Sport und Spaß auf zwei Rädern beim RV Frei Weg Serrig

Unsere Vereine : Sport und Spaß auf zwei Rädern

 Mehr als neun Jahrzehnte Radsport, darauf kann Serrig stolz sein. Der Radsportverein wurde im Spätsommer 1927 mit dem Ziel gegründet Wander-, Stern- und Rennfahrten durchzuführen. So steht es in der Chronik, die Vorsitzender Dietrich Sieren vor zwei Jahren verfasste.

Bis 1935 wurde die Reichweite des Sportbetriebes immer größer, bis nach Lothringen und Luxemburg, oft aber auch mit der Teilnahme an Radrennen. 1929 kam die Mannschaft aus Aachen sogar mit dem Sieg zurück.

Wie so viele Vereine litt der RV unter den Nazis, die den Verein auflösten und die Vereinskasse beschlagnahmten. Der Krieg fordert auch hier Opfer. 1954 werden in Serrig wieder erste Radrennen veranstaltet. Der lokale Radsport ist wiederauferstanden.

Am 13. September 1970 kam der Zusatz „Frei Weg“ in den Vereinsnamen.

Im Jahr darauf folgte ein erstes großes, internationales Radrennen in Serrig. Zwei Jahre später wurde Berthold Zehren Rheinland-Pfalz-Meister.

Seit 1996 engagiert sich der RV Frei Weg auch den Handicap-Radsport und wird Mitglied im Deutschen Behinderten Sportbund (DBS). Ein Leistungsträger ist in dieser Sparte damals Gottfried Müller, der vier Deutsche Meistertitel, zwei Europameistertitel und einen Weltmeistertitel schafft und sogar zweimal an den Paralympics teilnimmt. Eine Tradition ist der EMC-Cup mit der örtlichen Behinderteneinrichtung Rund ums Hofgut Serrig geworden.

Waren es bei der 80-Jahrfeier noch 150 Mitglieder und der RV damit drittgrößter Verein im Radsportverband Rheinland, ist heute der Mitgliederbestand auf 81 geschrumpft. 

Dietrich Sieren ist seit 1982 Mitglied des Radsportvereins Frei Weg Serrig. Der heute 70-Jährige ist seit vier Jahren Vorsitzender. „Rennen bin ich nie gefahren, ich betreibe eher den Breitensport auf dem Rat“, gesteht er. Radtouristikfahrten (RTF) sind sein Ding. Und das kann er jedem, vor allem mit zunehmendem Alter raten: „Radfahren senkt den Blutdruck. Es wird von Fachärzten empfohlen.“

Neben dem Radtourismus betreibt der Verein natürlich den Rennsport. Beides leitet Johannes Thiel. Was Sieren bedauert: „Es gibt nur zehn Frauen im Verein. Davon sind gerade mal zwei aktiv.“ Er würde sich freuen, wenn mehr Mädchen und Frauen sich für den Sport auf zwei Rädern begeistern könnten.

Trainiert wird dreimal die Woche mit den Trainern Herbert Kirf und Berthold Zehren: Dienstags mit der Rennsportgruppe ab Serrig auf unterschiedlich langen und schwierigen Strecken, donnerstags ist Geländetraining und die Nachwuchsklasse, sowie sonntagmorgens gehen die Radtouristiker auf die Tour.

Gottfried Müller siegte beim Rennen für Behinderte im Jahr 2000. Foto: RV Frei Weg Serrig
Fahrt zur Partnergemeinde Charbouy in Burgund 1990. Foto: RV Frei Weg Serrig
Im Jahre 2000 wurden die Behindertenmeisterschaften in Tawern vom RV organisiert. Foto: RV Frei Weg Serrig
Sternfahrt nach Luxemburg 1931. Foto: RV Frei Weg Serrig. Foto: RV Frei Weg Serrig
RV-Fahrerteam bei der Vereinsmeisterschaft 1929 in Serrig. Foto: RV Frei Weg Serrig
Rennsport hat bei RV Serrig Tradition von Anfang an. Foto: RV Frei Weg Serrig

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? „Das könnte besser sein. Wir haben nur zehn Jugendliche“, sagt Sieren. Bereits ab acht Jahren könne man in diesen Sport hineinschnuppern. In diesem Zusammenhang wünscht sich der Vorsitzende eine bessere Zusammenarbeit mit den Schulen. Im Saarland laufe das besser, weiß er. Da wird Radsport sogar vom Kultusministerium gefördert.