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Wirtschaft
Das unterscheidet Trier vom Umland

FOTO: roland morgen (rm.)
Trier. Die Mitarbeiter des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz zählen fast alles. Manche Daten eignen sich nur zum unnützen Besserwissen bei den ersten Grillpartys, andere offenbaren, wo die Stärken der Region liegen.

Zugegeben: Eigentlich ist ein Vergleich zwischen dem Kreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier unfair. Ein größtenteils ländliches Gebiet tickt völlig anders als eine Großstadt. Es macht also keinen Sinn, zu vergleichen und dann einen Sieger zu küren. Ein Blick in die Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigt aber, wie spannend ein bedachter Vergleich der Stadt Trier mit ihren Nachbarn ist. Dass es in Trier weniger Einwohner, aber mehr Ärzte gibt als im Kreis – das hätte der eine oder andere bestimmt schon vermutet.

Aber wer hätte zum Beispiel gewusst, dass die Waldfläche auf dem Stadtgebiet (45 Quadratkilometer) doppelt so groß ist wie die besiedelte Fläche mit Wohnhäusern, Industrie, Sportplätzen und so weiter (26 Quadratkilometer)? Das hätte man vielleicht nur im Kreis vermutet – dort ist die Fläche mit Wald-, Weide- und Ackergebiet natürlich ungleich größer als die besiedelte Fläche.

Die im Vergleich zum Kreis wenigen Bewohner drängen sich in der Stadt im Schnitt in kleineren Wohnungen. Der Größenunterschied ist bei Wohnheimen besonders groß: In Trier sind die Wohnungen dort im Durchschnitt 24 Quadratmeter groß – im Kreis Trier-Saarburg dagegen 50 Quadratmeter, also doppelt so groß.

Bei Touristen sind Stadt und Kreis zwar ähnlich beliebt (430 000 oder 370 000 Gäste kommen jeweils im Jahr), die Kreistouristen bleiben aber deutlich länger vor Ort: durchschnittlich 3,4 Nächte. In Trier bleiben sie durchschnittlich 1,9 Nächte zu Besuch.

Die Kreisbewohner sind im Schnitt etwas reicher als ihre Nachbarn in Trier. 6,3 Prozent der Bürger  bekommen eine Grundsicherung für Arbeitssuchende. In der Stadt beziehen sie 7,4 Prozent der Bevölkerung. Auch am Einkommen lässt sich das ablesen. Die Trierer haben 20 000 Euro an Jahreseinkommen zur Verfügung, die Menschen im Kreis Trier-Saarburg dagegen 22 000 Euro im Durchschnitt. 

Mehr Stadt heißt mehr Verkehr auf engem Raum – und das führt wohl zu mehr Unfällen. Vergangenes Jahr zählte das Land  3,8 Unfälle pro 100 Einwohner in Trier. Im Kreis passierten nur 3,1 Unfälle pro 100 Einwohner. Und das, obwohl es dort mehr Autos gibt – doch dazu mehr auf Seite 2.