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Freudenburg
Der Sportverein Freudenburg bewegt Menschen

Historische Mitgliedskarte von 1966.
Historische Mitgliedskarte von 1966. FOTO: SV Freudenburg
Freudenburg . Organisierter Sport getrieben wurde in Freudenburg erstmals Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der DJK Freudenburg, die zur damaligen Zeit den Sport in Freudenburg repräsentierte.

Durch den Zweiten Weltkrieg und die daraus resultierenden Umstände wurde die DJK Freudenburg nicht mehr weitergeführt. Anfang der 1950er Jahre kam es erneut zur Gründung eines Sportvereins, dem SV Blau-Weiß Freudenburg. Initiator war der damalige „Dorfpolizist“ Vinzenz Junk. Blau-Weiß hatte jedoch nur eine kurze Lebensdauer von knapp zwei Jahren.

Die Geschichte des Sportvereins Freudenburg begann zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Lage Freudenburgs als Grenzort zu dem unter französischer Verwaltung stehenden Saarland spielte dabei eine wichtige Rolle. Am 9. Juni 1955 waren es nämlich in erster Linie Zollbeamte, die den Sportverein ins Leben gerufen haben. Menschen die eine Grenze nach Freudenburg verschlagen hat. Als Vereinsgründer können wohl Wilhelm Jeide, R. Seidel und B. Müller angesehen werden. Als ein Mann der ersten Stunde wird auch immer wieder Peter Ockfen genannt. Er gehörte ebenfalls zu den Initiatoren der Vereinsgründung.

Seit 2014 leitet Heinz-Jakob Bartl den Verein mit derzeit 358 Mitgliedern in den fünf Abteilungen Fußball (zwei Senioren- und sechs Jugendteams), Gymnastik, Karate, Tennis und Tischtennis. „Ich bin stolz auf mein Vereinsteam, obwohl es viel Arbeit ist und ein eingeschränktes Familienleben bedeutet“, erklärt Bartl. Das gehe nur, wenn die Familie mitzieht. Höhepunkte wie die Einweihung des Rasenplatzes 2002 und der Bau des Clubheimes 1989/90 entschädigen für all die Mühe. Gerade das Clubheim zeige, was das Ehrenamt zu leisten imstande ist. Es ist Eigentum des Vereins. Der Platz ist von der Ortsgemeinde gepachtet.

Das Vereinsleben ist mehr als nur Sport, es gibt Feiern, etwa vor Weihnachten, Wanderungen und Fahrten mit der Jugend, etwa auf die Schlittschuhbahn in Bitburg oder in den Schlumpfpark bei Amnéville in Frankreich. Der Wunsch des Vorsitzenden: „Noch mehr Mitglieder sollten sich ein Herz fassen und die Ärmel aufkrempeln um anzupacken.“

Heinz Philipps ist beim SV Kicker der ersten Stunde. Der heute 84-Jährige erinnert sich: „Ich habe mit 18 Jahren schon Fußball gespielt. Gut, dass der SV 1955 gegründet wurde. Da war ich sofort dabei. Da war eine Wiese Richtung Taben. Das war unser erster Fußballplatz. So trainiert wie heute wurde da nicht, nur um halt fit zu bleiben. Der Fußball, den wir spielten, war härter. Heute ist das wegen des ausgefeilten Trainings richtig filigran.“

Johannes Maas (32) war selbst aktiver Fußballer und ist heute zweiter Vorsitzender. Der Verein ist für ihn mit viel Herzblut verbunden: „Die Vorstandsarbeit ist aufwendig. Das fällt aber nur auf, wenn etwas nicht klappt. Das kann fehlendes Bier sein oder ein nicht erschienener Schiedsrichter. Vom Rasenmähen bis zum Anmelden der Spieler beim Fußball-Verband Rheinland – der Vorstand regelt alles in allen Abteilungen.“

David Majeris ist zwölf Jahre alt und spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Fußball beim Freudenburger Sportverein. Er sagt: „Das macht Spaß in diesem Verein. Man findet direkt viele Freunde. Die Spiele sind alle sehr schön und fair. Und wir haben mit Volker Keiling einen tollen Trainer.“

Das berühmteste Vereinsmitglied

Therese Zenz, Jahrgang 1932, begann ihre sportliche Karriere mit der Leichtathletik und Handball. „So zum Spaß mal“ ist sie nach eigenem Bekunden in ein Kanu eingestiegen. 1954 errang sie bei den Kanu-Weltmeisterschaften in Mâcon (Frankereich) den Titel der Weltmeisterin im Einer-Kajak über 500 Meter. Dabei schrieb sie Sportgeschichte: Dies war das erste und einzige Mal, dass ein Teilnehmer eines saarländischen Teams Weltmeister wurde und bei Weltmeisterschaften die Flagge des Saarlands gehisst wurde. Bei den Olympischen Spielen 1956 und 1960 gewann Zens insgesamt drei Silbermedaillen – nicht für das Saarland, sondern für die gesamtdeutsche Mannschaft.

Die Mettlacherin gründete im Dezember 1966 die Damengymnastikgruppe des SV Freudenburg. Die erfolgreiche Olympionikin übernahm das Training der jungen Frauen, deren Zahl auf fast 300 anstieg. Frauen der ersten Stunde waren: Gertrud Meyer, Hedwig Neusius, Marianne Schaller, Marianne Erler, Anni Jakob, Theresia Fisseni, Beatrix Kettenhofen, Uschi Sieren, Fini Birk, Theresia Zenz und Maria Wallrich. 2002 war Schluss mit dieser Aufgabe. Mit fast 70 Jahren fand Therese Zenz: „Ich habe genug vorgeturnt.“