz, Saponine, Eisen. Das Wildkraut ist in der Heilkunde vor allem bei der Linderung von Atemwegserkrankungen geeignet. Darüber hinaus wirkt Thymian bei Blähungen, Bronchitis, Durchfall, Ekzeme, Erkältung, Gelenk-, Hals- und Hautentzündungen, Husten, Magen-Darmbeschwerden, Nervenschwäche, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Wechseljahresbeschwerden und Wunden. Für Thymiansirup werden die blühenden Pflanzenteile gewaschen, zerkleinert und feucht mit einem Holzbrett gewalkt. Zusammen mit Zucker wird schichtweise das Wildkraut in ein Glasgefäß gefüllt, vor allem mit möglichst wenig Luft zwischen den Schichten. Mit keimfreien Wasser feucht halten, abgedeckt, dunkel und warm im verschlossenen Glas aufbewahren. Nach drei Wochen auspressen kann der Thymiansirup gegen Husten verwendet werden.

Boden, Standort und Ernte

Der Feldthymian wächst auf durchlässigen Böden, sonnenexponierten Standorten, in Gärten, Wiesen, Feldern, Äcker, Wegränder. Die Blätter sind immergrün und fallen im Winter nicht ab. Die Blütezeit ist von Juli bis September und die Wildpflanze verströmt einen würzig aromatischen Duft. Vom Quendel wird das blühende Kraut ohne die verholzten Teile gesammelt. Die Blätter lassen sich das ganze Jahr über sammeln, sind aber besonders aromatisch vor der Blüte in den Monaten Mai und Juni.

Infos: www.naturpark.org