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Tourismus
Den Römern auf der Spur

Wo einst Römer auf ihren Reisen Halt machten, können die Besucher auch heute noch viel entdecken: Der römische Tempelkomplex auf dem Metzenberg in Tawern ist ein mystischer Ort.
Wo einst Römer auf ihren Reisen Halt machten, können die Besucher auch heute noch viel entdecken: Der römische Tempelkomplex auf dem Metzenberg in Tawern ist ein mystischer Ort. FOTO: Friedemann Vetter
Trier/Waldrach/Newel. Zeugnisse römischer Besiedlung gibt es in vielen Ecken des Landkreises. Ein Streifzug.
Harald Jansen

Die Gelehrten streiten sich darüber, wie viele Einwohner Trier in römischen Glanzzeiten hatte. 30 000 oder am Ende 100 000?

Fest steht, dass die Stadt viel Wasser gebraucht hat. Sehr viel Wasser. Und das kam nicht aus der Mosel, sondern aus dem Hochwald. Das Aquädukt mit einer Länge von rund 12,8 Kilometern führte durch das Ruwertal und am Grüneberg vorbei über das Avelertal nach Trier in den Bereich nördlich des Amphitheaters. Von dort aus wurde das Wasser in Brunnen und Wasserspeicher weitergeleitet.

Wer sich eine Vorstellung von diesem Bauwerk machen will, der sollte nach Waldrach fahren. Dort gibt es an der Kreisstraße 12 zwischen der Ruwertalgemeinde und Korlingen den Nachbau der römischen Wasserleitung zu sehen.

Gut zu Fuß sein sollte, wer sich das römische Bergwerk zwischen Newel-Butzweiler und der Burg Ramstein bei Kordel anschauen möchte. Die Pützlöcher sind die Reste eines römisches Kupferbergwerks.

Wichtiger als die Erz‑gewinnung war die Nutzung des Geländes als Steinbruch. In den überlieferten Inschriften (MARCI) kann man den Namen des Steinbruchbesitzers sehen, der auch Quader für die gegen Ende des 2. Jahrhunderts errichtete Porta Nigra geliefert hat.

Wer wissen möchte, wo es sich Kaiser gut gehen ließen, der sollte nach Konz fahren. Auf dem Gelände um die Pfarrkirche St. Nikolaus  befinden sich auch Reste der spätantiken Kaiservilla von Konz mit rund 30 Räumen. Ein Großteil der Reste des Baues wurden 1959 beim Bau einer neuen Pfarrkirche entdeckt, ausgegraben und bei bei den anschließenden Bauarbeiten zerstört.

Von seiner Villa aus konnte der Kaiser auf eine römische Brücke schauen. Diese überquerte die Sauer in unmittelbarer Nähe zur heutigen Grenzbrücke zwischen Wasserbilligerbrück und Wasserbillig. Heinz Cüppers schreibt in seinem Buch „Die Römer in Rheinland-Pfalz“, dass bei Niedrigwasser noch Pfeilerfundamente zu sehen sind. Die Brücke soll eine neun Meter breite Fahrbahn gehabt haben.

Eine Moselbrücke hat vermutlich bei Palzem gestanden. Im Rahmen der Moselkanalisierung waren Pfeilergruppen und dünnere mehrseitig bearbeitete Eichenpfähle festgestellt worden. Ein Arm der Verbindungsstraße Trier-Metz soll über diese Brücke geführt haben.

Nicht nur bei Niedrigwasser oder bei Ausschachtungsarbeiten ist zu sehen, wie der Tempelbezirk bei Tawern ausgesehen hat. Dort befinden sich fünf Tempel sowie Nebengebäude und zwei Toranlagen. Reisende auf der Römerstraße Via Agrippa von Metz nach Trier sollen im Tempelbezirk dem Gott des Handels, des Gewerbes und des Verkehrs geopfert haben. 1986/87  wurde die Anlage unter Leitung des Rheinischen Landesmuseums ausgegraben und teilweise rekonstruiert.

Nicht fehlen dürfen in einer Aufzählung wichtiger Römerfunde die Ausgrabungen bei Hermeskeil. Dort sind die Reste eines römischen Heerlagers aus der Zeit des Gallischen Krieges um 50 vor Christus ergraben worden. Die Anlage bot vermutlich zwischen 5000 und 10 000 Soldaten Platz. Es ist das älteste bekannte Römerlager in Deutschland.  Im Gegensatz zur nur wenige Kilometer entfernten spätkeltischen Trever-Siedlung im Ringwall von Otzenhausen ist vom Lager jedoch nicht mehr viel zu erkennen.

Das römische Bergwerk, die Putzlöcher, wurden früher zum Kupferabbau genutzt.
Das römische Bergwerk, die Putzlöcher, wurden früher zum Kupferabbau genutzt. FOTO: Rebecca Schaal / TV
Das römische Bergwerk, die Pützlöcher im Kylltal, wurden früher zum Kupferabbau genutzt.
Das römische Bergwerk, die Pützlöcher im Kylltal, wurden früher zum Kupferabbau genutzt. FOTO: Rebecca Schaal / TV