Beim Hopfenbauer: Der Eifeler Hopfen mit dem Siegel

Beim Hopfenbauer : Der Eifeler Hopfen mit dem Siegel

Andreas Dick pflückt eine Dolde, öffnet sie und prüft sie mit Augen und Nase. Noch ist der Hopfen nicht reif, aber in wenigen Wochen ist es so weit: Dann kann die Ernte auf der 22 Hektar großen Fläche in Holsthum (Verbandsgemeinde Südeifel) beginnen.

Was für den Wein die Weinlage, das ist für den Hopfen der Siegelbezirk. Das Hopfenherkunftsgesetz regelte ab 1929, wo die Pflanze angebaut werden darf, Ursprung und Qualität wurden mit einem Siegel bestätigt. Die Eifel gehörte damals nicht dazu, obwohl dort schon im 16. Jahrhundert Hopfen angebaut wurde und der 1868 gegründete Hopfenbauverein zeitweise fast 400 Mitglieder zählte. Hopfen wuchs vor allem im Kylltal; aus Kyllburg stammen auch die Vorfahren der Brauerfamilie Simon, der heute die Bitburger Brauerei gehört.

Wirtschaftliche Gründe und vor allem die Konkurrenz aus Süddeutschland brachten den Eifeler Hopfenanbau jedoch zum Erliegen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Hopfen wieder zurück in die Eifel, diesmal ins Prümtal – mitgebracht von Vertriebenen aus dem Sudetenland. Andreas Dicks Vater Herbert erwarb 1966 die damals nur knapp drei Hektar großen Hopfengärten und erweiterte den Betrieb nach und nach.

1977 schließlich wurde das Hopfenanbaugebiet in Holsthum offiziell als Siegelbezirk anerkannt. Wegen der guten Beziehungen zur Bitburger Brauerei, über die der Hopfen bis heute exklusiv vermarktet wird, entschied man sich für den Namen „Bitburger Siegelhopfen“. Statt eines echten Siegels aus rotem Siegellack werden als Kennzeichnung heute aber Etiketten mit Strichcodes verwendet. Der Ertrag von 40 bis 50 Zentner Hopfen pro Hektar reicht bei weitem nicht, um den Bedarf der Großbrauerei zu decken, auch wenn für einen Liter Bier nur 2,5 Gramm Hopfen benötigt werden. In jedem Bitburger Pils liegt der Anteil an Bitburger Siegelhopfen aber laut Andreas Dick „im zweistelligen Prozentbereich“ – je nach Ertrag und Gehalt an geschmacksgebenden Inhaltsstoffen um die 15 bis 20 Prozent.

Angebaut werden in Holsthum sowohl Bitterhopfen mit einem hohen Gehalt an Alphasäure als auch Aromahopfen, der mehr ätherische Öle enthält. Das bietet Vorteile nicht nur beim Geschmack, sondern auch bei der Ernte: Die unterschiedlichen Sorten reifen nämlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Und ist der Hopfen einmal reif, dann muss es schnell gehen, denn nur eine knappe Woche ist die Dolde im optimalen Reifezustand.

Bei aller Liebe zur Eifeler Heimat betont Andreas Dick, dass er seinen Hopfen nach Weltmarktbedingungen produziert. Denn schließlich macht die regionale Herkunft noch kein gutes Bier. Auch die Qualität muss stimmen – und natürlich der Preis.

Wie der Hopfen in Holsthum angebaut wird, lesen Sie auf Seite 2.

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