1. Die Woch

Welt-Ranger-Tag: Ranger im Einsatz für Natur- und Kulturerbe

Welt-Ranger-Tag : Ranger im Einsatz für Natur- und Kulturerbe

Jährlich am 31. Juli ist der Welt-Ranger-Tag. Die Inter­nationale Ranger-­Ver­ei­ni­gung möch­te da­mit auf die Ar­beit der Ran­ger für den Schutz des Na­tur- und Kul­tur­er­bes der Er­de auf­merk­sam ma­chen. Ran­ger Patric Heintz aus dem Na­tio­nal­park Huns­rück-­Hoch­wald hat sei­ne Ge­dan­ken zum Welt-­Ran­ger-­Tag in Wor­te ge­fasst.

Von Patric Heintz

Die Liste der kuriosen Feiertage ist endlos. Da gibt es den Tag der Klimaanlage oder den „Chicken-Wing-Day“, die mich bestenfalls mit der Stirn runzeln lassen. Auf der anderen Seite welche, über die ich zumindest schmunzeln muss, zum Beispiel den Internationalen Witze-Tag oder den Kirschkernspuck-Tag. Ein für die meisten Menschen mit Sicherheit immer noch recht unbekannter Tag, der für mich aber schon seit langem fest zum Jahr gehört, ist der World Ranger Day.

Am 31. Juli versuchen Ranger und Rangerinnen auf der ganzen Erde zu erklären, was sie in ihren Schutzgebieten eigentlich tun. Es ist der Tag im Jahr, an dem es uns um unsere Arbeit und vor allem um die Opfer geht, die manche Ranger und Rangerinnen in ihrem Job bringen müssen. Schließlich wollen wir den Gästen in den Schutzgebieten an den anderen 364 Tagen von den besonderen Landschaften, den seltenen Tieren und den faszinierenden Pflanzen erzählen, die wir bewundern und schützen dürfen.

Wenn Sie schon einmal hierzulande mit einem Ranger oder einer Rangerin unterwegs waren, haben Sie vermutlich einiges über die Natur erfahren können. Voller Stolz hat sie oder er, vermutlich über das, was es vor Ort zu schützen gibt, erzählt. Im besten Fall haben Sie erfahren, warum es so wichtig ist, Schutzgebiete auszuweisen und zu erhalten. Möglicherweise haben Sie sich auch gedacht: „Mensch, was für ein Traumjob!“ Und ja, auch wir lieben unseren Beruf. Vielleicht reden wir gerade deshalb eher selten von den Schattenseiten, die es wohl, wie in jedem anderen Beruf gibt.

Ich als Ranger fühle mich als Teil einer weltumspannenden Familie. Während wir hier im Nationalpark Hunsrück-Hochwald die Verantwortung für den Schutz der Naturdynamik übernehmen und beispielsweise beim Monitoring der Wildkatzen im Nationalpark helfen, sind Kolleginnen und Kollegen in anderen Teilen der Erde damit beschäftigt, zu ermitteln, wie viele Tiger es in einem Nationalpark noch gibt. Oder sie versuchen Wilderer davon abzuhalten, Nashörner nur des seltenen Hornes wegen zu jagen.

Ziemlich genau da beginnt auch das Problem. Leider müssen wir viel zu oft lesen, das ein weiterer Kollege im Dienst für die Natur von Wilderern erschossen wurde. Oder eine weitere Kollegin wurde wegen unzureichendem Equipment von der Natur, die sie schützen wollte, tödlich verletzt. Manchmal sind es profane Dinge wie Wanderschuhe oder ein Schlafsack, die Ranger und Rangerinnen auf mehrtägigen Patrouillen das Leben retten könnten.

Die Thin Green Line-Foundation versucht daher diese notwendige Ausrüstung zu beschaffen. Sie veröffentlicht die Namen der im letzten Jahr verstorbenen Ranger und Rangerinnen sowie deren Todesursache in der „Honor Roll“ und sie unterstützt deren hinterbliebenen Familien.

Beim Schreiben dieser Zeilen bekomme ich, wie jedes Mal, wenn ich über dieses Thema rede, eine Gänsehaut. Trotzdem ist es wichtig, darüber zu reden und zu schreiben. Normalerweise würden wir das gerne mit vielen Gästen bei einem Tag der offenen Tür am World Ranger Day an einem Nationalpark-Tor tun. Selbstverständlich verbietet sich das in diesem Jahr. Gerade da die Todesursache vieler Ranger und Rangerinnen im vergangenen Jahr mit „Covid 19“ veröffentlicht werden musste.

Und so gedenken wir am 31. Juli aller verstorbenen Kolleginnen und Kollegen und ehren deren Arbeit. Gedenken auch Sie mit uns am World Ranger Day! Vielleicht erinnern Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang in der Natur noch an diesen kurzen Bericht.

Genießen Sie die Natur, gehen Sie weiter so respektvoll mit ihr um und helfen Sie denen, die sie schützen.