1. Die Woch

Wassersport: Segeln, rudern, paddeln – und noch mehr

Wassersport : Segeln, rudern, paddeln – und noch mehr

Mosel, Saar und Sauer bieten viele Möglichkeiten für den Wassersport.

Empfehlenswerter als das Baden in der Mosel ist es, sich seine Segelschuhe anzuziehen und zum Yachthafen Trier-Monaise zu fahren. Dort bietet die Segelabteilung des Post-Sportvereins Trier umfangreiche Ausbildungsmöglichkeiten an. Kinder und Jugendliche können den Jüngstensegelschein beim Deutschen Segelverband (DSV) machen. Diejenigen, die auch bei Windflaute im Boot auf dem Wasser unterwegs sein möchten, melden sich für den Sportbootführerschein Binnen oder See oder den Sportküstenschifferschein an. Außerdem bietet der Verein auf Nachfrage Spezialkurse an, beispielsweise Segeln für fortgeschrittene Kinder und Jugendliche oder Regattatraining für Jugendliche. Wer schon ein eigenes Boot hat, kann seinen Anker auch im Hafen des Wassersportclubs Konz (WSC) werfen und lichten. Häfen für Yachtboote gibt es auch in Schweich, Neumagen-Dhron, Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach.

Gleich zwei Vereine bieten in Trier Rudersport auf der Mosel an. Die Rudergesellschaft hat Schnuppertrainings für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der Verein besitzt auch ein Drachenboot. Das sind besonders lange, offene Paddelboote, die ursprünglich aus China stammen. Ihr markantestes Zeichen ist ein Drachenkopf an der Bugspitze. Wer es sportlicher mag, rudert mit Olympiasieger Richard Schmidt vor dem Clubhaus des Rudervereins Treviris 1921. Hier lernen Anfänger, wie sie verhindern, kieloben in der Mosel zu schwimmen. Aber auch Leistungssportler finden in diesem Verein eine Heimat. Rudern auf der Mosel kann man unter anderem auch beim Ruderclub Traben-Trarbach 1881 (RCTT) und beim Bernkasteler Ruderverein 1874.

Wasserski- und Wakeboard-Fahren ist an vielen Abschnitten der Mosel möglich – vorausgesetzt, man kennt jemanden, der einen zieht. Infos, wo das möglich ist, findet man auf der ­Website des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts unter www.wsa-mosel-saar-lahn.wsv.de. Einen Seilzug fürs Training ohne Boot gibt es im Wake­park Triolago bei Riol (Landkreis Trier-Saarburg).

Die Marina Saarburg des Wassersportclubs Saarburg bietet ebenfalls Sportboot­führerschein­kurse an. Nur wenige Meter weiter flussaufwärts steht das Ruderhaus des Saarburger Ruderclubs. Hier können Kinder, Jugendliche und Erwachsene an die Riemen.

Wer Natur pur erleben will, fragt beim Team von Kanu Saarfari an, ob er ein Kanu mieten kann. Mit diesem kann man sich auf zahmem Wasser durch den Wiltinger Saarbogen treiben lassen. Mit etwas Glück kann man dabei den Eisvogel auf der Jagd beobachten, oder man sieht Kormorane und Graureiher zwischen Schilf und Röhricht. Start für die Kanutouren ist regelmäßig an die Freizeit­anlage in Schoden.

Beim Team Kanu Saarfari lassen sich auch Surfbretter buchen, auf denen man steht und die mit einem Paddel gesteuert werden. Der Trendsport heißt „Stand-up-Paddling“ und ist gut für den Gleichgewichtssinn, die Motorik und die Tiefenmuskulatur. Warum also nicht einfach mal auf der Saar beim Yoga auf dem Stand-up-Paddle-Board seine Seele baumeln lassen und neue Energie für den Alltag schöpfen?

Ihr habt einen Hund? Dann wäre Born in Luxemburg an der Sauer der richtige Ausgangspunkt für ein kleines Wasserabenteuer. Hier bietet Verena Helfrich mit ihrer Hundeschule Pudelskern Stand-up-Paddling-Kurse mit Hund an. „Das ist eine tolle Konzentrations- und Koordinationsübung für Hunde. Außerdem lernen Hund und Mensch einander zu vertrauen“, erläutert die Hundetrainerin.

Umstritten ist, ob es sinnvoll ist, bei Niedrigwasser auf der Sauer bei Bollendorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Kanu zu fahren. Sowohl das Großherzogtum Luxemburg wie auch das rheinland-pfälzische Umweltministerium verhandeln seit Jahren, wie am Grenzfluss die Voraussetzungen dafür sind, hier ungestört dem Paddelvergnügen nachzugehen. Naturschützer hatten hier in der Vergangenheit kritisiert, dass das Ökosystem des Flusses bei Niedrigwasser durch die Paddel empfindlich gestört werde. Wer hier sein Boot zu Wasser lässt, sollte daher unbedingt folgende Regeln einhalten: Kein Einfahren in dicht bewachsene Uferpartien, zu Ufergehölzen und Vögeln Mindestabstände einhalten und die geltenden Vorschriften in Naturschutzgebieten beachten.

Schwimmen in der Sauer und im Obersauer-Stausee ist nach wie vor problematisch. Fehlende Kläranlagen, eine hohe Bakterienbelastung und Blaualgen führten in der Vergangenheit auf luxemburgischer Seite wiederholt zu Badeverboten in beiden Gewässern.

In der Region gibt es vier vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium ausgewiesene Badegewässer: das Meerfelder Maar (Landkreis Bernkastel-Wittlich, Verbandsgemeinde Wittlich-Land), das Gemündener Maar, das Schalkenmehrener Maar und das Pulvermaar (alle Landkreis Vulkaneifel, Verbandsgemeinde Daun). Baden kann man in den Naturfreibädern an den Maaren in diesem Sommer nur nach vorheriger Anmeldung.

Im Yachthafen Trier-Monaise liegen Segel- und Motorboote. Foto: Alexander Schumitz
Kanufahrer im Wiltinger Bogen der Saar. Foto: Kanu SaarFari
Viel Platz gibt es auf der Liegewiese des Naturfreibads Gemündener Maar bei Daun. Foto: Alwin Ixfeld
Beliebt bei Paddlern: Bollendorf an der Sauer. Foto: Daniel John

Im Stausee Bitburg bei Biersdorf sind Schwimmen und Tauchen nicht erlaubt. Dafür bietet der See Raum für andere Arten von Aktivität auf dem Wasser. Man kann hier rudern, paddeln und surfen. Wem das zu sportlich ist, der setzt sich ins Tretboot – und dreht seine Runden auf dem Stausee pedalgetrieben. Kapitän, Ahoi!